Archiv für den 25. Jul 2010



Vainstream Festival 2010

Als wir gegen 9.30 in Münster bzw.beim Festivalgelände ankommen ist es bereits brechend voll.Mag zum einen am super Wetter liegen oder einfach daran,das sich das extrem junge Publikum einfach keine Band entegehen lassen möchte.Ein Platz im Parkhaus ist locker gefunden und auch die 3 Euro Parkgebühr für den ganzen Tag gehen vollkommen o.k.

Die Bändchenausgabe läuft perfekt und ratz fatz stehen wir schon vor der Bühne.Es gibt zwei Stages wo jeweils abwechselnd die Bands auftreten.Hat natürlich den Vorteil,das die eine Band ihren Soundcheck erledigen kann,während die andere Combo zockt.Somit wird der Zeitplan sehr gut eingehalten.Da Raised Fist zur Entäuschung vieler nicht spielen können,stehen The Faceless noch auf der Bühne und zocken ihren sehr progressiv angehauchten Death Metal ins Publikum.Viel geht noch nicht,aber ein paar Hörner werden gen Himmel gestreckt.

Aln nächstes stehen Bleeding Through auf`m Plan und hauen uns ihren derben Straight Edge Hardcore mit  Metal Schlagseite, inklusive Keyboards um die Ohren.Es entsteht der erste große Circle Pit des Tages (wir haben ca.10.30 Uhr) und die Kids gehen derbe ab.Fronter Brandan Schieppati ist eh immer agil und sammelt Plus Punkte durch seine sympathischen Ansagen.

Die Amis Job For A Cowboy prügeln danach ihren Break verliebten Death Metal in die Massen,der technisch sicherlich über allen Zweifel erhaben ist,aber hängen bleibt nicht viel.Neaera haben heute ein Heimspiel,welches sie auch ausnutzen.Ihren melodischen Death Metal zocken die Burschen mit Herzblut und Sänger Benny kommt ultra nett rüber.Cool ist, das sein Opa im Neaera Shirt auf die Bühne kommt ,um endlich mal eine Wall Of Death live zu sehen.Eben jene bekommt er auch prommt serviert.Fetter Gig.

Der Unearth Gig wird durch Europe`s "The Final Countdown" eingeleitet.Den gibt`s auch,und zwar in Form fetter Mosh Parts und technisch perfektem Metalcore.Selbst wer die Mucke der Amis nicht mag;das gepose muss man einfach lieben.Am coolsten wie immer Gitarrist Ken Susi,der einen derben Rotzbrocken in die Luft spuckt,mit der Hand wieder auffängt,und sich als Gel in die Haare schmiert.Für mich mit die Gewinner des Tages.Skindred verpassen wir, weil wir nun einfach mal was futtern müssen.

Alexis On Fire zocken eine coole Mischung aus melodischem Post/Indie/Hardcore,mal mit schönen ruhigen Parts,welche gut mit diversen Wutausbrüchen harmonieren.Atreyu sind Rockstarts.Punkt.Etwas zu einstudiert wirkt ihre Performance,aber sie rocken trotzdem wie Sau.Das Publikum dreht eh durch und mit Bon Jovis Hit "Living On A Prayer" gibt`s noch ne coole Coverversion obendrein.36 Crazyfists zocken brachialen Metal bzw.Metalcore,der gut durch die PA kommt,aber der Funke will nicht so recht überspringen.Bassist Brett "Buzzard" Makowski sieht so aus,als würde er noch bei Amon Amarth spielen.

Für die Portion Rock`N`Roll an diesem Tag ist Danko Jones zuständig.Er und seine beiden Jungs machen ihren Job auch sehr gut und die Leute haben ihren Spaß,aber Danko labert einfach zuviel.Hinz und Kunz wird Tribut gezollt,zumindest verbal,und man kommt zu der Ansicht,das man lieber 2-3 Song hätte mehr spielen können.Madball kommen,räumen ab und gehen wieder.Fetter NY Hardcore wie man ihn bereits zig mal gesehen und gehört hat.Fredy hat ein US Soccer Shirt an und hat sichtlich Spaß über die Bühne zu jumpen.Cool, das er auch diverse male die Bühne verlässt und zum Publikum an die Absperrgitter zu kommen.Wie immer ein souveräner Auftritt des Ami Vierers.

