Asociale – 1990 – 2010 / Complete Collection CD
(Bandworm Records, www.oi-punk.de)
Die fleißigsten sind die Italiener von Asociale in den letzten 20 Jahren nicht gerade gewesen. Das neue Album bzw. diese Compilation beinhaltet die 7“ der Jungs und diverse Samplerbeiträge plus 6 neue Songs. Ob diese CD ihre Berechtigung hat? Nun mit 6 neuen Songs, denke ich, geht es auf jeden Fall als ok durch und schlecht ist das was die Jungs hier abliefern auch nicht unbedingt. Musikalisch gibt es recht simplen, rauen Oi! wie er in den 90ern häufig anzutreffen war. Sprich einfach und simpel, mit Bandchören und eingängigen Refrains trotz italienischer Sprache. Teilweise sind die Texte trotz italienisch leicht zu verstehen, wie beim Song „ Nienta Politica Solo Oi!“ was sicherlich jeder raffen dürfte. Für Legastheniker noch mal in langsam „Keine Politik, nur Oi!“ haben sich die Jungs auf die Jacke geheftet. Beim 5. Stück wird „Hoxton Tom For President“ gefordert, was ja dann doch wieder für Politik spricht. Wobei der Song ganz sicherlich nicht ernst zu verstehen ist. Es gibt ein paar Offbeateinlagen und zum Schluss noch mal ein Dub-Stück, das sorgt für Abwechslung. Ich denke, ohne diese Zusammenstellung wären Asociale wahrscheinlich in Vergessenheit geraten und so haben diejenigen die die Band damals verpasst haben die Möglichkeit sich auf einen Schlag den gesamten Backkatalog zu zulegen, ohne nach den nur noch schwer erhältlichen Samplern aus den 90er Jahren zu suchen. Wobei man auch ganz klar zugeben muss, dass es sich hier definitiv nicht um einen Klassiker handelt. Die Plattensammlung wäre auch ohne Asociale noch immer gut sortiert. Ob es sich als eine kluge Entscheidung erweist ein Band aus dem frühen Chsiwick Labelprogramm zu covern wage ich zu bezweifeln. Die Jungs werden mit dem Song „A-so-cia-le“ sicher keine Lorbeeren ernten, auch wenn zu dem Zeitpunkt als der Song geschrieben wurde, die Politik in der gecoverten Band noch keine Rolle spielte. Und nein, es sind nicht Motörhead, die auch bei Chiswick vertreten waren. Ich finde auf so ein Cover kann man heute getrost verzichten. So eine Coverversion braucht kein Mensch und dafür gibt es auch einen klaren Minuspunkt. Wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass das genau beabsichtigt ist um ins Gerede zu kommen. Ansonsten bleiben unterm Strich 10 Songs die als ganz nett durchgehen, wenn man was für unbekanntere, exotischere Oi! Sachen übrig hat. Pluspunkte gibt es noch für das wirklich nett gestaltete, dicke Booklet das neben den Songtexten auch ein paar Worte des Sängers beinhaltet und einiges an Bildern vorweisen kann.
Note: 3- Daniel
Borderpaki – 1362 CD
(www.sn-punx.de)
BORDERPAKI aus Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile schon seit 15 Jahren, trotzdem ist das dritte Album das erste, das ich in Gänze zu hören bekomme – bisher kannte ich die Band nur von Sampler-Beiträgen. Zu deutschsprachigem Gesang wird flotter, gekonnter, aber recht überraschungsarmer Punkrock der melodischeren Form dargeboten, dessen Riffs immer mal wieder verdächtig an die anderer Bands erinnern – zumindest teilweise aber beabsichtigt. Rübis Gesang ist klar und die von ihm vorgetragenen Texte pendeln zwischen Klischee, Betroffenheitslyrik und nicht recht zünden wollendem Humor auf der einen und norddeutschen Themen wie Sturmfluten (daher auch der Titel), Seefahrerromantik und bissiger Systemkritik auf der anderen Seite. Lyrisch ist man sehr bemüht, was mal mehr, mal aber auch weniger fruchtet, z.B. wenn sich „Maybach“ auf „Reibach“ reimt o.ä… Produziert ist das recht ordentlich, der Gesang kommt gut rüber und ist verständlich. „1362“ ist für mich ein durchschnittliches „Deutschpunk“-Album mit einigen guten Ansätzen. Etwas mehr Eigenständigkeit würden BORDERPAKI aber gut zu Gesicht stehen. Vom Bodensatz ihres Ex-Labels „Nix Gut“ sind sie aber glücklicherweise viele Seemeilen entfernt. Das Booklet enthält alle Texte und wurde ansprechend in Schwarzweiß gestaltet. Warum allerdings der Promo-Wisch die Band anpreist wie Sauerbier und dabei keine noch so abgedroschene Phrase auslässt, will mir nicht in den Sinn. Das finde ich echt peinlich und möchte ich an dieser Stelle aber nicht speziell auf Band bzw. Label gemünzt verstanden wissen, sondern auf ALLE Bands und Labels, die sich einem nicht näher definierten Underground zugehörig fühlen, aber derartige Werbeschreiben verbrechen. Nix für ungut. Zwölf Songs in 42 Minuten. 3 Günni
BRDigung – Tod Aber Lebendig CD
(Antirockstar Ind., info@antirockstar.de)
