Vainstream Festival 2010
Als wir gegen 9.30 in Münster bzw.beim Festivalgelände ankommen ist es bereits brechend voll.Mag zum einen am super Wetter liegen oder einfach daran,das sich das extrem junge Publikum einfach keine Band entegehen lassen möchte.Ein Platz im Parkhaus ist locker gefunden und auch die 3 Euro Parkgebühr für den ganzen Tag gehen vollkommen o.k.
Die Bändchenausgabe läuft perfekt und ratz fatz stehen wir schon vor der Bühne.Es gibt zwei Stages wo jeweils abwechselnd die Bands auftreten.Hat natürlich den Vorteil,das die eine Band ihren Soundcheck erledigen kann,während die andere Combo zockt.Somit wird der Zeitplan sehr gut eingehalten.Da Raised Fist zur Entäuschung vieler nicht spielen können,stehen The Faceless noch auf der Bühne und zocken ihren sehr progressiv angehauchten Death Metal ins Publikum.Viel geht noch nicht,aber ein paar Hörner werden gen Himmel gestreckt.
Aln nächstes stehen Bleeding Through auf`m Plan und hauen uns ihren derben Straight Edge Hardcore mit Metal Schlagseite, inklusive Keyboards um die Ohren.Es entsteht der erste große Circle Pit des Tages (wir haben ca.10.30 Uhr) und die Kids gehen derbe ab.Fronter Brandan Schieppati ist eh immer agil und sammelt Plus Punkte durch seine sympathischen Ansagen.
Die Amis Job For A Cowboy prügeln danach ihren Break verliebten Death Metal in die Massen,der technisch sicherlich über allen Zweifel erhaben ist,aber hängen bleibt nicht viel.Neaera haben heute ein Heimspiel,welches sie auch ausnutzen.Ihren melodischen Death Metal zocken die Burschen mit Herzblut und Sänger Benny kommt ultra nett rüber.Cool ist, das sein Opa im Neaera Shirt auf die Bühne kommt ,um endlich mal eine Wall Of Death live zu sehen.Eben jene bekommt er auch prommt serviert.Fetter Gig.
Der Unearth Gig wird durch Europe`s "The Final Countdown" eingeleitet.Den gibt`s auch,und zwar in Form fetter Mosh Parts und technisch perfektem Metalcore.Selbst wer die Mucke der Amis nicht mag;das gepose muss man einfach lieben.Am coolsten wie immer Gitarrist Ken Susi,der einen derben Rotzbrocken in die Luft spuckt,mit der Hand wieder auffängt,und sich als Gel in die Haare schmiert.Für mich mit die Gewinner des Tages.Skindred verpassen wir, weil wir nun einfach mal was futtern müssen.
Alexis On Fire zocken eine coole Mischung aus melodischem Post/Indie/Hardcore,mal mit schönen ruhigen Parts,welche gut mit diversen Wutausbrüchen harmonieren.Atreyu sind Rockstarts.Punkt.Etwas zu einstudiert wirkt ihre Performance,aber sie rocken trotzdem wie Sau.Das Publikum dreht eh durch und mit Bon Jovis Hit "Living On A Prayer" gibt`s noch ne coole Coverversion obendrein.36 Crazyfists zocken brachialen Metal bzw.Metalcore,der gut durch die PA kommt,aber der Funke will nicht so recht überspringen.Bassist Brett "Buzzard" Makowski sieht so aus,als würde er noch bei Amon Amarth spielen.
Für die Portion Rock`N`Roll an diesem Tag ist Danko Jones zuständig.Er und seine beiden Jungs machen ihren Job auch sehr gut und die Leute haben ihren Spaß,aber Danko labert einfach zuviel.Hinz und Kunz wird Tribut gezollt,zumindest verbal,und man kommt zu der Ansicht,das man lieber 2-3 Song hätte mehr spielen können.Madball kommen,räumen ab und gehen wieder.Fetter NY Hardcore wie man ihn bereits zig mal gesehen und gehört hat.Fredy hat ein US Soccer Shirt an und hat sichtlich Spaß über die Bühne zu jumpen.Cool, das er auch diverse male die Bühne verlässt und zum Publikum an die Absperrgitter zu kommen.Wie immer ein souveräner Auftritt des Ami Vierers.
Sorry,aber mit Hip Hop der Marke K.I.Z. kann ich rein gar nüscht anfangen und schreibe somit nix darüber.Die HC bzw.Metal Kids von heute hören ja eh viel Hip Hop und somit geht das o.k,denn vor der Bühne gehen die Hände gen Himmel.A Day To Remember verpasse ich leider,da ich mir nochmal was zu futtern hole.Die immer mal wieder aufgelösten Hot Water Music räumen mit ihrem positiven Post Hardcore gut ab,doch man hört immer wieder "Broilers,Broilers" Rufe während den Songs.Damit dürfte klar sein auf wen das Publikum wartet.Und es wird nicht entäuscht.Mittlerweile um zwei Bläser verstärkt zocken die Broilers eine Best Of Setliste runter und Fronter Sammy hat alles fest im Griff.Beim Slime Cover geht der Pegel etwas runter,was aber wohl daran liegt,das die meisten Besucher des Vainstreams Slime schlicht und einfach nicht hören.Selbst der Typ im Hatebreed Shirt neben mir singt alle Texte voller Inbrust mit.
Ska-P passen gut ins Billing und perfekt zum Wetter.Ihr Punk-Ska lässt die Füße wippen,und auch wenn man kein all zu großer Ska Fan ist,muss man den Jungs einen guten Auftritt bescheinigen.As I Lay Dying räumen danach mächtig ab.Kein Wunder wenn man so ein starkes neues Album in der Hinterhand hat.Das Ding läuft auch seid längerer Zeit bei mir im Auto,und klar ist:AILD haben den Thron in dieser Kategorie erklommen.Mit NOFX als Headliner kann man nix falsch machen.Das sieht man daran,das sich diverse Musiker des Tages die Show um Fat Mike am Rande nicht entgehen lassen wollen.Man hätte die Truppe auch ohne Instrumente auf die Bühne stellen können,sie rulen trotzdem ohne Ende.Alleine die Dialoge und Witze von Fat Mike und dem eigentlichem NOFX Star El Hefe sind ohne Ende unterhaltsam.Songs gibts auch,wobei man aber auch merkt,das NOFX nicht mehr ganz so fit sind wie früher.Aber was soll`s,trotzdem ein würdiger Headliner.
Da Jello Biafra eh abgesagt hat verzichten wir auf die Sondaschule und machen uns auf den Weg nach Hause.Nach über 12 Stunden nonstop live Musik ist das Level auch einfach erreicht.Fazit.Ein cooles Festival,reibungsloser Ablauf auf der Bühne und ein gut gemixtes Billing.Hinzu kommt eine sehr professionell arbeitende Security.Für`s Essen ist auch reichlich gesorgt und die Preise gehen o.k.Ich hab für ne vegetarische Currywurst 2,50 bezahlt was o.k ist.Doch es war definitiv zu voll oder das Gelände war einfach zu klein.Hinterm Mix Turm war stellenweise kein vorwärts kommen mehr.Nur gut das das Publikum ruhig geblieben ist.In anbetracht der unglaublichen Hitze an diesem Tag, hätte man auch mit dem Wasserpreis etwas runtergehen können,aber das wars eigentlich auch schon.All in all ein sehr coller Tag mit ordentlichem Sonnenbrand.