Sorry,aber mit Hip Hop der Marke K.I.Z. kann ich rein gar nüscht anfangen und schreibe somit nix darüber.Die HC bzw.Metal Kids von heute hören ja eh viel Hip Hop und somit geht das o.k,denn vor der Bühne gehen die Hände gen Himmel.A Day To Remember verpasse ich leider,da ich mir nochmal was zu futtern hole.Die immer mal wieder aufgelösten Hot Water Music räumen mit ihrem positiven Post Hardcore gut ab,doch man hört immer wieder "Broilers,Broilers" Rufe während den Songs.Damit dürfte klar sein auf wen das Publikum wartet.Und es wird nicht entäuscht.Mittlerweile um zwei Bläser verstärkt zocken die Broilers eine Best Of Setliste runter und Fronter Sammy hat alles fest im Griff.Beim Slime Cover geht der Pegel etwas runter,was aber wohl daran liegt,das die meisten Besucher des Vainstreams Slime schlicht und einfach nicht hören.Selbst der Typ im Hatebreed Shirt neben mir singt alle Texte voller Inbrust mit.

Ska-P passen gut ins Billing und perfekt zum Wetter.Ihr Punk-Ska lässt die Füße wippen,und auch wenn man kein all zu großer Ska Fan ist,muss man den Jungs einen guten Auftritt bescheinigen.As I Lay Dying räumen danach mächtig ab.Kein Wunder wenn man so ein starkes neues Album in der Hinterhand hat.Das Ding läuft auch seid längerer Zeit bei mir im Auto,und klar ist:AILD haben den Thron in dieser Kategorie erklommen.Mit NOFX als Headliner kann man nix falsch machen.Das sieht man daran,das sich diverse Musiker des Tages die Show um Fat Mike am Rande nicht entgehen lassen wollen.Man hätte die Truppe auch ohne Instrumente auf die Bühne stellen können,sie rulen trotzdem ohne Ende.Alleine die Dialoge und Witze von Fat Mike und dem eigentlichem NOFX Star El Hefe sind ohne Ende unterhaltsam.Songs gibts auch,wobei man aber auch merkt,das NOFX nicht mehr ganz so fit sind wie früher.Aber was soll`s,trotzdem ein würdiger Headliner.

Da Jello Biafra eh abgesagt hat verzichten wir auf die Sondaschule und machen uns auf den Weg nach Hause.Nach über 12 Stunden nonstop live Musik ist das Level auch einfach erreicht.Fazit.Ein cooles Festival,reibungsloser Ablauf auf der Bühne und ein gut gemixtes Billing.Hinzu kommt eine sehr professionell arbeitende Security.Für`s Essen ist auch reichlich gesorgt und die Preise gehen o.k.Ich hab für ne vegetarische Currywurst 2,50 bezahlt was o.k ist.Doch es war definitiv zu voll oder das Gelände war einfach zu klein.Hinterm Mix Turm war stellenweise kein vorwärts kommen mehr.Nur gut das das Publikum ruhig geblieben ist.In anbetracht der unglaublichen Hitze an diesem Tag, hätte man auch mit dem Wasserpreis etwas runtergehen können,aber das wars eigentlich auch schon.All in all ein sehr coller Tag mit ordentlichem Sonnenbrand.

Split Image – Guten Tag / Ich bin Ich Doppel CD (24.07.2010)