Kiek an, wat neues von der BRDIGUNG. Das Debütalbum vor zwei Jahren fand ich ja noch durchwachsen, konnte aber viele gute Ansätze erkennen. Und jetzt? Hat man fast alles richtig gemacht. Die Jungs spielen immer noch ihren treibenden Metal-Punk, aber die geniale Lead-Gitarre kommt noch geiler rüber und fiedelt sich einen ab, dass manche Metal-Band vor Neid erblassen dürfte. Der Gesang ist rauer geworden und die düsteren, ausschließlich in deutscher Sprache vorgetragenen Texte sind besser. Dabei wird ein breites Spektrum abgedeckt: Von persönlich bis kritisch, dabei oft voller Pathos und manchmal etwas ZU dick aufgetragen, aber nur noch selten holprig, dafür umso öfter richtig gut. Und glücklicherweise beließ man es bei einem einzigen selbstbeweihräucherndem Song der Frankfurter Schule. Kräftige Refrains zum Fäusteballen, ein paar Chöre zum Mitgrölen und eine fette Produktion machen das Vergnügen perfekt. Im alle Texte enthaltenden Booklet präsentiert man sich mit professioneller Gestaltung und ebensolchen Bandfotos stylisch ohne Ende. Für Punk-Puristen ist das sicherlich nichts; aufgeschlossenere Menschen, die bei den Begriffen „Metal“ oder „Streetrock“ nicht gleich panisch die Flucht ergreifen, sollten aber unbedingt mal reinhören. Wem bereits das Debüt zusagte, kann blind zugreifen. Eine beachtliche Steigerung – von dieser Band wird man noch viel hören. 14 Songs in 48 Minuten ohne einen einzigen Ausfall! 2. Günni
Curbs – The City Of Dreaming Spires CD
(Pate Records, FinestNoise Promotion)
Wenn man "Britpop" macht, aber leider aus Österreich kommt gibt’s nur eine Lösung: Man fliegt nach Oxford um dort Album Nummer drei einzuspielen. Gesagt, getan. So Britpop like finde ich die Scheibe jedoch gar nicht. Klar, hier und da kann man das ganze schon in die Kiste einordnen, aber all in all haben "Curbs" hier eine schöne Pop Platte eingespielt, die eher Fans von Reamonn als von Oasis begeistern dürfte was aber absolut nicht negativ gemeint ist. Das hier erfahrene Mucker am Start sind hört man sofort und topp ist wirklich die Produktion. Alles glasklar produziert und man fühlt sich beim hören, als schwebte man im Orbit. "Spare Parts" oder "Sunshine Skyway" mal antesten.
Note: 3 Marcel
Die Arbeitslosen Bauarbeiter – Live Im SO 36 Berlin CD
(www.pukemusic.de)
DIE ARBEITSLOSEN BAUARBEITER aus Karl-Marx-Stadt haben im Dezember 2009 ein Live-Album im Kreuzberger SO36 aufgenommen, das zu beurteilen mir schwer fällt, da ich bisher quasi nichts von der Band kannte. Musikalisch würde ich das als Funpunk mit ein wenig Asi-Charme à la LOKALMATADORE oder so einordnen. Der Live-Sound klingt sehr ordentlich und macht Laune, scheint eine gelungene Party gewesen zu sein. Ein paar Ohrwürmer sind ebenso dabei wie Coverversionen der TOTEN HOSEN („Auswärtsspiel“), von BLUR („Song 2“) und von J.B.O. („Ein Fest“). Die Platte hat viel Energie und verleitet zum hektischen Mitwippen und Biertrinken, was das gut zu hörende Publikum sicherlich auch tat. Dem tut auch der lispelnde Sänger keinen Abbruch. Ohne lange Ansagen oder Pausen folgt ein Song auf den nächsten, bis nach 18 an der Zahl nach 48 Minuten der Ofen aus ist. Für Freunde der Band bestimmt eine gute Wahl, zumal die Songs – obwohl ich die Originale gar nicht kenne – klingen, als würden sie um einiges flotter als auf den Studioalben vorgetragen werden. Als Bonus wurden noch drei Videos auf die CD gepresst, davon ein im Proberaum aufgenommener Clip sowie zwei Live-Clips vom Konzert. Ohne Wertung. Günni
Dumbell – Death Ray CD
(Out On No Solution Records / Distribution Cargo Records)
Ich weiß nicht der wievielte Streich der Band dieses Album tatsächlich ist, aber neu im Geschäft sind die Jungs ganz sicher nicht. Mit einer fetten Sound-Dampfwalze rollt die Cd hier ins Haus und rückt den heutzutage leicht verschobenen Rock´n´Roll erstmal gerade. Wobei es hier mit einem einfachen Durchlauf nicht abgetan ist. Die CD brauchte schon mehrere Anläufe um dann auch die volle Wirkung zu zeigen. Lässt man sich auf den Dampfhammer Sound von Dumbell ein, entfaltet die Platte eine wirklich deftige Form von modernem Punk´n´Roll. Abseits der üblichen Bands wie Bones und Konsorten, mischen die Jungs einen Eintopf aus den Dead Boys, Misfits und einer guten Prise 80er Jahre Hardrock zu einer lecker angenehmen Sauerei. Schwere Gitarren, satter Sound und ein gewisses Gefühl für druckvolle Songs, ohne dabei Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, sorgen hier für angenehmes Hörvergnügen. Der Sänger klingt dann und wann schon mal nach Glen Danzig und an manchen Stellen versteckt sich auch ein gut rein gehender Refrain. Die Band selbst, die laut Internet in der Vergangenheit einen gehörigen Verschleiß an Mitglieder hatte, nennt ihren Sound „Doomsday Punk“, wo man sich ja eigentlich alles und nichts drunter