Archive for Februar, 2010

THE SAVANTS – MOSQUITO SUNRISE CD (21.02.2010)

(Hulk Räckorz, www.punk.de)
Veröffentlichungen bei Hulk Records gibt es ja nicht so oft, und wenn versucht man natürlich Qualität abzuliefern. Dieses ist mit der zweiten Scheibe von den Savants aus Tübingen  gelungen. Wie im beiliegendem Infoblatt beschrieben, gibt es eine Menge Zutaten für die Musik. Hauptbestandteil ist der schnelle melodische Punkrock wie er vorzugsweise an der Westküste der USA zu finden ist, sprich Bands wie NOFX Ihn spielen. Zwischendurch lässt man noch Ska einfließen, Folk und ein kleines bisschen Metal. Die Folksongs gehören zu den Höhepunkten, „Complainment song“ und „Seven sins“ sind großartig anzuhören, und wie die ganze Scheibe absolut partytauglich. Auch der Funpunk Song „Sommer, Sonne, Dosenbier“ macht Laune, ebenso wie der andere deutschsprachige Song „Urknall“, dessen Text von einem mittelalterlichen Minnesänger stammen könnte. Die Band bietet eine größere musikalische Bandbreite ohne dabei langweilig zu klingen.  2  sickguy77

SHELLYCOAT - TALES FROM THR SWAMP CD (21.02.2010)

(www.shellycoat.de, live@shellycoat.de)
Vom Cover getäuscht lag ich mal wieder voll daneben. Beim Betrachten war ich ziemlich fest davon überzeugt, dass es hier Horrorpunk oder ähnliches gibt. Aber nix da! 6 mal geballte Power mit kraftvollem weiblichen Gesang bieten die Shellycoats auf ihrer zweiten EP. Mit einem säuberlich ausgetüftelten Gemisch aus Punk und Hardcore mit ganz dezentem Popeinfluss schaffen die Musiker es auf Anhieb ganz gut zu begeistern. Hier verschmilzt Gefühl mit einer fetten Portion Härte zu einer Einheit. Zum Teil geht es hier sehr melodiös zur Sache, daher auch der Popcharakter, allerdings kommt man immer wieder auf den Kurs zurück und liegt entfernt irgendwo zwischen NOFX und späteren Deadline. Zwar nicht ganz so punklastig wie die beiden, dafür aber mit einer fetten Hardcore-Kante, die der Platte einen wirklich netten Beigeschmack beschert und damit durchaus punkten kann. Der Sound wirkt sehr durchgestylt, woran die fähigen Musiker, die die Sängerin da um sich gescharrt hat, nicht unbedingt unschuldig sein dürften. Ich habe das Gefühl hier sitzt jedes Riff und jede kleine Spielerei fest am Platz, was dem ganzen einen recht cleanen Charakter verleiht. Rundum ist dieser kleine Apetizer mit seiner recht kurzen Spielzeit ein ganz netter Einblick in das musikalische Können der Band. Liebhaber von Frauenstimmen in der ruppigeren Gangart sei diese Band durchaus empfohlen!   3+  Daniel

THE STILETTOS - FUCK IT ROCK IT CD / LP (21.02.2010)

(Radar Music / FinestNoise Promotion
Die Holländer wollen es aber wissen. Hier wird drauf losgespielt was das Zeug hält. Das alles läuft unter dem Banner Rock`n`Roll, wird aber bis ins kleinste Detail hin ausgereizt. Sprich, man scheut sich absolut nicht vor irgendwelchen Experimenten. Ob es die Umsetzung der Songs ist, oder das hinzunehmen diverser Instrumente etc…Nach dem Motto: “Erlaubt ist was gefällt“. Zwar absolut nicht mein Ding, aber in diesen Genre sicher schon sehr gut gemacht. Note: 2   Marcel

TALCO - MARZEL TOV CD (21.02.2010)

