Skinhead Cross Culture DVD (10.07.2010)
(www.sunnybastards.de)
Cross Culture! Womit wir beim Thema wären! Das die Skinhead-Szene sich mittlerweile in viele kleine Bereiche aufgesplittet hat ist keine Geheimnis mehr und mal Segen, mal Fluch. Gerade in Amerika, wie die Dokumentation hier ganz gut zeigt, nimmt der Bereich Hardcore innerhalb der Szene einen relativ großen Stellenwert ein. Bei uns zwei voneinander isolierte Szenen, die sich auf der anderen Seite des großen Teiches gar nicht so unähnlich sind und relativ zeitnah miteinander größer geworden sind. Sab Gray, Sänger der Band Iron Cross, schildert überzeugend seine Erlebnisse von den Anfängen seines Skinheaddaseins bis zum heutigen Zeitpunkt, ohne jedoch die verschiedensten Einflüsse von Skinheadreggae bis Hardcore und Punkrock zu vergessen. Er erzählt von Eindrücken die er damals hatte und wie er heute dazu steht. Ebenso kommen die Aggrolites, sowie auch Murphys Law, die zwar auch wie schon Iron Cross zwischen Punkrock und Hardcore hin und her pendelten, den Kontakt aber zur Skinheadszene nie aus den Augen verloren haben, zu Wort. Die Aggrolites vertreten hier sehr schön die Reggaegemeinde und sinnieren über ihren Bezug zum Skinheadreggae im Zusammenhang mit wenig Optik zum Skinheadlook. Die Aggrolites orientieren sich, laut diesem Interview, an den original jamaikanischen Artists die früher auch nicht unbedingt aussahen wie Skinheads. Sehr interessant auf jeden Fall, was sie zu sagen haben. Die Templars eine klassische Oi! Band aus New York wird auch interviewt und dann eben aus deutschen Landen noch die Münchner von Bluekilla, die hier die Two-Tone Fraktion vertreten sollen. Naja, Bluekilla habe ich persönlich nie wirklich mit ordentlichem Two-Tone in Verbindung gebracht, aber ok. Ich persönlich hätte da mindestens fünf interessantere Bands im Petto gehabt, aber da der Film ja von einem Amerikaner gemacht wurde, schiebe ich es mal auf Unkenntnis der deutschen Szene zurück. Insgesamt betrachtet ist die DVD ein recht interessantes Interview das zeigt wie unterschiedlich die verschiedenen Facetten der Skinheadszene sind. Von Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern bzw. Kontinenten, bis hin zu den persönlichen Eindrücken langjähriger Skinheads. Die Interviews sind so aufgebaut das es immer ein zwei Schlagworte mit Begriffen der Szene gibt und die Bands was dazu erzählen. Aufgepeppt wird das ganze dann mit netten Konzertmitschnitten und musikalischen Eindrücken der interviewten Bands. Weitere Bands die mitgemacht haben wären noch Dead End Boys, ebenfalls aus Amiland und die hier relativ unbekannten Patriot. Neben dem Hauptfilm gibt es noch zwei weitere Extras auf der DVD, bei denen dann auch nach dem gleichen Schema, Bands die in unseren Gefilden etwas mehr Bekanntheit haben interviewt werden. Als da wären Volxsturm, Bovver Boys, Urban Rejects und Gimp Fist, die allesamt ebenfalls die verschiedensten Eindrücke und Erlebnisse rund um Skinhead und den damit auftretenden Problemen schildern. Prinzipiell steht der deutsche Teil, dem amerikanischen eigentlich in fast nichts nach und kann hier wirklich als interessanter Vergleich zusätzlich Punkten. Über Sinn und Unsinn dieser DVD lässt sich sicherlich streiten, aber ich denke, allein um mal aus erster Hand zu hören wie es in Amerika so zu geht und was die Szene dort über sich selbst denkt, ist definitiv ganz interessant zu hören. Skinhead Cross Culture kann jetzt nicht unbedingt mit Skinhead Atitude mithalten, hat aber dennoch seine Daseinsberechtigung und ist sicherlich sein ansehen wert, sofern man natürlich mit dem Begriff Skinhead etwas anfangen kann. Note: 3+ Daniel