vorstellen kann. Fakt ist aber, egal wie man es nennt, dieses Gebräu läuft relativ satt aus den Boxen und hat wirklich Potenzial zum mitreißen, auch wenn man mit Hardrock generell nicht soviel am Hut hat. Also nicht abschrecken lassen, das Gemisch hat durchaus Hand und Fuß und ist mit genügend Punkrock abgemischt um über die Hardrockelemente hinweg zu täuschen. Als Beweis am besten mal „“Stay Away From Me“ rein ziehen. Ein fetter Punkrocksong mit quietschenden Gitarren mitten ins Gesicht. Für die Rock´n´Roll lastigere Variante dann besser den Song „Big City Boy“ nehmen. Überhaupt gehen hier Rock`n´Rolligere Songs mit Punkrock-Songs und eben auch Hardrock verfeinerte Songs eine angenehme Partnerschaft ein und wechseln sich verhältnismäßig gut ab. Nach ca. 5 Durchläufen hatten mich die Jungs dann schließlich auch überzeugt und mit einem für meine Verhältnisse nicht so oft gehörten Sound durchaus mehr als überrascht. Note: 2 Daniel
Insite – Unter den Dächern dieser Stadt CD
(MaxPowerRecords, www.myspace.com/insiteband)
Melancholische Schieflage, Texte in Deutsch und Englisch und leicht alternativ anmutende Klänge kommen von dieser noch recht jungen Truppe aus dem schönen Haltern am See, die teilweise über ihr Leid in einer deutschen Kleinstadt klagt. Die Cd fängt mit einem Geräusch von prasselnden Regen an und entpuppt sich als Schlechtwetter-Album. Die Jungs hängen verdammt fest in ihrer Melancholie, die sich wie ein roter Faden durchs Album zieht. Zwischen ganz sanftem Deutsch-Punk und gitarrenlastigem Alternativrock wird hin und her gependelt, wobei die alternative Schiene zumeist Oberwasser hat. Die 5 englischen Stücke gehen schon teilweise in eine recht Wavige Richtung, die sich aber nicht so hundert prozentig einkreisen lässt. Bei den deutschen Stücken sind ebenfalls 5 Songs vorhanden, wo 2 Songs als ganz nett durchgehen und Punkrock zumindest ankratzen. Zum einen wäre das „Ein bisschen Kapitalismus“ bei dem es sich um unsere scheinheilige Konsumgesellschaft dreht und zum zweiten noch das Stück „Das Letzte Eis“ das so ein bisschen in die Richtung von Turbostaat läuft. Die depressive Grundstimmung der Stücke nagt spätestens ab der Hälfte schwer an meinen Nerven und wird teilweise schon sehr anstrengend. In der zweiten Hälfte der CD wird es dann auch noch sehr schmusig und melancholisch wie bei „The Lyrics & The Feelings“ und „The Reason“. Hier artet das Album dann in langweiliges Gitarrengedudel mit englischen Texten aus. Boah nee, da ist bei mir dann auch der Höhepunkt erreicht. Das ist dann überhaupt nicht mehr mein Soundtrack, auch nicht für einen verregneten Sommertag. Da greif ich dann lieber zu Joy Division oder ähnlichem. Während die CD bis zum Stück Nr. 5 noch eine ganz angenehme Figur gemacht hat, geht es danach steil bergab. Für Gefühlsromantiker mag so was ganz nett sein, für andere eher anstrengend und langweilig. Im Übrigen endet die CD auch mit dem Regengeräusch, während ich mich gedanklich schon mal auf meinen bevorstehenden Spanienurlaub einstelle. Note: 4- Daniel
New Device – Taking Over MCD
(Gordeon Promotion)
Die Londoner Hardrocker "New Device" haben es auf die Stadien dieser Welt abgesehen und haben vor, eben diese in bester Rock Tradition wie einst Guns`N`Roses zu füllen. In vollen Stadien haben sie auch schon gezockt, wenn auch "nur" als Bon Jovi support. Die Single vom gleichnamigen Album kann man auch gut in diese Sparte einsortieren. Jedoch klingt das ganze viel moderner und poppiger als der klassische Hardrock Sound und so dürfte dieser Song auch Freunden von Funeral for a friend oder Story of the year gefallen. Zum Stadion voll machen wird das ganze noch nicht reichen, aber für den ein oder anderen Club sicherlich. Bin gespannt auf das ganze Album. Note: 2 Marcel
Outsmarted – The Amoral Ranger CD
(Locksaw Records, FinestNoise Promotion)
Band bzw. Labelinfos bringen mich oft auf den falschen Weg. Meldoic Hardcore gibt`s nämlich nicht auf der ersten Full length der jungen Österreicher. Gehen die ersten Tracks (Namen der Songs liegen mir leider nicht vor) noch ab und an etwas in Richtung Rival Schools, verzettelt man sich zunehmend im sperrigen, sehr Break orientierten Post / Indie Rock, welcher mich teilweise eher an Britischen Schrott der Marke Hives als an Ignite erinnert. Zudem fehlen hier einfach die richtig großen Melodien und Killer Hooks, die ich von solch einer Art Mucke erwarte. Ein weiteres Manko ist der Gesang von Fronter Oliver, der irgendwie so gar nicht zu dem Rest der Mucke passt. Hätte man den Weg der ersten zwo, drei Tracks weiter verfolgt, wäre sicher mehr drinnen gewesen, aber man merkt, wie der Band nach und nach die Luft ausgeht.