(Destiny Records, www.destiny-tourbooking.de)
Guter Wein reift mit der Zeit! Genau dieser Spruch lag mir direkt auf den Lippen, als ich diese CD erneut zum Besprechen bekommen habe. Damals im Frühjahr 2008 wurde diese CD schon mal veröffentlicht und hat bei mir ziemlich gut eingeschlagen. Meine damalige Benotung lag bei einer 2. Ich muss zugeben: ich war anfangs ein wenig überrascht durch diesen eigenwilligen Sound, den die Italiener da machten. Heute kann ich im Nachhinein mit ruhigem Gewissen sagen: ich habe untertrieben! Die Platte lief damals bei mir wochenlang rauf und runter und hat mit jedem hören mehr von ihrer Einzigartigkeit entfaltet. Talco stehen nicht für einfachen Ska-Punk wie er gerne beschrieben wird. Nein! Talco ist mehr! Talco bedeutet ultraschneller Folkpunk, der bei jedem das Tanzbein zucken lassen dürfte. Mit messerscharfen Bläsersätzen und osteuropäischen Harmonien spielt man sich durch einen zwar nervösen, aber absolut imposanten Sound. Stellenweise erinnert das ganze ein wenig an Gipsy-Punk und Highspeed-Polka. Nehmt Gogol Bordello, kippt den Musikern Speed ins Bier und man dürfte nah dran sein an dem was Talco selbst als Ska-Punk-Patchanka betiteln. Anspieltips zu nennen wäre fehl am Platz. Das Album ist von vorne bis hinten ein Renner und kaum jemand dem ich die Jungs vorgespielt habe, hat das Gegenteil behauptet. Laut Infoschreiben wurde diese CD neu aufgelegt, weil im Sommer ein neues Album am Start sein soll. Ich bin gespannt, denn nach Mazel Tov bin ich erstmal los gerannt und habe mir die restlichen CDs der Jungs besorgt. Prinzipiell gab es bei dem Backkatalog nicht eine einzige Enttäuschung, daher hoffe ich mal, dass die Band in der Lage ist den Vorgänger erneut zu toppen. Man wird sehen. Bis dahin kann ich jedem Fan von Ska-P und extravagantem Ska-Punk diese CD  nur wärmstens empfehlen. Die Aufmachung wurde bei dem ReIssue auch noch mal gesteigert mit einem feinen Digipack und den Texten in Originalsprache + den englischen Übersetzungen. Weise Entscheidung mit den Texten, denn die politisch engagierten Talco haben doch einiges Interessantes mitzuteilen und wer spricht in unseren Breitengraden schon italienisch. Absolute Kaufempfehlung, aber Vorsicht Suchtgefahr!  1  Daniel

THE UNJERKS - SHOWVIEW CD (21.02.2010)

(www.unjerks.de, www.myspace.com/unjerks)
Hamburg hat noch mehr zu bieten als nur die Reeperbahn und einen riesen Hafen. Seit geraumer Zeit treiben da so diverse Ska-Punkbands ihr Unwesen. Wenn das so weiter geht, gibt es demnächst auch bestimmt eine spezielle Schublade für Hamburger Ska-Punk. Neben den berühmt berüchtigten Skatoons und No Life Lost, um nur mal die ein oder anderen zu nennen, stehen nun auch die Jungs von The Unjerks in den Startlöchern, um den bunten Reigen der Region zu füllen. Nach einen eher unbeachteten Demo schicken die Jungs  ihren ersten vollen Tonträger ins Rennen. Das Resultat fällt hier dementsprechend auch gar nicht so schlecht aus.  Bei einer Musikrichtung in der regelmäßig neue Bands wie Pilze aus dem Boden schießen und der Markt mehr als gesättigt ist, dürfte es gar nicht so leicht sein, das verwöhnte Publikum zu begeistern. Mit ihrer eigenen Definition von Ska-Punk sind die Unjerks dagegen auf einem guten Weg. Mehrstimmige Bläsersätze, eine Menge an Gitarrenarbeit und genügend Kreativität bescheinigen den Jungs bei den 10 Songs durchaus genügend Abwechslung. Mit flottem Tempo kratzt man diverse andere  Genres gleich mal mit an und verskankt nicht nur den alten Klassiker Lets Twist again von Chubbie Checker (natürlich zu „Lets Skank again“), sondern erweitert seine Spielvielfalt auch noch mit leichten Metalelementen beim Song „Letter From Hell“. Das Stück wirkt so ein bisschen als wenn Iron Maiden mit den Busters über Nacht im Studio eingeschlossen gewesen wären und einfach mal die Instrumente getauscht hätten. Netter Einfall und auch noch nicht tausendmal vorher schon da gewesen. Im großen und ganzen bleibt man aber letztendlich dann doch beim Ska-Punk, der dafür jedoch recht einfallsreich umgesetzt wurde. Liebhaber des Genres könnten hier durchaus auf ihre Kosten kommen.  3  Daniel

