Asociale – 1990 – 2010 / Complete Collection CD (05.09.10)

(Bandworm Records, www.oi-punk.de)
Die fleißigsten sind die Italiener von Asociale in den letzten 20 Jahren nicht gerade gewesen. Das neue Album bzw. diese Compilation beinhaltet die 7“ der Jungs und diverse Samplerbeiträge plus 6 neue Songs. Ob diese CD  ihre Berechtigung hat? Nun mit 6 neuen Songs, denke ich, geht es auf jeden Fall als ok durch und schlecht ist das was die Jungs hier abliefern auch nicht unbedingt. Musikalisch gibt es recht simplen, rauen  Oi! wie er in den 90ern häufig anzutreffen war. Sprich einfach und simpel, mit Bandchören und eingängigen Refrains trotz italienischer Sprache. Teilweise sind die Texte trotz italienisch leicht zu verstehen, wie beim Song „ Nienta Politica Solo Oi!“ was sicherlich jeder raffen dürfte. Für Legastheniker noch mal in langsam „Keine Politik, nur Oi!“ haben sich die Jungs auf die Jacke geheftet. Beim 5. Stück wird „Hoxton Tom For President“ gefordert, was ja dann doch wieder für Politik spricht. Wobei der Song ganz sicherlich nicht ernst zu verstehen ist. Es gibt ein paar Offbeateinlagen und zum Schluss noch mal ein Dub-Stück, das sorgt für Abwechslung. Ich denke, ohne diese Zusammenstellung wären Asociale wahrscheinlich in Vergessenheit geraten und so haben diejenigen die die Band damals verpasst haben die Möglichkeit sich auf einen Schlag den gesamten Backkatalog zu zulegen, ohne nach den nur noch schwer erhältlichen Samplern aus den 90er Jahren zu suchen. Wobei man auch ganz klar zugeben muss, dass es sich hier definitiv nicht um einen Klassiker handelt. Die Plattensammlung wäre auch ohne Asociale  noch immer gut sortiert.  Ob es sich als eine kluge Entscheidung erweist ein Band aus dem frühen Chsiwick Labelprogramm zu covern wage ich zu bezweifeln. Die Jungs werden mit dem Song „A-so-cia-le“ sicher keine Lorbeeren ernten, auch wenn zu dem Zeitpunkt als der Song geschrieben wurde, die Politik in der gecoverten Band noch keine Rolle spielte.  Und nein, es sind nicht Motörhead, die auch bei Chiswick vertreten waren. Ich finde auf so ein Cover kann man heute getrost verzichten. So eine Coverversion braucht kein Mensch und dafür gibt es auch einen klaren Minuspunkt. Wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass das genau beabsichtigt ist um ins Gerede zu kommen. Ansonsten bleiben unterm Strich 10 Songs die als ganz nett durchgehen, wenn man was für unbekanntere, exotischere Oi! Sachen übrig hat. Pluspunkte gibt es noch für das wirklich nett gestaltete, dicke Booklet das neben den Songtexten auch ein paar Worte des Sängers beinhaltet und einiges an Bildern vorweisen kann.
Note: 3-  Daniel

Borderpaki – 1362 CD (05.09.10)