Note: 4 Marcel
Pack Of Wolves – A Nice Black Suite CD
(Locksaw Records, FinestNoise Promotion)
Unter einem Rudel Wölfe stellt man sich Gewalt, Hass und Energie vor. Das alles suche ich auf dem Album der Österreicher jedoch vergeblich. Auch nach zig Durchläufen will der Stuff bei mir einfach nicht zünden. Geht der erste Song "On My Phone And Knees" noch als o.k. durch, zeigen sich beim Rest der Platte doch die Mankos der Band. Das Songwriting ist einfach zu schwach als das man hier ganz groß punkten könnte. Auch gesanglich gibt`s einige Abzüge. Am besten zu hören bei "Has The World Changed Or I Have I". Um wirklich an die Beatstakes anknüpfen zu können, die im Info genannt werden und an die mich die Mucke dann und wann erinnert, ist es noch ein ganz ganz weiter Weg mit viel Arbeit. Note: 4 Marcel
Paranoia – Stich ins Herz CD
(www.sx-punx.de)
Der direkte Stich ins Herz gelingt den Schwerinern mit ihrem Debut zwar noch nicht, aber nette Ansätze sind schon mal ein Anfang. Einfacher Oi!-Punk, der relativ weit entfernt vom momentanen Trend liegt, hat der Vierer sich auf die Fahne geschrieben. Während es bei vielen Bands aus dem deutschen Oi! Bereich rumpelt und knirscht, zwecks Härte und Glaubwürdigkeit, versucht das gemischte Doppel (2 Skinheads, 2 Punks) es hier mit der melodiösen Schiene. Gelingt ihnen soweit schon ganz gut, auch wenn es textlich hier und da mal ein wenig hakt vom reimen her, läuft die Cd dennoch relativ unaufdringlich durch. Zwei Songs mit Offbeat bzw. Ska-anleihen („Ich weiß es nicht“ & „Jamaika“) werden verbraten und lockern das Teil noch ein wenig auf. Insgesamt gibt es hier zehn Songs die man sich problemlos nebenbei rein ziehen kann, bis auf das Gitarrenlastige Instrumental „Florentine“ das hier scheinbar als Lückenfüller herhalten musste. Musikalisch erinnern mich die Jungs an manchen Stellen ein wenig an die Gumbles auf ihrer ersten Platte. Textlich gibt es hier keine hochkarätige Lyrik. Den Jungs geht es im Großen und Ganzen ums feiern, ihrer Band und relativ belanglosen Themen die mit leichtem Humor rüber gebracht werden. Mir fehlen hier ein bisschen mehr einschlägige Themen um aus der Belanglosigkeit heraus zu kommen. Die meisten Songs laufen daher zwar unkompliziert durch, aber lassen auch nicht gerade aufhorchen. Auf Dauer kann mich die CD sicher nicht wirklich begeistern. Dafür fehlt es mir hier einfach zu oft an Tiefgang. Eigentlich komisch, denn beim Song „Alptraum“, der hier aus der Rolle fällt und auch gleichzeitig als Highlight her halten kann, klappt es doch auch. Jungs schreibt mehr von solchen Songs, denn der geht wirklich gut rein. Der Rest tut sicherlich keinem weh, lässt aber auch keinen in Jubeln und Klatschen ausbrechen. Kann man ganz angenehm hören, muss man aber nicht zwingend. Note: 3-4 Daniel
Perkele – Always Coming Back Promo CD
(Bandworm Records, www.oi-punk.de)
Im Rahmen des neuen Perkele Album “Perkele forever” hat Bandworm hier eine schöne 6 Song Promo CD, auf der es einen neuen Song (Always Coming Back), sowie 5 schon bekanntere Tracks zu hören gibt (u.a. eine Akustik Version von „Heart Full Of Pride“). Der Song vom neuen Album macht verdammt Hungrig auf das komplette Album, das auch die Tage erscheinen müsste und präsentiert Perkele in gewohnter Höchstform. Wenn das Album das halten kann, was dieser Track verspricht, dürfte ein weiterer Meilenstein im Skinhead Bereich das Licht der Welt erblicken. Ohne Wertung! Frank
Peter Pan Speedrock - We Want Blood CD
(www.peoplelikeyourecords.com)
Ein hartes Brett wird hier von den Holländern los getreten. Mit durchgedrücktem Gaspedal gibt es, wie der Bandname es schon vermuten lässt, Speedrock mit Hardrockanleihen in der Tradition von Motörhead. Immer geradeaus und voll auf die 12 geht es hier mit hartem Sound wie am Fließband durchs Album. Na gut, kleine Ausnahmen wie der Mid-Temposong „Just Another Day“ oder auch „Bad Energy“ gibt es auch, aber beim Großteil wird hier nahe Anschlag gespielt. Mir ist der Sound auf voller Albumlänge ein wenig zu eintönig, wobei ich aber zugeben muss das ich die Band bzw. den Sound nie wirklich mochte. Mir fehlt hier eindeutig Abwechslung, wie bei fast allen Bands aus diesem Genre. Harte metallische