Archive for Januar, 2010

SCHARMÜTZEL – FORWARD INTO WAR CD (24.01.10)

(www.bandworm.de)
Die Baden-Württembergische Skinhead-Combo SCHARMÜTZEL treibt ja nun schon seit einiger Zeit wieder ihr Unwesen und mit ihrem neuen Werk „Forward Into War“ landet auch endlich mal ein Longplayer der Band bei mir. Der kommt im verdammt schicken Digipak mit 24-seitigem Booklet mit allen Texten und zahlreichen Illustrationen. Wie anscheinend im Hause SCHARMÜTZEL üblich wird sowohl auf Deutsch als auch englisch gesungen und zudem viel Wert auf Abwechslung gelegt. Hier folgt ein metallischer, aggressiver Oi!-Song auf stampfendes Midtempo, ein punkigeres Stück auf ein balladeskes und sogar Folk-Einflüsse  (z.B. mit der Schottenhymne „Flower of Scotland“) finden sich auf dem Album ein. Man legte Wert auf eine zeitgemäße Produktion, bei der zwar der Bass gut aus den Boxen bollert, das Schlagzeug aber für meinen Geschmack gerne etwas knalliger abgemischt hätte werden können. Textlich gibt man sich klassenkämpferisch (ich habe nicht mitzählen können, wie oft der Begriff „Working Class“ bemüht wurde) und sozialistisch, allerdings ohne in linke Klischees zu verfallen. Außerdem wird die eigene Szene (nicht nur positiv) besungen und auch persönliche Anklänge finden sich. In „The Invisible“ werden Verschwörungstheorien („WTC was an inside job“) wiedergekäut, was ich in dieser Form dann doch etwas befremdlich finde. Schlecht ist die Platte nicht, mir mit seinen 18 Songs (+ In-/Outro) in satten 59 Minuten Laufzeit aber zu lang. Das Weglassen einiger schwächerer oder thematisch sehr ähnlicher Songs hätte das Album gut straffen und ihm zu einem insgesamt besseren, homogenen Eindruck verhelfen können. Auf Balladen wie „Love Is Dead“ komme ich überhaupt nicht klar, aber die Schnulze „To Die For“ mit ihrem galoppierenden Rhythmus ist klasse und das folkige „Tribute To The Working Class“ ebenfalls großartig. So einen Sound hört man von einer deutschen Oi!-Band nicht alle Tage. Mein Anspieltipp aber lautet: „Having A Laugh“. 3. Günni

SKARBONE 14 – SATELLITES CD (24.01.10)

(www.myspace.com/skarbone14, www.anr-music-org)
Belgien ist sonst eigentlich eher bekannt für traditionellen Ska. Man denke da nur an die Moon Invaders oder  die Caroloregians. Skarbone 14  kommen zwar auch aus Belgien stehen aber für modernen Ska mit Punkeinfluss, um nicht zu sagen Ska-Punk. Die Band selbst bezeichnet ihren Sound als Ska-Rock, was ich so auch gelten lassen kann. Aber unüberhörbar ist da auch Punk mit im Spiel. Nicht unbedingt in jedem Stück, aber doch in so einigen eben. Die Belgier spielen einen eigenständigen Mix, der mit verschiedenen Beilagen garniert wird.  Das reicht von Reggae über Salsa bis hin zu relativ seltenen Ideen wie Dixieland und ähnlichem. Mal mit ordentlich Feuer im Arsch und je nach Bedarf geht es auch schon mal ein bisschen gediegener zur Sache. Etwas heikel wird es bei den  Hip-Hop Einflüssen, die ich persönlich im Ska überhaupt nicht vermisse. Allerdings muss man dazu sagen, dass die auch nicht so besonders ins Gewicht fallen, da sie doch eher sehr dezent gehalten werden. Ganz anders und absolut positiv hingegen sind die Bossa-Nova Elemente wie beim Stück “Marie-Jeanne“. Eine wirklich nette Idee und bisher auch ziemlich selten im modernen Ska-Bereich. Die Belgier gehen auf ihrem dritten Werk die ganze Sache sehr durchdacht an und können durchaus mit der einen oder anderen Seltenheit glänzen. An Ideenreichtum mangelt es den Jungs jedenfalls nicht. Kein Song gleicht dem anderen und trotzdem haben Skarbone 14 ihren ganz eigenen Stil gefunden, der sich konsequent durch das gesamte Album zieht. Mit 13 französischen und einem englischen Titel ist den Musikern eine Platte gelungen, die wirklich vor Abwechslung sprüht und durchaus den ein oder anderen guten Song zu bieten hat. Das ganze ist zwar nix für Traditionalisten, aber wer hin und wieder auch auf abwechslungsreichen Third Wave Ska mit leichtem Punkeinfluss steht, kann sich die Platte durchaus mal zu Gemüte führen. Enttäuscht wird man hier ganz sicher nicht!  2-3  Daniel