(www.sn-punx.de)
BORDERPAKI aus Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile schon seit 15 Jahren, trotzdem ist das dritte Album das erste, das ich in Gänze zu hören bekomme – bisher kannte ich die Band nur von Sampler-Beiträgen. Zu deutschsprachigem Gesang wird flotter, gekonnter, aber recht überraschungsarmer Punkrock der melodischeren Form dargeboten, dessen Riffs immer mal wieder verdächtig an die anderer Bands erinnern – zumindest teilweise aber beabsichtigt. Rübis Gesang ist klar und die von ihm vorgetragenen Texte pendeln zwischen Klischee, Betroffenheitslyrik und nicht recht zünden wollendem Humor auf der einen und norddeutschen Themen wie Sturmfluten (daher auch der Titel), Seefahrerromantik und bissiger Systemkritik auf der anderen Seite. Lyrisch ist man sehr bemüht, was mal mehr, mal aber auch weniger fruchtet, z.B. wenn sich „Maybach“ auf „Reibach“ reimt o.ä… Produziert ist das recht ordentlich, der Gesang kommt gut rüber und ist verständlich. „1362“ ist für mich ein durchschnittliches „Deutschpunk“-Album mit einigen guten Ansätzen. Etwas mehr Eigenständigkeit würden BORDERPAKI aber gut zu Gesicht stehen. Vom Bodensatz ihres Ex-Labels „Nix Gut“ sind sie aber glücklicherweise viele Seemeilen entfernt. Das Booklet enthält alle Texte und wurde ansprechend in Schwarzweiß gestaltet. Warum allerdings der Promo-Wisch die Band anpreist wie Sauerbier und dabei keine noch so abgedroschene Phrase auslässt, will mir nicht in den Sinn. Das finde ich echt peinlich und möchte ich an dieser Stelle aber nicht speziell auf Band bzw. Label gemünzt verstanden wissen, sondern auf ALLE Bands und Labels, die sich einem nicht näher definierten Underground zugehörig fühlen, aber derartige Werbeschreiben verbrechen. Nix für ungut. Zwölf Songs in 42 Minuten. 3 Günni

BRDigung – Tod Aber Lebendig CD (05.09.10)

(Antirockstar Ind., info@antirockstar.de)
Kiek an, wat neues von der BRDIGUNG. Das Debütalbum vor zwei Jahren fand ich ja noch durchwachsen, konnte aber viele gute Ansätze erkennen. Und jetzt? Hat man fast alles richtig gemacht. Die Jungs spielen immer noch ihren treibenden Metal-Punk, aber die geniale Lead-Gitarre kommt noch geiler rüber und fiedelt sich einen ab, dass manche Metal-Band vor Neid erblassen dürfte. Der Gesang ist rauer geworden und die düsteren, ausschließlich in deutscher Sprache vorgetragenen Texte sind besser. Dabei wird ein breites Spektrum abgedeckt: Von persönlich bis kritisch, dabei oft voller Pathos und manchmal etwas ZU dick aufgetragen, aber nur noch selten holprig, dafür umso öfter richtig gut. Und glücklicherweise beließ man es bei einem einzigen selbstbeweihräucherndem Song der Frankfurter Schule. Kräftige Refrains zum Fäusteballen, ein paar Chöre zum Mitgrölen und eine fette Produktion machen das Vergnügen perfekt. Im alle Texte enthaltenden Booklet präsentiert man sich mit professioneller Gestaltung und ebensolchen Bandfotos stylisch ohne Ende. Für Punk-Puristen ist das sicherlich nichts; aufgeschlossenere Menschen, die bei den Begriffen „Metal“ oder „Streetrock“ nicht gleich panisch die Flucht ergreifen, sollten aber unbedingt mal reinhören. Wem bereits das Debüt zusagte, kann blind zugreifen. Eine beachtliche Steigerung – von dieser Band wird man noch viel hören. 14 Songs in 48 Minuten ohne einen einzigen Ausfall! 2. Günni

Curbs – The City Of Dreaming Spires CD (05.09.10)

(Pate Records, FinestNoise Promotion)
Wenn man "Britpop" macht, aber leider aus Österreich kommt gibt’s nur eine Lösung: Man fliegt nach Oxford um dort Album Nummer drei einzuspielen. Gesagt, getan. So Britpop like finde ich die Scheibe jedoch gar nicht. Klar, hier und da kann man das ganze schon in die Kiste einordnen, aber all in all haben "Curbs" hier eine schöne Pop Platte eingespielt, die eher Fans von Reamonn als von Oasis begeistern dürfte was aber absolut nicht negativ gemeint ist. Das hier erfahrene Mucker am Start sind hört man sofort und topp ist wirklich die Produktion. Alles glasklar produziert und man fühlt sich beim hören, als schwebte man im Orbit. "Spare Parts" oder "Sunshine Skyway" mal antesten.
Note: 3  Marcel

Die Arbeitslosen Bauarbeiter – Live Im SO 36 Berlin CD (05.09.10)