(KB Records, www.kb-records.com)
Gleich zwei Alben gibt es auf der Doppel-CD von Split Image, die in den 90er Jahre als hoffnungsvolle Newcomer galten. Das erste Album kam, wenn ich mich nicht irre, als die erste Veröffentlichung des damals ganz frischen Mad Butcher Label raus und es wurde gemunkelt sie wären die neuen Daily Terror. Neben der örtlichen Nähe zu Pedder und seine Bande kann man dem Sänger zwar eine gewisse Ähnlichkeit in der Stimme nicht absprechen, aber letztendlich fehlte doch einiges, um da mithalten zu können. Das erste Album „Guten Tag“ hatte zwar seinerzeit ein paar gute Stücke zu bieten, allerdings lag der ausschlaggebende Punkt damals nicht in der Qualität der Musik, sondern eher in den Texten, die die nachdenkliche Schiene bedienten. Während damals ein Großteil der Bands sich dem rumpelnden deutschen Oi! Sound mit parolenhaften Texten hin gaben, wurden bei Split Image intelligentere Worte benutzt, obwohl man sich damit auch einen ganz schönen Fauxpas leistete. Beim Stück „Brüder“ das auch nicht mehr auf dieser Widerveröffentlichung zu finden ist, waren die Jungs doch ein wenig übers Ziel hinaus geschossen. Es ging in dem Song um den Mauerfall und es ist eine wahrlich vernünftige Entscheidung dieses Stück weg zu lassen. Split Image bewegen sich auf musikalischen Pfaden zwischen den Onkelz, etwas Hardrock und einer leichten Brise Daily Terror. Heute würde man es wahrscheinlich als Deutschrock bezeichnen. Aber wie gesagt, für damalige Verhältnisse im Bereich Oi! durchaus vertretbar, auch wenn mich der Sound jetzt nicht gerade aus den Latschen haut. Auf der zweiten CD gibt es dann das zweite Album von 1996, das stilistisch dort ansetzt wo das erste aufgehört hat. Nach einem Labelwechsel zu Impact Records hat man seinen Stil noch etwas ausgefeilt, was mir die Platte aber auch nicht unbedingt schmackhafter gemacht hat. Irgendwie fehlt mir auf beiden CDs der Kick. Auf jedem Album gibt es einen Ska-Song, der ganz witzig ist, aber im Großen und Ganzen bleibt nicht wirklich viel hängen. Aufgewertet wurden beide CDs mit reichlich Bonusmaterial. Ob das den Kauf jetzt rechtfertigt, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Zum Vervollständigen seiner  nostalgischen Oi!-Sammlung durchaus ok, aber ansonsten gibt es musikalisch heutzutage doch interessantere Sachen im Oi! Sektor die nicht ganz so angestaubt klingen. Mittelmäßiger Wein bleibt eben mittelmäßiger Wein, auch wenn er noch so lange gelagert wird.  Note: 3-4  Daniel

Split: Red Alert VS Produzenten der Froide CD (24.07.2010)

(Hasscontainer Records & Booking, www.hasscontainer.de)
Sunderland trifft auf Stuttgart, oder auch anders, Erfahrung trifft auf die Jugend. Red Alert aus Sunderland dürften ja jedem bekannt sein, seit fast 30 Jahren, inklusive einiger Unterbrechungen, ist die Band aktiv. Ich glaube nur noch Steve der Sänger ist von der Urbesetzung dabei. Die Erfahrung setzt sich hier trotzdem gegen die Jugend durch, Red Alert sind klare Sieger nach Punkten. Von den 7 Songs sind 6 richtig geile Punkrocksmasher, gleich der erste Midtemposong „All we`ver ever known“ ist gespickt mit Bandchören ohne Ende. Der Nachfolgesong „Dynasty of clowns“ hat gleich seinen Weg in die Liste der Hymnen bei mir gefunden. Absoluter Hammersong!! Da ist der Maßstab gleich zu Anfang sehr hoch gelegt worden, so dass es eigentlich nur bergab gehen kann. Dieses hält sich aber in Grenzen, die anderen Songs sind immer noch gut zu hören.
PDF stellen gleich zu Anfang mit dem Song AFA-SFC klar, wo sie stehen, und wer ganz schnell das Weite suchen sollte. Solche OI - Bands wünsche ich mir öfters. Sonst bieten PDF das was man gewohnt ist, der Sound ist härter als bei Red Alert, auch etwas rumpeliger. PDF haben aber ebenfalls gute Songs geschrieben, „Mir san mir“ und „Bis zum jüngsten Tag“ sind meine persönlichen Favoriten.
Beide Bands haben sich gegenseitig gecovert und Tribut gezollt, so wie es sich bei einer Split CD gehört.  2-  sickguy77

Split: A Hurricane`s Revenge VS Brokenfew EP (24.07.2010)

(stef2201@uni-trier.de)
Die befreundeten Punkrockbands haben nach gemeinsamer Tour beschlossen einen Tonträger zu veröffentlichen. Wieder ist mit Broken Few eine Band aus Sunderland am Start (s. Red Alert/PDF Scheibe) und AHR kommen aus Trier. Diese legen dann auch gleich gut los, mit „Where`s your god now?“ gibt es schnellen melodiösen Punkrock auf die Ohren, Klasse Song, auch wenn der Gesang ein bisschen besser produziert sein könnte. Da kommt der zweite Song von AHR auf dieser 7“ nicht ganz ran, dieser ist aber immer noch gut hörbar.
Broken Few haben in Ihrem Song „Dynamite“ zuviel Unterbrechungen und Wechsel für meine Ohren gespielt. Da geht es im Song „ Stockholm“ wesentlich straighter voran, Rise Against standen hier Pate.
Ganz geschmeidig diese 7“ von 2 jungen Punkrockbands, welche demnächst wieder gemeinsam auf Tour gehen wollen.  2-  sickguy77

