Archiv für den 7. Feb 2010



SUSPEKT – WER WIR SIND CD (07.02.2010)

(www.kb-records.com)
Nicht nur bei seiner eigenen Band beweist KB Pascal ein ordentliches Händchen, sondern auch bei der Auswahl der Bands auf dem hauseigenen Label. Mit Suspekt hat man sich eine Band an Land gezogen die rotzigen traditionellen deutschen Oi! aufs hörwillige Volk los lässt. Mit einer schön rauen prägnanten Stimme spielt man sich quer durch 10 Lieder und sinniert über die üblichen Szenethemen wie Working Class, Punks & Skins United und zeigt somit auch textlich wo man steht. Bei „Wir wollen euch nicht gefallen“ stellt man ganz  klar das man mit Politik beider Richtungen nichts zu tun haben will. Das Stück „Teenage Riot“ ist als einziges auf Englisch vorgetragen, was  nicht so eine weise Entscheidung ist. In Deutsch gefallen mir die restlichen Stücke weitaus besser. Mit „ Verlorene Kinder“ haben Suspekt auch gleich einen kleinen Hit mit an Bord. Das Stück kommt mit einer coolen Melodie und feinem Off-Beat durch die Hintertür und setzt sich unbemerkt im Ohr fest. Bei dem Stück kommt die rau schnoddrige Stimme des Sängers sehr gut rüber und sollte an dieser Stelle auch gleich mal als Anspieltipp empfohlen werden, obwohl es mich textlich ein wenig an Volxsturms „Eure Kinder“ auf ihrem ersten Album erinnert. Aber egal, das Stück ist wirklich gut, genauso wie die restlichen Songs. Suspekt scheinen ihren Stil gefunden zu haben. Unkomplizierter deutscher Oi!, meistens im Midtempo angesiedelt und trotzdem vorantreibend, den Way Of Life immer vor Augen bzw. in den Texten, scheinen die Jungs ihr Herz am richtigen Fleck zu haben. Für das was man sonst so alles als Oi! aus deutschen Landen vorgesetzt bekommt, stechen Suspekt hier absolut positiv aus der Masse hervor und das komplett ohne den häufig zu findenden Rumpelfaktor. Sie haben Melodien, mitgröhltaugliche Refrains, genauso wie ernste Themen mit ausgefeilten Texten im Gepäck. Von der Aufmachung her gibt es hier rein gar nichts nicht zu meckern. Die CD kommt mit einem dicken Booklet auf matter Pappe inkl. aller Texte + Bilder daher und hinterlässt so auch einen optischen Reiz. Ganz versteckt kommt nach dem letzten Song noch eine Vorlesung der wirklich schrägen Art mit einem doch recht merkwürdigen Humor zum Vorschein und rundet die ganze CD noch mal ab. Mehr bleibt hier eigentlich nicht zu sagen als: Jungs, ihr seid auf dem richtigen Weg! 2  Daniel

TICKING BOMBS – CRASH COURSE IN BRUTALITY LP/CD (07.02.2010)

(www.concretejunglerecords.com)
Ich bin ein erklärter Fan vom (Street)-Punk-Rock aus den skandinavischen Gefilden. Die Ticking Bombs gibt es seit fast 10 Jahren, und diese Scheibe ist schon Ihr 4!! Longplayer, unbegreiflich das diese Band bis jetzt an mir vorbeigerauscht ist. Es gibt 11 Songs in knapp 24 Minuten zu hören, die schnellen, rohen Steetpunk mit einer Rockzugabe bieten. Die Band nimmt nicht einmal den Fuß vom Gaspedal, es hört sich an, als wenn der Sänger der US Punkband Pressure Point zusammen mit Musikern von Voice Of A Generation und den Accidents an einem bierseligen Wochenende alles gegeben hätten. Jeder Song ist eine Aufforderung zum Durchdrehen, natürlich inklusive Band. Bestimmt gibt es Kritiker, die sagen es würde eintönig werden nach einiger Zeit. Ich kann mir das gut und immer geben, der Sound knallt ohne Ende. 2+  sickguy77

 

KRAWALLBRÜDER – DAS 11TE GEBOT CD (07.02.2010)