Gitarren und ein derb aggressiver Gesang dominieren, wie schon auf vorangegangen Alben, die Szenerie. Zum Teil zwar mit fetten Riffs ausgestattet, aber dennoch ohne ordentlich herausragende Momente. Ich bin mir sicher, es werden sich genügend Leute finden die die Platte abfeiern werden. Nicht umsonst gibt es die Band schon so einige Tage und ebenso haben die 3 durchaus eine relativ große Fangemeinde. Ich denke Fans werden auf ihre Kosten kommen und Kritiker der Band werden weiter Kritiker bleiben. Mich haben sie jedenfalls auch diesmal nicht überzeugen können, dafür ist der Stil zu genau definiert und vorgegeben. Mir fehlen bei dem Sound irgendwie die kleinen Abwechslungen bringenden Überraschungen, denn so rauscht die Platte ziemlich schnell an mir vorbei ohne das was übrig bleibt. Note: 4 Daniel
Run And Hide – Way Of Life CD
RWP Records, www.rwp-rec.com)
Sehr melodischen, aber dennoch harten Old School zocken Run And Hide aus`m Saarland. Die Mucke und speziell der Gesang erinnern angenehm an BF29 oder alte Homerun.Cool ist, dass das Gaspedal nicht nur durchgetreten wird, sondern lieber auf dicke Midtempo Parts gesetzt wird, was der Band sehr gut zu Gesicht steht. Die EP ist ordentlich und transparent produziert, alleine die Gitarren und Drums könnten meiner Meinung nach noch `ne Spur mehr knallen. Ansonsten `ne coole Scheibe. Note: 2 Marcel
SN – Punx # 8
(www.sn-punx.de)
Wie so oft bei einem Fanzine zählt für mich immer an erster Stelle erst einmal der DIY-Gedanke. So auch bei dem kleinen aber doch äußerlich recht nett aufgemachten A5er aus dem Schweriner Raum. SN-Punx, die nebenbei auch noch ein kleines Label unterhalten, haben hier eine kurze aber doch halbwegs annehmbare Ausgabe aufs Papier gebannt. In die 8. Runde geht es diesmal mit einem ganz netten Interview der Jungs von bORDERpAKI, aus dem hervorgeht welche Geschichte zu diesem unverständlichen Namen gehört. Unter anderem wird erzählt wieso man sich vom Nix Gut Label verabschiedet und zu SN-Punx gewechselt hat. Weiter geht es mit einem Interview der Amis von Stone Sour. Wem der Name jetzt nicht so viel sagt, Stone Sour ist ein Nebenprojekt des Sängers von Slipknot. Nun denn, wer es mag. Ich kann mit Slipknot nichts anfangen und nach dem was ich so gelesen habe, auch nicht mit Stone Sour. Einen Konzertbericht der sympathischen Italienern von den Offenders gibt es, der allerdings mit allerhand privaten Erlebnissen des Schreibers gespickt ist. Schade, ich hätte mir lieber einen ausführlicheren Bericht über die Ska-Band selbst gewünscht, als um das ganze Drumherum. Naja, beim lesen stellt man fest das der Schreiber an dem Wochenende wohl eher einen Konzertmarathon hingelegt hat, anstatt sich hundert Prozent der Bands zu widmen. 3 Seiten bzw. 4 Seiten lang gibt es die üblichen Reviews die sich jedoch zum Großteil dem Deutsch-Punk widmen. Auf der 4. Seite geht es komplett um ein Review der DVD von Stephan Weidner. Irgendwie scheint es beim SN-Punx keine wirklich vorgegebene Richtung zu geben, was ja an und für sich absolut positiv zu bewerten ist. Ich denke mal rein kommt was gefällt, jedoch kann ich mit Sachen wie Stephan Weidner und Slipknot nicht wirklich was anfangen. Beides Namen die mir mehr oder weniger am Allerwertesten vorbei rauschen. Ganz nett ist noch ein Konzertbericht über 2nd District die in Schwerin zum Tanze aufgespielt haben, neben einigen Konzertberichten von unbekannteren Bands. Aufgrund des persönlichen Schreibstils bei den Konzertberichten nehme ich mal an, ist das Fanzine als erstes interessant für Leute aus dem direkten Umfeld der Macher. Für Leute die aus dem entgegengesetzten Teil der Republik stammen, dürften eigentlich nur die Bandinterviews von Interesse sein. Somit ist das Fanzine auch nur bedingt empfehlenswert. Entweder ihr kommt aus der Ecke dort oben, oder ihr seid scharf auf ein spezielles Interview. Andererseits kann man mit dem Preis von 1 Euro auch nicht viel verkehrt machen und so würde ich mal sagen das dies eine leicht durchwachsene Ausgabe geworden. Note: 4 Daniel
Spermbirds – A Columbus Feeling CD
(www.rookierecords.de)
Lee Hollis ist zurück. Für die meisten waren die Spermbirds ohne ihn eben nicht die Spermbirds.