Split: Francesco Vs All Aboard 7“ (24.07.2010)

(Bakraufarfita Records, www.bakraufartifa-records.de)
Sind wir doch mal ehrlich.Bei ner Split 7" geht es doch, wie im allgemeinen bei Split Geschichten doch eh nur darum, welche Band besser ist und das Rennen macht. Scheiß auf den Spaß den beide Bands hatten und die ach so tolle Freundschaft die dabei entstanden ist oder die es vorher schon gab. Spaß beiseite. Francesco zocken coolen, straight und kraftvoll gespielten Rock mit viel Melodie und schönen Chören, die sofort ins Ohr gehen. Da tritt man direkt fester auf`s Gaspedal. Nicht ganz so druckvoll kommen All Aborad  daher. Hier wird melodiöser Indie Rock gezockt, auch schön eingängig, aber deutlich relaxter als bei Francesco.Coole Chöre, vor allem bei "Odyssey to a better life", wo sich auch ein Mädel beteiligt hat. Aber der Verglich mit Against Me im Info geht gar nicht. Dann schon eher Descendents. Coole Mucke für den Rest des Sommers. Der 7" liegt ein Gutschein mit Code bei, da kann man sich die Songs der Platte runterziehen.  2/3   Marcel

Jamie Clarke´s Perfect – Fucking Folkabillie Rock CD (24.07.2010)

(Wolverine Records, www.wolverine-records.de)
So allmählich sprießen die Folkpunkbands wie Pilze aus dem Boden. Wobei ich auch jetzt wieder feststellen muss, dass doch fast jede dieser Bands ihre Eigenarten hat und somit das Genre lange noch nicht ausgeschöpft scheint. So auch bei Jamie Clarkes Perfect, die hier eine nette Maxi-CD ins Rennen schicken. Die Eigenheit bei Jamie und seinen Jungs liegt hier definitiv in dem rockigen Anteil der Songs, die mit einem wirklich klasse Banjospieler auftrumpfen können. Das Banjo steht hier oftmals sehr positiv im Vordergrund.  Irish Folk mit Country-Anleihen und Rock´n´Roll Touch hat durchaus seine Daseinsberechtigung und lässt sich auch gar nicht so einfach mit irgendwelchen Artverwandten Musikern vergleichen. Wobei das alles aber auch nicht so verwunderlich ist. Kaum einer der Band ist neu im Musikgeschäft. Der englische Sänger hat mal vor Jahren bei den Pogues (ja genau, bei den Urvätern aller Folk-Punk-Bands) gespielt, während der Banjospieler, wenn mich nicht alles täuscht, schon vor. ca. 15 Jahren bei den Cokeras einer lokalen Duisburger-Band gezockt hat. Ebenso hat der Schlagzeuger schon vor mehr als 15 Jahren bei diversen lokalen Punkbands sein Unwesen getrieben. Auf der CD gibt es insgesamt 5 Songs vors Fressbrett, die zeigen wie Folk richtig rockt. Beim Opener „Beatboys“ geht es noch in eine ähnliche Richtung wie sie die Pogues bevorzugen, vielleicht ein bisschen härter, aber die Richtung stimmt im Großen und Ganzen. Song Nummer 2 „The Sun and The Moon“ wird dann Rockabilly lastig und erinnert auch ein wenig an die Kings Of Nuthin, natürlich mit mehr Folk. Song 3“BKV“ glänzt mit einer wirklich guten Melodie und leicht verzerrtem Gesang. Bei „It´s a Sloth“ einem Intrumentalstück beweist der Banjospieler im Highspeed-Tempo was man aus so einem Ding alles raus holen kann. Danach wird noch das entspannte „Pray“ hinterher geschickt und rundet das Ding nochmal fein ab. Wer Irish Folk mit ordentlich Power verträgt und sich noch nicht auf eines der zahlreichen Konzerte hier in der Gegend selbst überzeugen konnte, macht mit der CD garantiert nichts verkehrt!
Note: 2+  Daniel   

Johnny Rocket – Dance Embargo Digipack CD (24.07.2010)