(www.kb-records.com)
Das 11. Gebot scheint zu lauten: Du sollt nur gute Platten unters Volk bringen! Wer dachte dass bei den Krawallos so allmählich die Luft raus sein dürfte irrt gewaltig! Die Saarländer sind zurück mit ihrem dritten vollen (Splitsingles und ähnliches außen vorgelassen) Album und schaffen es wie bisher, weiter ihren Sound zu steigern. Mit einem fetten Arschtritt gegen Gesellschaft und Moral hauen sie dir ihre gewohnt brachialen Gitarrenklänge mit der vollen Portion Hass und Wut vor den Latz dass einem die Spucke weg bleibt. Vor dem ersten Hören hatte ich zwar noch Zweifel, die aber nach einem langen Intro gleich beim ersten Stück Schnee von gestern sind. Direkt beim Opener „Gott mit uns“ wird abgerechnet mit all den Ignoranten die sich über die Krawallbrüder in der Vergangenheit das Maul zerrissen haben. Danach geht es weiter mit dem Stück „Zurück auf den Strassen“ bei dem der Titel Programm ist. Es geht um die eigene Jugend bei der eben nicht immer alles glatt lief und man dennoch nicht bereut das es so ist wie es war. Weiter geht es mit Texten übers Durchhalten im täglichen Kampf des Lebens, Außenseitertum und Freundschaft. Prinzipiell für Krawallbruder-Verhältnisse nichts wirklich Neues und dennoch schaffen die vier es hier absolut frisch und unverbraucht zu klingen.  Nicht nur musikalisch gab es von Album zu Album eine klare Steigerung, auch textlich wurde die Wortwahl stets ausgefeilter selbst wenn sich Inhaltlich nicht viel getan hat. Sie schaffen es trotzdem ihren Sound immer wieder aufs Neue selbst zu übertreffen. Hier reiht sich Hit an Hit und ich habe mich schon nach kurzem Hören mehrmals dabei erwischt wie ich die Melodien noch bei der nächsten Platte im Ohr hatte. Gab es beim letzten Album in Dubio Pro Reo noch den ein oder anderen Durchhänger, so warte ich hier darauf vergebens. Soviel ich auch suche ich kann hier nichts Negatives entdecken, außer vielleicht wirklich Inhaltlich das man sich von Zeit zu Zeit mal wiederholt, aber was will man auch sagen wenn alles schon zigmal durchgekaut wurde. Mit ihrem doch recht metallischen Sound der immer noch zwischen Troopers und fetten Chören rangiert bleibt schon nach kurzer Zeit das Mitsingen nicht aus. Wer bisher gut mit den Brüdern zu Recht kam kommt an dieser CD nicht vorbei. Klare Steigerung! Pflichtkauf!! 1  Daniel

LEXIKON DER RUHRGEBIETSSPRACHE (07.02.2010)

(www.vonneruhr.de, ISBN 978-3-922750-01-7)
Von Aalskuhle bis Zymtzicke werden hier Hunderte von Worten erklärt, die der Ruhrpottler so tagtäglich loslässt und Leute außerhalb mit einem Fragezeichen versehen, denn wer nicht aus dem Ruhrgebiet kommt, der dürfte bei vielen Worten seine Probleme bekommen, oder kannst Du mir, ohne zu Googeln, sagen, was z.B.: Absacker, Apparillo, Jeuster, Käbbeln heißt? Bestimmt nicht, den n auch für mich Ruhrpottler, werden hier viele Wörter erklärt, die Ich vorher auch noch nie gehört habe.
Es gibt auch noch Episoden über die Grammatik, es werden sehr gute (Unbekannte) Ruhrgebietshymnen aufgelistet ect ect. Ein sehr Interessantes Buch, das bestimmt nicht nur dem Ruhrpottler gefallen dürfte. 2   FRANK

THE NICKS – ARMED & DANGEROUS CD (07.02.2010)