V.A.: ES LEBE DER PUNK VOL. XII CD (21.02.2010)

(www.nix-gut.de)
Ein weiterer „Deutschpunk“-Labelsampler aus dem Hause Nix Gut mit Bands wie FREIBEUTER AG, NI JU SAN, ALARMSIGNAL, DIE GEFAHR, KONDOR, LÜKOPODIUM etc., der viel belanglosen Durchschnitt, ein paar Ausflüge in formvollendeten Stumpfpunk (ZECKENTERROR, ABFLUSS) und ganz wenige Highlights (wenn überhaupt) bietet. Meilenweit entfernt von der Qualität anderer Labelsampler und erst recht von Kult-Samplern aus deutschen Landen, wie man sie von früher noch kennt. Überflüssig. 20 Songs in 63 Minuten. Günni

VERBOTENE FRÜCHTE # 18 (21.02.2010)

(www.verbotenefruechte.de.tl)
Wie immer im A6er Format kommt das kleine, aber dafür mehr als prall gefüllte DiY-Fanzine hier rein geschneit und informiert auf insgesamt 140 Seiten über Punkrock und Artverwandtem. Artverwandtem deshalb, weil die Mischung in dem sympathischen Heft jedes mal weit über das übliche Maß hinaus geht. Hier gibt es nicht nur Punkrock sondern des öfteren auch den ein oder anderen Bericht aus nahe liegenden Subkulturen wie Psychobilly und sogar Gothic bzw. Wave. Dieses Mal falle ich allerdings einfach mal mit der Türe ins Haus und fange erstmal an zu kritisieren. Das aktuelle Heft besteht zu 2/3 fast nur aus Konzertberichten, eigentlich immer ganz interessant zu lesen, zumindest wenn man dabei gewesen ist, aber dieses mal ist es eben einen kleinen Deut zu viel. Berichtet wird über verschiedene Konzerte wie dem Umsonst & Draussen in Porta 2009, dem Taubertal 2009, dem Mera Luna 2009 (Gothicgroßveranstaltung), Woodstick-Festival, Broilers in Berlin, Depeche Mode in Hannover, Billy Talent in Bielefeld und so weiter und sofort. Die Liste ließe sich noch eine ganze Ecke länger schreiben. Sorry, aber dafür das ich auf keinem einzigen Festival oder Konzert zu gegen war, da es einfach außerhalb meinem Einzugsgebietes liegt, ist es einfach zu viel des Guten. Das Toxpack Interview hingegen ist dafür wiederum so interessanter und deckt doch tatsächlich die ein oder andere Neuigkeit auf. Plattenreviews gibt es auch wie immer in Hülle und Fülle und somit habe ich letztendlich doch noch genügend zum Lesen gehabt. Ebenfalls ganz interessant war ein Bandbericht über die bereits aufgelösten Contra D. und ein nostalgischer Artikel mit der Überschrift „Die Tagesschau vor 18 Jahren“, bei dem der Schreiber relativ kurze Anekdoten zu  damaligen Konzerten preis gibt. Fand ich persönlich sehr amüsant, da eben die ein oder andere Überschneidung bei mir an Bands dabei waren. Für die nächste Ausgabe hoffe ich einfach mal, dass wieder mehr Interviews und etwas weniger Konzertberichte an Bord sind. Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu meckern „dat“ Teil gibt es für lau und dafür war es sonst eigentlich immer relativ lesenswert. Ich bin fest davon überzeugt, die nächste Nummer wird wieder einen Ticken besser. 4+  Daniel

WITH CHAOS IN HER WAKE - TREASON CD (21.02.2010)

(Rising / PHD / Gordeon Promotion)
Diese britische junge Combo setzt zum Kampf an und möchte mit diesem Album eine Schneise der Verwüstung ziehen. Bevor es auf in die Schlacht geht, sollten die Jungs aber noch ein wenig trainieren. Vom spielerischen her ist alles o.k, sprich, die Instrumente werden beherrscht. Bei der Produktion sind die Klampfen leider viel zu sehr in den Hintergrund gemischt, somit gibt es eine absolute Gesang / Schlagzeug Dominanz. Schade. Leider mangelt es auch an Ideen bzw.ist das Songwriting für diesen Bereich einfach viel zu einfach und durchschnittlich. Da muss noch mehr passieren. Interessant für Fans von The Black Dahlia Murder, aber unbedingt vorher reinhören. Note: 4   Marcel