THE SKATOONS - HIGH NOON AM HANSAPLATZ CD (24.01.10)

(Rotlicht Records, www.rotlichtrecords.de)
Ska-Punk die Hunderttausendste! Seit der Zusammenführung von Ska mit Punkrock fällt es mir generell recht schwer mich von dieser „Crossover“-Musik beeindrucken zu lassen. Nur selten schafft es eine Band aus diesen zwei Richtungen einen wirklich interessanten Stil zu entwickeln, der nicht immer nur auf Partygehopse ausgelegt ist. Ska hat, wenn man es ernst betrachtet, doch ein wenig mehr als nur Party und Sonnenschein zu bieten. Leider scheint das bei den Skatoons aus Hamburg, die für mich hier so etwas wie das Nordische Gegenstück zur Sondaschule bilden, noch nicht so ganz angekommen zu sein. Das Album besteht aus schnellen Ska-Punksongs, die sich mit Partytexten und annähernd ernsteren Themen relativ die Waage halten und dennoch nicht schaffen  auf Dauer zu begeistern. Textlich haut man zwar hin und wieder in die richtige Kerbe bei Stücken wie „Geben zum Leben“ oder „`S Reicht“, was aber andererseits von Stücken wie „Pornostar“ oder „Vollgas“ wieder aufgehoben wird. Musikalisch läuft das ganze dann doch wieder nur auf  partytauglichen Ska-Punk hinaus. Die Skatoons mischen, wie schon auf vorangegangene Alben, leicht hektische Offbeats mit Punkrock und einem kleinen bisschen“ Ärzte“-Flavour. Leider kommen die Jungs auch dieses Mal  damit wieder nicht  über das Mittelmaß hinaus und gehen dabei zwischen den vielen anderen Bands des Genres unter. Obwohl sie ihre Instrumente beherrschen, können sie auf langer Strecke gesehen nicht wirklich überzeugen. Dafür fehlt den Jungs einfach das gewisse Etwas an Abwechslung und Ideenreichtum. 4- Daniel

SOCIAL DISTRUST – WHO IS MY KILLER? CD (24.01.10)

(Wanda Records, www.wandarecords.de)
Gibt es eigentlich ein schlechtes Release bei Wanda Rec.?? Im Sauerland haben sie diese Punkrockband ausfindig gemacht, die sich vor 7 Jahren gegründet hat. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bandmitglieder zarte 13 Jahre alt!! Was haben die Jungs die ganzen Jahre getrieben, das der Sänger eine so verrauchte, verlebte und kratzige Stimme hat? Das Leben im Sauerland ist eines der härtesten, scheint es mir…
Musikalisch hat es mit den großen Social D. aus Übersee begrenzt zu tun, hier gibt es ein Gemisch aus Punk und feinem Schweinerock. Sozusagen eine Mischung aus US Bombs, Cellophane Suckers und Hellacopters. Die super produzierten 10 Songs werden mit einer Souveränität runtergespielt, dass einem die Spucke wegbleibt. Das könnte das x-te Album sein und nicht das erste. Saustarkes Debut dieser jungen Band, die uns in Zukunft hoffentlich noch mehr solche Kracher um die Ohren hauen werden. Anspieltipps: „Present“ ; „Silence“ ; „The walls“   2  sickguy77

THE SUICIDE KINGS – RULE HE APOCALYPSE CD (24.01.10)