Ich fand die Sachen mit Ken Haus alles andere als schlecht, vielen war das aber zu Metal. Egal. "Columbus Feeling" dürfte sicher einige Leute glücklich machen. Der Stuff und vor allem die Vocals erinnern sehr oft an die Dead Kennedys, was ja eigentlich nie verkehrt sein kann. "Matter Of Fact", "Let Me Think", "Black In A Rainbow" oder der Titeltrack selber dürfte dem ein oder anderen Tränen in die Augen treiben. Die restlichen Tracks sind keineswegs schlechter, fallen aber im Vergleich doch ein wenig ab. Somit bleibt unterm Strich ne coole Platte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Note: 3 Marcel
Stakeout – geschenk an die welt CD
(www.volksmusike.de)
Auf einem gefährlich dünnen Drahtseil zwischen Punkrock und Deutschrock bewegen sich die Stakeouts. Sauber produzierter Poppunk mit einem dicken Spritzer Deutschrock ala Kettcar oder auch But Alive gibt es auf dem äußerlich fein aufgemachten Diggipack zu hören. Weitere Einflüsse dürften hier definitiv die Ärzte sowie auch Wizo gewesen sein. Allerdings kommen die Jungs um einiges glatter als Wizo rüber und da liegt eigentlich das Problem begraben. Gelegentliche Offbeateinlagen sorgen zwar für Abwechslung, aber im Großen und Ganzen juckt die Platte mich nicht wirklich. Die Jungs sind gut beim spielen, die Texte teilweise sehr intelligent ausgedrückt und Peinlichkeiten werden zum Großteil geschickt umfahren, aber trotzdem zündet diese Sorte Punkrock bei mir nicht richtig. Hier gibt es so gut wie keine Provokation, zu wenig Wut und auch sonst wird scheinbar deutlich darauf geachtet das man nicht aneckt damit der Nachbar nächsten Morgen noch grüßt. Die Stakeouts spielen Punkrock mit dem man seine Eltern für subkulturelle Musik begeistern könnte. Ich weiß nicht ob das der Sinn von dem war was ein gewisser Johnny 1976 mit einigen anderen exzentrischen Musikern zusammen gebastelt hat, aber mein Schuh ist das nicht. Wobei man allerdings auch nicht verleugnen darf das die Bandmitglieder wirklich gute Musiker sind. Was hier geboten wird ist musikalisch versierter Poppunk der mit jeder Menge unauffälliger Abwechslung technisch sehr gekonnt vorgetragen wird. Nur die Symbiose mit den Texten, die zwar sehr gehaltvoll wirken, aber bei genauerem betrachten dann doch zu leer sind um zu provozieren, ergibt in meinen Ohren dann ein zu lahm zündendes Gemisch. Wer glattpolierten Poppunk mit Abitur mag kann gerne mal ein Ohr riskieren bei Stücken wie“ Eisberg1, Titanic0“ oder auch „Vive La Contenace“. Letzterer beginnt mit einem chilligen Reggae-Rythmus und mutiert nach ein paar metallischen Gitarrensolos zu rundem Punkrock. Wie schon erwähnt, die Jungs schaffen immer wieder die ein oder andere kleine Überraschung in den Songs mit einzubauen und sorgen so eigentlich ganz angenehm für Abwechslung. Bei einem der Songs kommt zwischendurch zum Bsp. ein kurzes Zitat von Ramstein zum Einsatz. Diese und ähnliche kleine Überraschungen machen die Songs dann eigentlich wieder ein kleines Stück sympathischer, was mein Gesamturteil jedoch nicht mehr wirklich beeinträchtigt. Fans von den weiter oben genannten Bands können ja vorsichtshalber mal ein Ohr riskieren. Ich zieh mir jetzt erstmal ein bisschen 77er Punkrock rein. Note: 4+ Daniel
Talco – La Cretina Commedia CD
(www.destiny-tourbooking.com)
Vergesst die langweiligen Gogol Bordello! Talco ist zurück mit einem neuen Album. Nach ca. 2 Jahren schieben die Italiener den würdigen Nachfolger zu Mazel Tov hinter her. An den Zutaten hat sich nicht viel geändert, außer das man seinen Sound weiter und weiter perfektioniert hat. So allmählich müsste sich auch hierzulande der Erfolg einstellen, als eine der hoffnungsvollsten Folk-Punkbands Europas. Talco verbinden Elemente der Klezmer Musik, italienische Folklore, mit Ska und Punkrock zu einer höchst seltenen aber unwillkürlich zündenden Mischung. Einzige Band die annähernd als Vergleich herhalten könnten wären Gogol Bordello, die aber lange nicht so viel Feuer im Herzen haben wie Talco. Messerscharfe Bläsersätze die sich in die Gehörgänge schneiden, dazu massig Melodien und ein irres Tempo machen den Sound von Talco dermaßen kreativ das einem die Spucke weg bleibt. Italienische Texte sorgen für ein authentisches Bild, denn in Englisch oder irgendeiner anderen Sprache würde der Sound einfach nicht harmonieren. Wer Talco immer noch nicht kennt, soll, äh nein, muss nun endlich zugreifen und sich von der Musik einfach mal überraschen lassen. Nach einem kurzen einstimmenden Intro geht es auch schon los. Talco schmettern hier einen Hit nach dem anderen raus. Der erste Höhepunkt ist bei dem 4. Stück erreicht mit „Punta Rais“ wer hier nicht überzeugt wird, dem ist sicher nicht zu helfen. Danach geht es weiter mit „La Parabola Dei Battagghi“ bei dem eine Banjoähnliche Gitarre zum Einsatz kommt und sich ebenfalls als Hit herausstellt. Ach eigentlich gibt es hier etliche Hits. Wer dem Album einen