OI! THE PRINT #30 (21.02.2010)

(www.oitheprint.at)
Was soll ich über dieses Fanzine noch groß schreiben??? Wie immer lesenwert, interessante Berichte, gute Bands werden vorgestellt und super informativ. Als Aufmacher dienen diese Ausgabe Stomper 98, immer wieder gern gesehene Gäste im OTP, die zurzeit richtig durchstarten. Sehr interessant auch das Interview mit Steve Smith, Sänger von Red Alert und diversen anderen Bands, der hier einige coole Anekdoten zu berichten weiß. Zwei andere Interviews mit Bands deren Musik ich sehr geil finde, möchte ich noch erwähnen, mit den Guv`nors aus Dänemark und The Cliches aus Schweden. Erstere Band halte ich persönlich für völlig unterbewertet, irgendwelche Rumpel OI! Bands haben da einen viel höheren Status.
Man kann auch wieder etwas lernen bei OTP: zum einen über die Abhörstationen der Alliierten in Berlin und es gibt Nachhilfe in Sachen Biologie mit einem Bericht über Riesenschlangen. In der Rubrik der kaputten Existenzen wird dieses Mal der Serienkiller Joel Rifkin vorgestellt, dessen letztes Opfer die Freundin des Reagan Youth Gitarristen war. Der Macher lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, zur Auflockerung gibt es im Heft verteilt Porträtaufnahmen von Renees. So wird es mit OTP nie langweilig. Als Bonus gibt es noch eine CD mit viel guter Musik. Ie immer eine runde Sache das OTP.  
2   sickguy77

OX-Fanzine #88 – Februar / März 10 (21.02.2010)

(www.ox-fanzine.de)
Das Cover der Ausgabe gehört mal wieder den doch sympathischen Kieler Jungs von Smoke Blow. Das dazugehörige Interview mit Auskünften über das neue Album und andere Abstrusitäten des Musikbusiness, wie "Psycho D Soost", findet sich auf 1 1/2 ausführlichen Seiten im Heft.
Sehr lesenswert auch (wieder) in dieser Ausgabe: Die Kolumne des Herrn Klar, Mann? - diesmal zum Thema "Datenantifa" im worldwideweb. Manchmal wünscht man sich, Hacker zu sein, hehe…
Die Labels, die in dieser Ausgabe vorgestellt werden, sind Search For Fame Rec. aus Düsseldorf, Rising Riot Rec. aus Unna und Spastic Fantastic Rec. aus Hamm.
Ungewöhnliches und Satirisches kommt von dem Comic-Strip Zeichner Tom Körner, der schon seit 18 Jahren für die taz zeichnet und dem dabei trotzdem nicht die Inspiration ausgeht.
Der ein oder andere hat vielleicht etwas am Rande der Medien von dem "Heavy Metal and Gender" Kongress in Köln gehört, der letzten Oktober stattgefunden hat. Mit diesem Thema befasst sich auch ein sehr interessanter Artikel, der die Rolle der Frau in der Rock-/Metalgeschichte von Suzi Quatro über Doro Pesch bis hin zu Arch Enemy beleuchtet. Sowas wie diesen Kongress muss man sich vielleicht nicht antun, aber den Artikel schon eher… Passend hierzu auch irgendwie das Interview mit Melanie (& The Secret Army), die wohl definitiv im Leben "ihren Mann steht".
Ausserdem gibt es ein nettes Feature über Punk in Finnland, zu dem Joose Berglund (Stupido Twins) befragt wurde, Conny Lösch gibt Einblicke in den Beruf der Übersetzerin (ich danke ihr für die authentische Übersetzung von England's Dreaming von Jon Savage, ohne die sich mir das Buch wohl nicht wirklich erschlossen hätte!) - sehr interessant!
Dann geht die "Little Drummer Boy" Chronologie in die zweite Runde - diesmal mit Pokey Mo (Leeway, Agnostic Front) und weitere Interviews im Überblick: Alkaline Trio, Fehlfarben, Cute Lepers, Backyard Babies, Motorpsycho, BYO Records/Youth Brigade, The Units, OI POLLOI, PVC undundund… Wieder mal informativ bis zum überquellen. Starlet

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