(Wolverine Records, www.wolverine-records.de)
Aus deutschen Landen kommen Johnny Rocket und spielen Punk-a-Billy mit Slapbass. In musikalischer Nähe zu den Amis von den Turbo Ac´s gibt es 15-mal Punkrock vermischt mit  Rockabilly Elementen. Mit eingängigen Stücken und öfters auftauchenden Abwechslungen wie Country und auch Blues-Fragmenten, die die Stücke nett auflockern, gibt es auf der CD einen ganz  netten Mix zum mitwippen, pogen und tanzen. Aus dem angekündigten „Dance Embargo wird also nix! Bei dem Sound wird live die Post sicher ganz gut abgehen. Trotz des Slapbass hält man sich davon fern in Psychobilly-Gefilde ab zu driften. Ein bisschen Bones schimmert auch noch durch und so vertreten Johnny Rocket die deutsche Punk-n-Roll Fraktion mit Individualität, Abwechslung und Power. Beim Song „Hey Mister“ gibt es ein schönes Duett mit weiblichem Gesang und erinnert ein bisschen an Johnny Cash mit June Carter. Für eine deutsche Band klingt das ganze sehr stilvoll und  authentisch nach Amerika. Würde ich es nicht wissen, würde ich behaupten, es wären welche. Mit einer leicht rauchigen Stimme präsentieren Johnny Rocket ihr zweites Full-Lenghts Album auf gehobenen Niveau und dürften in der Punk´n`Roll Szene wie geschnitten Brot laufen. Up-Tempo Songs mit Verstand und spielerischer Leistung lassen hier nur selten Langeweile aufkommen, alles natürlich sofern man was für oben genannte Bands und dem Genre übrig hat, sonst könnte es vielleicht hier und da mal ein wenig langatmig werden. Am besten mal rein hören bei Songs wie „You Never Know“ , das mit Country liebäugelt,  oder auch „Care About You“ einem Rockabilly lastigen Song.Note: 2-3  Daniel

Klasse Kriminale – Proprieta`Dei Ragazzi CD (24.07.2010)

(www.madbutcher.de)
Italiens Skinhead-Export Nr.1 ist aktiver denn je! Nachdem ich letztens schon die neue CD-Single besprechen durfte, kommt hier direkt der Nachschlag in Form einer grandiosen Best Of der Bootboys vom Stiefel. Allerdings um eins mal vorweg zu nehmen, Klasse Kriminale kommen hier nicht nur mit einer einfachen Best Of, sondern alle Songs wurden speziell für dieses Album neu eingespielt. Das gelungene Ergebnis kann sich dementsprechend mehr als hören lassen. Man hat sich nicht einfach nur selbst nachgespielt, sondern  Marco und seine Crew hat sich nochmal ordentlich Mühe gegeben den Songs ein absolut modernes und frisches Gesicht zu verpassen. Die Songs kommen weitaus druckvoller und treibender raus, was sich auch gleich auf die Eingängigkeit der Songs legt. Die CD lief direkt ein paar Runden hintereinander durch und irgendwie hatte ich mit mir selbst zu kämpfen, denn gerade von den letzten Alben hatte ich Klasse Kriminale weitaus langatmiger in Erinnerung. Nach einem Vergleich mit den Originalversionen war klar, dass man hier störende Ecken und Kanten ausgeglichen hat und die angenehmen Akzente des Stils weiter raus geputzt hat. Die Songs kommen wirklich sehr gut rüber und setzen sich trotz des italienischen Gesangs schneller ins Ohr fest als früher. Irgendwie wirkt der Sound rauer und wilder aber dennoch eingängiger und absolut stilsicher nach Klasse Kriminale. Nette Chöre, angenehme Melodien, an manchen Stellen gut akzentuierter Frauengesang im Background, lassen die Platte problemlos von Anfang bis Ende wirklich sehr gut durchstarten. Kurze Reggae Parts wie das Stück „Anarchia Liberta`“ oder auch das Clashige „Loro“ unterstreichen den Einfluss englischer Punkbands und lockern den sowieso schon unterhaltsamen Oi! der Jungs noch mal gut auf und garantieren somit keine Langeweile in den  60 Minuten. Insgesamt gibt es auf dem Silberling einen sehr guten Querschnitt des Schaffens von Klasse Kriminale, der dem Neueinsteiger die vergangenen Jahre näher bringt, sowie dem alten Fan die Band erneut angenehm mit einer Frischzellenkur ins Gedächtnis ruft.  Nebenbei angemerkt, zwei neue Songs sind auch noch mit an Bord. Da macht das Warten auf das neue Album von Klasse Kriminale das noch in diesem Sommer erscheinen soll durchaus doppelt Spaß. Wie gesagt die Jungs scheinen wieder frischen Dampf zu haben und so bin ich gespannt was dieses Jahr noch kommt. Für Neueinsteiger als Anspieltipp „Reclaim The Streets“ und „Riot!(Are You Ready?)“ haben die Nase hier ziemlich weit vorne, wobei die anderen Songs da genauso empfohlen werden können.  Note: 1  Daniel  