(www.pukemusic.de)
DIE ARBEITSLOSEN BAUARBEITER aus Karl-Marx-Stadt haben im Dezember 2009 ein Live-Album im Kreuzberger SO36 aufgenommen, das zu beurteilen mir schwer fällt, da ich bisher quasi nichts von der Band kannte. Musikalisch würde ich das als Funpunk mit ein wenig Asi-Charme à la LOKALMATADORE oder so einordnen. Der Live-Sound klingt sehr ordentlich und macht Laune, scheint eine gelungene Party gewesen zu sein. Ein paar Ohrwürmer sind ebenso dabei wie Coverversionen der TOTEN HOSEN („Auswärtsspiel“), von BLUR („Song 2“) und von J.B.O. („Ein Fest“). Die Platte hat viel Energie und verleitet zum hektischen Mitwippen und Biertrinken, was das gut zu hörende Publikum sicherlich auch tat. Dem tut auch der lispelnde Sänger keinen Abbruch. Ohne lange Ansagen oder Pausen folgt ein Song auf den nächsten, bis nach 18 an der Zahl nach 48 Minuten der Ofen aus ist. Für Freunde der Band bestimmt eine gute Wahl, zumal die Songs – obwohl ich die Originale gar nicht kenne – klingen, als würden sie um einiges flotter als auf den Studioalben vorgetragen werden. Als Bonus wurden noch drei Videos auf die CD gepresst, davon ein im Proberaum aufgenommener Clip sowie zwei Live-Clips vom Konzert. Ohne Wertung. Günni

Dumbell – Death Ray CD (05.09.10)

(Out On No Solution Records / Distribution Cargo Records)
Ich weiß nicht der wievielte Streich der Band dieses Album tatsächlich ist, aber neu im Geschäft sind die Jungs ganz sicher nicht. Mit einer fetten Sound-Dampfwalze rollt die Cd hier ins Haus und rückt den heutzutage leicht verschobenen Rock´n´Roll erstmal gerade. Wobei es hier mit einem einfachen Durchlauf nicht abgetan ist. Die CD brauchte schon mehrere Anläufe um dann auch die volle Wirkung zu zeigen. Lässt man sich auf den Dampfhammer Sound von Dumbell ein, entfaltet die Platte eine wirklich deftige Form von modernem Punk´n´Roll. Abseits der üblichen Bands wie Bones und Konsorten, mischen die Jungs einen Eintopf aus den Dead Boys, Misfits und einer guten Prise 80er Jahre Hardrock zu einer lecker angenehmen Sauerei. Schwere Gitarren, satter Sound und ein gewisses Gefühl für druckvolle Songs, ohne dabei Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, sorgen hier für angenehmes Hörvergnügen. Der Sänger klingt dann und wann schon mal nach Glen Danzig und an manchen Stellen versteckt sich auch ein gut rein gehender Refrain. Die Band selbst, die laut Internet in der Vergangenheit einen gehörigen Verschleiß an Mitglieder hatte, nennt ihren Sound „Doomsday Punk“, wo man sich ja eigentlich alles und nichts drunter vorstellen kann. Fakt ist aber, egal wie man es nennt, dieses Gebräu läuft relativ satt aus den Boxen und hat wirklich Potenzial zum mitreißen, auch wenn man mit Hardrock generell nicht soviel am Hut hat. Also nicht abschrecken lassen, das Gemisch hat durchaus Hand und Fuß und ist mit genügend Punkrock abgemischt um über die Hardrockelemente hinweg zu täuschen. Als Beweis am besten mal „“Stay Away From Me“ rein ziehen. Ein fetter Punkrocksong mit quietschenden Gitarren mitten ins Gesicht. Für die Rock´n´Roll lastigere Variante dann besser den Song „Big City Boy“ nehmen. Überhaupt gehen hier Rock`n´Rolligere Songs mit Punkrock-Songs und eben auch Hardrock verfeinerte Songs eine angenehme Partnerschaft ein und wechseln sich verhältnismäßig gut ab. Nach ca. 5 Durchläufen hatten mich die Jungs dann schließlich auch überzeugt und mit einem für meine Verhältnisse nicht so oft gehörten Sound durchaus mehr als überrascht. Note: 2  Daniel