(www.kb-records.com)
Für das KB Label sind die Suicide Kings eine Band, die etwas aus dem Rahmenprogramm fällt. Hier wird kein typischer OI! Oder Streetpunk gespielt, sondern eine Mischung aus Schweinerock und Metalcore. Die Band um den bis zur Halskrause tätowierten Sänger Briese spielen englischsprachige Songs, die sich um die dunkle Seite des Seelenlebens, Krieg oder Lokalpatriotismus drehen. Eine Strophe vom Lied „South of Hessen“ wird auf deutsch gesungen, was der Sänger ganz gut macht, stellt man sich die Frage, warum die Band nicht mehr Songs davon im Songangebot hat. Die Jungs geben gut Gas, und der Sänger hört sich echt roh an. Gut vorstellbar, wie dieser Live abgeht und dem Moshpit einheizt. Die Metal Anteile im Schlagzeug- und Gitarrenspiel geben aber für mich den Ausschlag die Musik nicht so gut zu finden. Die Songs sind auch fast alle eine Kante zu lang, schade eigentlich, dann ich meine, das die Band durchaus Potential und die Energie hat, der  Song „Dark Empire“ geht da schon genau in die richtige Richtung.  3-  sickguy77

STOMPER 98 – „…4 THE DIE HARDS“ CD (24.01.10)

(www.sunnybastards.de)
Im Rahmen ihres 10jährigen Jubiläums hauen uns Stomper, nach ihrer Doppel CD „Tage deiner Jugend“ noch zwei weitere Releases um die verdreckten Ohren und bei diesem Output werden Euch viele alte Songs, im neuem Gewand präsentiert und das alles nicht hoch digitalisiert, sondern schön dreckig im 80ziger Jahre Sound, als man Fights noch auf der Straße und nicht übers Internet austrug ;-) Neue Songs gibt es leider nicht zu hören, aber wer nicht alle Singles der Crew hat, kann mit dem Kauf dieser CD einfach nichts falsch machen. Songs wie „Stomper 98“, „Stadiongeflüster“, „Genug ist Genug“, „Der wahre Feind“ sind einfach zeitlose Klassiker. Und die ganzen Songs wurden nicht einfach so lieblos draufgeklatscht, sondern diese CD wurde wie eine RADIO SENDUG gestaltet und es wurden Telefonanrufe (teils sehr lustig) befreundeter Bands wie (Emscherkurve 77, Eastside Boys, Cro Mags, Die Kassierer ect) mit in die CD eingebaut. Mehr als großartig ist auch das beiliegende 24 – Seitige Booklet, in dem es die komplette Geschichte der Band nachzulesen gibt. Ganz großes Kino und sehr interessant. Insgesamt gibt es hier nichts zu meckern, da hier ein verdammt guter Job seitens der Band und des Label angeliefert wurde. 1  FRANK

THEKENPROMINENZ – AUF EIN WIEDERSEHEN CD (24.01.10)

(www.kb-records.com)
Aus der östlichsten Stadt Deutschlands, Görlitz, beehrt uns die THEKENPROMINENZ mit ihrem Debütalbum. Die vier Skins spielen typischen deutschen Oi!-Punk, dessen Texte sich um Themen wie Party, Freundschaft und Rache und Humoristisches drehen und die ich jetzt als nicht allzu gehaltvoll bezeichnen würde. Man hat aber viel Spaß bei der Sache und legt musikalisch ein souverän gespieltes Oi!-Punk-Brett härterer Gangart á la LOIKAEMIE hin. Der Gesang klingt mir allerdings etwas zu aufgesetzt hart. Wer immer noch nicht genug von prolligem deutschen Oi! hat, sollte ruhig mal reinhören. Die Band zählt zunächst nur lokal zur A-Prominenz, ist aber sicherlich noch steigerungsfähig. Das Booklet wurde mit seinen vielen Fotos und allen Texten grafisch sehr angenehm gestaltet, aber wie viele Plattencover mit am Tresen sitzenden Skins gibt es mittlerweile eigentlich…? Elf Songs in 36 Minuten, Anspieltipp: „Der Osten rockt“. 3-. Günni

V.A.: SOUNDTRACK DER STRASSE III CD (24.01.10)