unvoreingenommenen Zugang gibt, wird hier mit einer mehr als abgefahrenen Scheibe belohnt. Wie schon beim Vorgänger ist auch das neue Werk wieder ein Konzeptalbum geworden und dreht sich um das Leben und die Ermordung des Mafiagegners und Linksaktivisten Guiseppe Impastato, wovon man aber aufgrund der italienischen Texte nicht viel von mitbekommt. Hier spricht einfach die Musik die an manchen Stellen, wie bei Folk oftmals typisch, einen leichten melancholischen Touch hat und trotzdem einen fröhlichen Eindruck hinterlässt. Kurze Verschnaufpausen gibt es auch in Form von ruhigen Anfängen die sich dann im Laufe der Songs wieder zu abgehenden Stücken steigern, oder auch das Stück „Perditto Maggio“ das sich als komplett entspannter Song entfaltet. Wer Interesse an den Texten hat wird auch fündig in dem dicken Booklet, dass neben den italienischen Versionen auch zu jedem Lied eine englische Übersetzung parat hat. Wer nicht unter nervösen Unruhen leidet und mit schnellen Sounds keine Probleme hat wird an Talco früher oder später nicht vorbei kommen. Fans wissen schon lange das Talco eine mehr als interessante Kapelle ist und werden sich die Cd sowieso zulegen. Allen andern kann ich die Band nur wärmstens empfehlen. Hier wird sicher keiner enttäuscht. Note: 1 Daniel
Total Oi! Festival 2009 – Doppel DVD
(www.contra-net.com)
Meine Fresse, das hat aber auch gedauert, bis ich mir alles angeschaut habe. Das vierte Mal hat das Total OI! Festival in Torgau stattgefunden, und Contra Records hat in Zusammenarbeit mit Bandworm dieses Monstrum an DoDVD veröffentlicht. Mit insgesamt 4 Kameras (wenn ich richtig gezählt habe) wurden an den beiden Tagen die Bands und das Publikum gefilmt. So gaben sich am ersten Tage insgesamt 8 Bands die Ehre, am zweiten gab es 9 Bands zu bewundern. Von jeder Band gibt es 2 vollständige Songs zu sehen und bewundern, von den Produzenten der Froide gibt es nur einen Song, einen Studiosong wurde da über die Liveaufnahme gelegt. Natürlich gibt es noch viel mehr Musik zu schauen und zu hören, von jeder Band (bis von den Produzenten der Froide) gibt es ein Medley aller Ihrer gespielten Songs zu bewundern. Eine sehr gute Idee, um sich von den Livequalitäten zu überzeugen. Das haben leider nicht viele Bands vom ersten Tag bzw. der ersten DVD bei mir geschafft, lediglich The Ruckers, Bonecrusher und Wiens No. 1 konnten überzeugen. Vor allem Bonecrusher haben alles in Grund und Boden gerockt, ist schon Wahnsinn, was die alten Herren dort abgeliefert haben. Mein ganz klarer Favorit der ersten DVD. Die anderen Bands heißen Combat 77, Roughnecks, Unantastbar und Smegma, deren Darbietungen in meinen Ohren nicht über den Durchschnitt hinwegkommen. Musikalisch ist auf der zweiten DVD eine klare Steigerung zu erkennen, Volxsturm, Bovver Boys, die leider nicht mehr existierenden Guts`n`Glory, Evil Conduct, Gumbles und die genialen Gimp Fist sorgen da für einen ganz anderen Standard. Warum allerdings die Schusterjungs als Headliner gespielt haben, bleibt mir ein Rätsel, Lokalpatriotismus??? Die verbliebenen nicht genannten Bands sind Ghostbastardz und Dominator. Zusätzlich gibt es auf beiden DVD`s Bonussongs zu bewundern, 11 an der Zahl, bei denen es sich fast ausschließlich um Coverversionen handelt. Puh, das war es dann auch fast mit der Mucke, dürfte für mehr als einen bierseligen Abend reichen. Was für den Unterschied an musikalischer Qualität zählt, gilt ebenfalls für die Interviews mit einigen der Bands. Bei einigen geistigen Ergüssen überkam mich schon fast Fremdscham, während die Bands der zweiten DVD weitaus angenehmer sind. Der größte Kritikpunkt zum Schluss, und zwar die „Besucherreportage“, wo an- oder volltrunkene Skins und Punks Ihre geistigen Ergüsse von sich geben. Das ist nicht lustig, sondern nur peinlich, hätte man sich sparen können. Das Preis-Leistung Verhältnis ist mehr als ok, und das man nicht alle Bands so prall findet ist klar. Trotzdem überwiegt das Positive, somit gibt es eine 2- sickguy77
Truppensturm - "Salute To The Iron Emperors" CD
(VAN-Records, www.myspace.com/truppensturm)
Truppensturm hinterlassen verbrannte Erde. Sonst nix. Es ist unglaublich und auch schon sehr lange überfällig gewesen, dass man mal wieder solch ein Inferno geboten bekommt. Eine knappe halbe Stunde lang öffnen Truppensturm das Tor zur Hölle und liefern den idealen Soundtrack für das Schlachtfeld. Hier wird alles niedergemetzelt und nach dem Ende der CD, ist man fix und alle, schreit aber förmlich nach mehr und will eine weitere Runde Qualen erleiden. Es ist schwer die Berliner in eine Schublade zu stecken, aber "War Metal" bringt es ganz gut auf den Punkt. Die Mucke ist eine Mischung aus absolutem "Old School" Black Metal mit `ner Portion Grind Core. Hier und da schimmern sogar ganz alte Napalm Death durch. Ganz ganz großes Kino. Ach ja. Wer aufgrund des Names direkt wieder an `ne Nazi Combo denkt, sollte erstens überlegen auf welcher Seite er das hier gerade ließt, sich darüber informieren wo die Band diesen Namen überhaupt her hat, oder einfach kacken gehen. Note: 1 Marcel