(www.myspace.com/wearethenicks, the-nicks@gmx.de)
Auf dieser, ihrer zweiten CD bieten uns die 8 Jungs aus Krefeld etwas unter 40 Minuten teils relaxten, bis sehr groovigen Ska, der sich durchaus an den klassischen Vorbildern zu orientieren weiß, aber seine Wurzeln im Amerikanischen Ska der 90er Jahre auch nicht verleugnen kann. Kein Wunder, gibt es die Band doch mittlerweile seit 1989. Seitdem, zwar immer wieder mal mit kurzen Pausen dazwischen, hat man es trotz allem beständig geschafft  die heimischen Gefilde regelmäßig unsicher zu machen und so ließ sich der Name auch des öfteren auf diversen Flyern sichten. Mit einer leicht rauchigen Stimme beginnt das Album eher etwas verhalten, um nach dem dritten Song mit der Nummer 4  „Runaway“ dann ausgiebig aufzudrehen. Das Stück eröffnet den Reigen zu einem gut gewählten Mittelteil der mit 2 gelungenen Uptempo Stompern glänzt. Danach geht es etwas ruhiger zur Sache und der Sound tendiert wieder mehr in die traditionelle Ecke. Hier wird dann auch nicht mit eingängigen Melodien gegeizt. Aus dem Instrumentalstück Christine Keeler von den Skatalites wird die Melodie in „Silly Cone“ kurzerhand zu einem angenehmen Stück mit sattem Text umfunktioniert. Dazwischen gibt es noch mal zwei komplett eigene Stücke die ganz gut die Lücke zwischen traditionellem Ska und dem erwähnten 3rd Wave Einfluss schließt. Den Abschluss der Platte macht  der Song „Scotchska“ der auf der bekannten schottischen Melodie „Scotland The Brave“ basiert und ebenfalls mit einem Text versehen wurde. Das klauen der Melodien stellt sich bei dem Album als gelungene Bereicherung dar und sorgt  beim ersten Hören gleich für eine hohen Wiedererkennungswert der einzelnen Songs. Allerdings muss man dazu sagen  dass auch genügend eigenes Potential vorhanden wäre um den Tonträger positiv zu füllen.  Wie gesagt, die ersten drei Songs incl. einer Instrumentalnummer kommen ein wenig schleppend daher, spätestens jedoch ab der Mitte bis zum Ende hin macht das Album dann eine gekonnte Figur und weiß zu überzeugen.  Mir gefällt es und ich werde mal schauen bei einem der zahlreichen Live Gigs vor Ort zu sein, um mich auch optisch von dem können der Band zu überzeugen. 2-3  Daniel

NOISE CAPITAL - MAJESTIC CD (07.02.2010)

(FinestNoise Releases)
Das Trio zockt gut produzierten und auch handwerklich gut umgesetzten Alternativ / Indie Rock, der auch ab und an mal über den Tellerrand hinaus blickt.Manko bei dieser EP ist die Überlänge der Songs, so das es manchmal echt langweilig wird. Denn wenn man schon solche langen Songs schreibt, müssen diese auch spannend bleiben. Sprich, es fehlen ein wenig die großen Ideen bzw.Refrains. Richtig gemacht hat man es z.b. bei dem Song „For those who listen“, wo der Refrain direkt im Ohr bleibt. So hat man zwar nach dem hören das Gefühl eine große Portion serviert bekommen zu haben, aber dennoch nicht wirklich satt zu sein. Note: 4+   Marcel

NOISE CAPITAL - MAJESTIC CD (07.02.2010)

(FinestNoise Releases)
Das Trio zockt gut produzierten und auch handwerklich gut umgesetzten Alternativ / Indie Rock, der auch ab und an mal über den Tellerrand hinaus blickt.Manko bei dieser EP ist die Überlänge der Songs, so das es manchmal echt langweilig wird. Denn wenn man schon solche langen Songs schreibt, müssen diese auch spannend bleiben. Sprich, es fehlen ein wenig die großen Ideen bzw.Refrains. Richtig gemacht hat man es z.b. bei dem Song „For those who listen“, wo der Refrain direkt im Ohr bleibt. So hat man zwar nach dem hören das Gefühl eine große Portion serviert bekommen zu haben, aber dennoch nicht wirklich satt zu sein. Note: 4+   Marcel

POSITIVE STRIKE – S / T CD (07.02.2010)