MARK FOGGO – MAD CD (24.07.2010)

Mark Foggo polarisiert die Ska-Abteilung seit jeher in zwei Lager. Es gibt die einen, die sagen Mark Foggo ist super und dann gibt es diejenigen, die sagen, total daneben, denn Mark hat nur ein Lied und das hundertmal. Nun denn, ich behaupte mal beide haben Recht.  Sobald Mark Foggo die Bühne entert ist er ein Spitzen-Entertainer  und seine Shows garantieren immer eine Super-Party mit extrem hohem Unterhaltungsfaktor. An diesem Umstand ist seine charismatische Ausstrahlung natürlich nicht unschuldig. Mark ist ein absolut sympathischer Sänger, der weiß wie man das Publikum auf seine Seite zieht und dennoch kann ich diejenigen verstehen, die mit seiner Musik nichts anfangen können. Seit Jahren tue ich mich ebenfalls mit seinen Studioalben schwer, denn man kann nicht wirklich abstreiten, dass sich alles immer wieder recht ähnlich anhört und so habe ich Probleme mir ein komplettes Album am Stück durch zu hören, obwohl ich seine Songs generell eigentlich ganz gut und amüsant finde. Oftmals habe ich eben das Problem, dass nach ca. 5 Songs meine Gier nach dem Wahl-Belgier erst einmal gestillt ist. An diesem Umstand ändert auch die neue CD nicht ganz so viel. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es das was es schon ab der ersten Platte vor ca. 28 Jahren gab. Schräge Synthesizer, flotter Offbeat und Mark`s unverkennbarer Gesang der höchstens rhythmisch an die  Variante aus Jamaika erinnert, bleibt nach wie vor sein Markenzeichen. Zu den Ausnahmen zählen diesmal die  Songs „Rotten To The Core“ der als cooler Rockabilly-Song positiv aus der Masse hervor sticht und  der Ska-Rockabilly-Crossover von“Rollin`n Ridin“ . Ebenso muss ich auch zugeben, Mark schafft es immer wieder auf jedem Album mindestens zwei klasse Hits mit einzubauen, die man so leicht nicht wieder aus dem Ohr bekommt. Diesmal ist es der Song „Punch“ der mit treibenden Rhythmus das Tanzbein zum schwingen anregt und „The Day I Met Muhammad Ali“, die mir hier mehr als sehr gut rein laufen. Absolut überrascht war ich als ich „EU“ gehört habe. Mark Foggo gibt einen ganz netten Punksong zum Besten. Gab es solch einen Ausflug eigentlich schon mal auf eines der früheren Alben?? Die restlichen Songs bewegen sich dann wieder im üblichen Foggoschen Mittelmaß und hätten auch auf jeder zuvor veröffentlichten Scheibe von ihm sein können. Fans können hier blind zugreifen, alle anderen sollten vorsichtshalber erstmal ein Ohr rein hängen. Note: 2-3  Daniel

Nihao? – Aggroschlager CD (24.07.2010)

(Bakraufarfita Records, www.bakraufarfita-records.de)
Nihao? aus Berlin bringen mit "Aggroschlager" ihr Debütalbum in die Läden. Trotz Berlin und Aggro hat das hier aber natürlich nix mit Hip Hop zu tun. Die vier Jungs zocken sehr melodischen Punk/Rock mit poppiger Schlagseite,ein wenig härter und moderner wie die Ärzte oder wie die Sondaschule  ohne Bläser. Bei "DJVN","Alone2","Freund" oder "R`NR" gelingt ihnen das auch ganz gut, auf der anderen Seite ist mit "Gabi","Märchen" oder "Poco Loco" zu viel durchschnitt enthalten und "Gigolo", "Romeo und Julia" oder "Hässlich" fallen leider komplett durch. Ebenso wie der Bonustrack  "Emo". Ich bin ja beiweiten kein Humorloser Mensch, aber mehr als ein müdes Lächeln entlocken mir die Texte oder Witze die das Quartett hier bringt leider nicht. Eine gute Produktion und ehrlicher Spaß an der Sache lassen sich aber definitiv nicht von der Hand weisen. All in all ein gelungenes Debüt, mit ganz viel Luft nach oben. Wer sich die Platte saugt ist selber schuld, denn die schicke Dame auf und in dem Booklet wäre alleine schon den kauf wert. 3  Marcel

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