THE CREEPSHOW - They All Fall Down CD
(www.peoplelikeyourecords.com)
Schon bei ihrer letzten Platte haben die Kanadier ein verblüffendes Niveau an den Tag gelegt und den eingeschlagenen Weg weiter verfolgt. Konsequenterweise schlägt das neue Album so ziemlich in dieselbe Kerbe und überrascht zwar nicht mehr so wie das letzte Album, weiß aber genauso gut zu begeistern. Für diejenigen die Creepshow noch immer nicht kennen sollten. Die Kanadier spielen einen wirklich eingängigen modern-poppigen Psychobilly, mit catchy Refrains und verspielten Melodien. Wobei poppig nicht heißen soll sanft und langweilig, sondern eingängig und mitreißend. Nicht zu hart und ebenfalls nicht zu lasch. Eigentlich genau die richtige Portion Härte um mit dem angenehmen weiblichen Gesang von Frontfrau Sarah eine wirklich feine Symbiose einzugehen. Spooky Moments fürs düstere Flair sind garantiert, spätestens wenn die schräge Orgel mit einsetzt wie beim Song „Get Whats Comming“ oder „ Road To Nowhere“. Für Abwechslung sorgen Stücke wie „ Hellbound“ bei dem es sogar mit Bläser und Piano zur Sache geht und eine Mischung aus Bosstones meets Kings Of Nuthin kreiert wird. Eigentlich wieder eine rundum gelungene Scheibe, mit der The Creepshow mittlerweile auch die Mädels von den Horrorpops überholt haben dürften. Nicht nur das die Band eine ganze Ecke sympathischer als das Aushängeschild des weiblichen Psychobillys rüber kommen, nein Creepshow kommen auch eine ganze Kante fetziger und abwechslungsreicher über den Hörer rein und sind zu allem Überfluss auch noch öfter bei uns live zu bewundern. Wer die Gelegenheit hat die Band live zu sehen sollte nicht zögern, denn live kommen die Psychos wirklich fett rüber, wie auch auf Tonträgern. Diese CD ist wieder uneingeschränkt allen zu empfehlen, die was für melodischen Psychobilly mit leichtem Popappeal, unkonventionellen Horrorpunk oder auch Rock´n´Rolligen Punkrock übrig haben. Wie beim Vorgänger handelt es sich hier wieder um ein Szeneübergreifendes Werk mit mehr als guten Songs am Start. Note: 2+ Daniel
V.A.: Mit Der Raupe Fahr´n CD
(Bear Family, www.bear-family.de, Starkult Promotion)
Wer aus dem Ruhrgebiet kommt und vielleicht noch so ein alter Sack wie Ich bin, dem dürfte die „Steiger Raupe“ ein Begriff sein, denn schon seit mehreren Jahrzehnten gehört dieses Fahrgeschäft auf jede Kirmes, wie die Klopperei auf jede (zumindest frühere) Kirmes
Meine Wenigkeit hat wohl im zarten Alter von 6-7 Jahre das erste Mal Bekanntschaft mit der Steiger Raupe gemacht und diese war ein großer Begleiter meiner Pubertät Zeit, denn dort verliebte Ich mich unsterblich in ein Mädchen, das aber nicht auf Gegenseitig beruhte und so musste ich mich mit einigen, gemeinsamen Fahrten mit Ihr, zufrieden geben. Kurz bevor, jede Fahrt endete, wurde noch der „Teenager“ und „Playboy“ vom alten Steiger persönlich (R.I.P.) gewählt, was eine freie Fahrt bedeutete und man war natürlich stolz wie Oscar, wenn sein eigener Wagen aufgerufen wurde, hahahaha. Cool, wie man damals war, stand man natürlich während der kompletten Fahrt und wollte so den Mädchen imponieren, was auch, zumindest Anfangs, gelang.
Wenn Ich so beim Schreiben zurück denke, muss Ich sagen, dass es schon eine verdammt großartige Zeit war und ich eine verdammt coole Kindheit hatte. Das Bremer Eins Team der „Oldiebörse“ hat nun einen Sampler zusammengestellt, auf dem es Mucke zu hören gibt, die die Steiger Raupe begleitete, auch wenn es natürlich unmöglich ist, die „echten Hits“ zusammen zu stellen, da ja jeder eine andere Musikepoche erlebte, während er die Raupe kennenlernte und auch Ich hätte diesen Sampler komplett anders zusammengestellt, aber die Nostalgie lebt in diesen Songs und darum geht es auch eigentlich nur. Überwiegend gibt es Songs aus den 50ziger und 60ziger zu hören und selbst die Schnulzen Combo „Die Flippers“, man möge es nicht glauben, hatten mal einen Hit mit Ihrem Song „Mit der Raupe fahr´n“, mit der dieser Sampler auch eröffnet wird. Dieser Song ist der „jüngste“ und zwar von 1982. 32 Bands / Interpreten sind hier vertreten und die edle CD, die im Digi-Pack erscheint, hat noch ein sehr gelungenes Booklet mit Fotos, was das Gesamtpaket perfekt abrundet. Alle Interpreten jetzt hier aufzulisten ist mir zuviel Arbeit, aber Ihr könnt das auf der hauseigenen Homepage selber in Angriff nehmen, denn so lernt Ihr dieses Label vielleicht kennen und Lieben, denn das Label hat noch Tonnen mehr an Releases und vielleicht ist ja der ein oder andere Tonträger für Euch dabei. Ich werde mir jetzt noch einmal die Mucke reinziehen und mich jetzt schon auf die Sterkrader Kirmes freuen, um dort, auch nächstes Jahr, eine Runde mit der „Steiger Raupe“ zu fahren und in Erinnerungen zu schwelgen. 1 Frank