(www.horrorbiz.de)
In einem schönen, und dezent durch die Bad Brains inspiriert gezeichnetem Cover kommt die neue PS um die Ecke.15 Songs, inklusive Intro und pro Song ca. anderthalb Minuten. Alles klar??? Nicht ganz. Wer jetzt ein Knüppel Inferno erwartet den muss ich enttäuschen. PS zocken zwar schönen melodischen Old school, halten sich aber zum größten Teil im Midtempo Bereich auf, wodurch die Songs, bzw. Riffs doch viel besser zur Geltung kommen als bei der üblichen Raserei. Schnell spielen kann ja jeder. Zwar fehlt auch hier und da ein wenig Abwechslung, aber Spaß macht die Scheibe allemal. Tipps: „Breakout“ und das coole „Face the truth“. Note: 2-   Marcel

PRODUZENEN DER FROIDE – READY FR LOVE LP (07.02.2010)

(Contra Records, www.contra-records.de)
Die Produzenten der Froide aus Stuttgart scheinen Meister Ihres Fachs zu sein, schaue ich auf die geballte Weiblichkeit auf der Innenhülle der LP!! Deswegen mag ich die LP als Tonträger, immer schön große Bilder.
Zur eigentlichen Sache. Wie am Bandnamen zu erkennen gibt es OI! zu hören, und zwar den von der prolligen Sorte. Hier dreht sich vieles um Saufen, Sex und den normalen Skinheadalltag. Das Ganze hört sich rau und rumpelig an, man legt eine gewisse Sorte Humor an den Tag, der vielleicht nicht jedem gefällt. Der Humor schlägt beim Song „Golen shower, white power“ voll durch, wobei Rassisten ganz klar eine Abfuhr erteilt wird. Damit befindet sich die Band klar auf der Gewinnerstrasse. Musikalisch können sie mich leider nicht überzeugen, klingt es doch zu eintönig. Wenn ich Bands zum Vergleich ran ziehen soll, dann Eightballs oder Pöbel & Gesocks. Ist so Rumpel OI! für einen bierseligen Abend. Die LPs gibt es in 4 verschiedenen Farben. 3-  sickguy77

RADIO CITY ROCKERS – S / T CD (07.02.2010)

(www.myspace.com/radiocityrockers)
Ganz klar inspiriert vom Two Tone Movement der 80er Jahre legen die vier Kerle von den Radio City Rockers ihr Debut-Album vor. Mit einer Mischung aus einem großen Haufen Offbeat, Punkrock und ein bisschen Garage liegt man zwar den Specials und Madness relativ nahe, verzettelt sich aber letztendlich doch und landet im musikalischen Dunstkreis der NDW.  Entfernte Erinnerungen an die Düsseldorfer Profis, die Mitte der Achtziger versucht haben den Mod-Sound ins Deutsche rüber zu holen, werden bei mir unweigerlich wach. Textlich geht es in Deutsch recht humorvoll und witzig zur Sache, was aber nur entfernt über den gewöhnungsbedürftigen Gesang  hinweg hilft. Teilweise liegt der Sänger schon mal etwas neben der Spur.  Wobei aber alles nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird und so  haben die vier hier eigentlich eine ganz witzige Platte zusammengeschustert, die alleine schon mit dem heiteren Melodienraten unterhalten kann. Beim Song „Club der einsamen Seelen“ hat man sich an „Rat Race“ von den Specials vergangen. Bei „Yvonne“ hat man ein altes Stück der Ramones ausgegraben, das im Original „She`s The One“ heißt und auch bei manch anderen Titeln habe ich das Gefühl die Melodien schon mal gehört zu haben. In mehr als über die Hälfte der Songs gibt es relativ flotte Offbeats um die Ohren gehauen, die anstelle in Richtung Ska-Punk eher zum Two Tone Ska tendieren. Bei „Dora“ remixt man sich noch mal selber und und macht aus dem ebenfalls im Album enthaltenen Reggae-Stück (The Clash lassen grüßen) „Cora“ eine Dub-Version. Mit dem Stück „JVA Stomp“ gibt es einen kleinen Ausflug in Rock`n`Roll Gefilde. Beim Genuss des kompletten Albums am Stück kann man nicht unbedingt leugnen, dass der ganze Sound noch ein wenig ausbaufähig ist. Man ist zwar auf einem guten Weg, muss aber eindeutig noch ordentlich am Sound feilen. Hier und da hakt es immer mal wieder, obwohl die beiden genannten Coverversionen schon ganz nett sind! Am Rande sei noch kurz erwähnt dass es hier wohl personelle Überschneidungen mit den Bands Kaltfront, Paranoia und Bottles gibt.
3-4  Daniel

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