(www.kb-records.com)
Soundtrack der Strasse bietet einen aktuellen musikalischen Querschnitt des Labels KB-Records. Zu einem Niedrigpreis gibt es diese CD mit 16 Bands und 18 Songs zu ergattern. Jeweils mit 2 Songs vertreten sind die Hausband Krawallbrüder und Soifass aus Berlin. Musikalisch ist der Rahmen klar abgesteckt, OI-Punk, bzw Streetpunk gibt es hier auf die Ohren, damit konnte man bei dem CD Titel rechnen, denn Skinheads singen immer viel von der Strasse und was sie dort so treiben. Natürlich dreht sich dabei viel um den Alkohol, die Szene, Beziehungsproblemen usw. Wie das mit Samplern so ist, wechseln sich hier Licht und Schatten ab, der Schatten was das musikalische angeht überwiegt aber leider. Die meisten Songs, Bands sind Durchschnitt, es gibt einige Grottenschlechte Songs, Stumpfoi vom Feinsten wir da geboten. Aber es gibt auch gute Songs für die Ohren, Soifass, Riot Company und Combat77 liegen da klar über dem Durchschnitt. Aber was will man sich beschweren, für den Preis bekommt man viel Musik und einen Überblick von KB Records. 3- sickguy77

V.A.: BRUTAL SCENE VOL.2 DVD (24.01.10)

(www.myspaces.com/oitapes)
Na, ganz so brutal ist nicht alles was auf dieser DVD enthalten ist. Die DVD präsentiert die besten Band`s der Tschechischen und Slovakischen Punk, Ska, Hardcore und Oi Szene, womit das Musikalische Spektrum schon geklärt wäre. Cool ist, dass jede Band einen Videoclip präsentiert, wobei die meisten gut bis sehr gut produziert und umgesetzt wurden. Als Bonus gibt es noch ein paar Bandfotos und MP3.Ist für jeden Geschmack etwas dabei. Am Start sind unter anderem Konflikt, Toxic Baby, Godnoise und und und…..Einziges Manko ist das fehlende Booklet, wobei ich nicht weiß, ob jetzt nur bei der Promo keins dabei war.  Note: 2  Marcel

JUNGE ROEMER – DEKUBITUS PROPHYLAXE CD (24.01.10)

(www.myspace.com/jungeroemeronline)
Von den österreichischen JUNGEN RÖEMERN mit der eigenartigen Schreibweise hatte ich bislang nur dann und wann was in Fanzines gelesen, wurde darüber hinaus aber nie mit ihnen konfrontiert. Diese musikalische Bildungslücke kann nun auch geschlossen werden, da mir der neue Tonträger der drei Jungs vorliegt. Gespielt wird ziemlich punkiger Streetrock, der sehr gut, aber nicht überproduziert wurde. Musikalisch ist das eigentlich ganz lecker, einige Refrains sind verdammt gelungen und ohrwurmtauglich und die angenehme Stimme des Sängers verfügt über Wiedererkennungswert. Textlich ist das aber alles ziemlich ernst und humorlos ausgefallen. Man versucht, poetisch zu klingen, stolpert mitunter aber ganz schön durch die Sprache. Inhaltlich gibt man sich gesellschafts- und systemkritisch, aber auch persönlich und nachdenklich. Ich weiß nicht, über wie viele Platten man genau das schreiben kann, aber so ist’s nun mal. Gewisse Allgemeinplätze hängen aber auch selbst mir Pathoserprobtem langsam aber sicher irgendwie zum Hals raus, solange sie sich nicht durch irgendwelche Besonderheiten von der Masse abheben. Ok, man merkt den nicht mehr ganz JUNGEn RÖEMERn schon an, dass sie sich Mühe gegeben haben, was sich allein schon an der Länge so manchen Textes bemerkbar macht – trotzdem setzen diese sich nicht wirklich fest und rauschen bei vielen Songs eher an mir vorbei. Am prägnantesten ist da sicherlich „Justitia“, ein Song, der zur Lynchjustiz an Sexualstraftätern aufruft. Je mehr so ein Song danach klingt, nicht wütend aus dem Bauch, sondern berechnend aus dem Kopf heraus zu kommen, desto skeptischer macht mich so etwas. Mit seinem musikalisch genialen Refrain ist „Justitia“ aber dennoch mein Highlight des Albums – so widersprüchlich das jetzt auch klingen mag. Ebenfalls sehr gelungen, wenn auch etwas poppig (hab ich da ein Keyboard rausgehört?) klingt „Wie früher“ und mit „Schlafe, wenn du tot bist“ gibt’s dann auch noch einen Text, der mir wirklich gut gefällt. Das Digipak im „Stempelcover“-Look ist sehr schlicht geraten und im Booklet sind alle Texte inkl. leider vieler Rechtschreibfehler abgedruckt. Elf Songs in 39 Minuten. 3. Günni

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