Insite – Unter den Dächern dieser Stadt CD (05.09.10)

(MaxPowerRecords, www.myspace.com/insiteband)
Melancholische Schieflage, Texte in Deutsch und Englisch und leicht alternativ anmutende Klänge kommen von dieser noch recht jungen Truppe aus dem schönen Haltern am See, die teilweise über ihr Leid in einer deutschen Kleinstadt klagt. Die Cd fängt mit einem Geräusch von prasselnden Regen an und entpuppt sich als Schlechtwetter-Album. Die Jungs hängen verdammt fest in ihrer Melancholie, die sich wie ein roter Faden durchs Album zieht.  Zwischen ganz sanftem Deutsch-Punk und gitarrenlastigem Alternativrock wird hin und her gependelt, wobei die alternative Schiene zumeist Oberwasser hat. Die 5 englischen Stücke gehen schon teilweise in eine recht Wavige Richtung, die sich aber nicht so hundert prozentig einkreisen lässt. Bei den deutschen Stücken sind ebenfalls 5 Songs vorhanden, wo 2 Songs als ganz nett durchgehen und Punkrock zumindest ankratzen. Zum einen wäre das  „Ein bisschen Kapitalismus“ bei dem es sich um unsere scheinheilige Konsumgesellschaft dreht und zum zweiten noch das Stück „Das Letzte Eis“ das so ein bisschen in die Richtung von Turbostaat läuft. Die depressive Grundstimmung der Stücke nagt spätestens ab der Hälfte schwer an meinen Nerven und wird teilweise schon sehr anstrengend. In der zweiten Hälfte der CD wird es dann auch noch sehr schmusig und melancholisch wie bei „The Lyrics & The Feelings“ und „The Reason“. Hier artet das Album dann in langweiliges Gitarrengedudel mit englischen Texten aus. Boah nee, da ist bei mir dann auch der Höhepunkt erreicht. Das ist dann überhaupt nicht mehr mein Soundtrack, auch nicht für einen verregneten Sommertag. Da greif ich dann lieber zu Joy Division oder ähnlichem. Während die CD bis zum Stück Nr. 5 noch eine ganz angenehme Figur gemacht hat, geht es danach steil bergab. Für Gefühlsromantiker mag so was ganz nett sein, für andere eher anstrengend und langweilig. Im Übrigen endet die CD auch mit dem Regengeräusch, während ich mich gedanklich schon mal auf meinen bevorstehenden Spanienurlaub einstelle. Note: 4-  Daniel 

Destination Anywhere – Party, Love / Tragedy CD (21.08.2010)

(www.myspace.com/destinationanywhereska)
Vor knapp 2Jahren habe ich die MCD „You won`t bring me down“ die damals einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Die Band hat einige turbulente Zeiten hinter sich, die musikalischen Köpfe sind geblieben, der Rest der Musiker sind alle neu, dadurch ist die Band auf ein Oktett angewachsen. Der Musik hat es nicht geschadet, wie sonst auch gibt es eine Mischung aus Punkrock und Ska auf die Ohren. Der Punkrock ist wie sonst auch stark an den Westküstensound angelehnt, sprich NOFX, Pennywise standen für den Sound Pate.  Dieser überwiegt stark gegenüber dem Skaanteil, macht aber nichts, denn auch so verbreitet der schnelle melodische Punk gute Laune. Erst nach dem dritten Song kann man beim puren Skasong „Let us lie“ durchatmen. Da hat man passend zum Spätsommer die gute Laune Scheibe rausgebracht.  Nur solche Billy Talent Ausflüge wie „You make me drown” sollte man sein lassen. Texte sind alle in Englisch, wäre das anders würde die Sondaschule nach Ihrer durschnittlichen letzten Scheibe an der Spitze dieses Genre abgelöst werden.  2   sickguy77 

Die Fußball Weltmeisterschaft 2010 (21.08.2010

(Klartext Verlag, ISBN 978-3-8375-0391-3)
Hat jemand von Euch eigentlich noch die WM in Südafrika auf dem Schirm, obwohl diese ja erst vor wenige Wochen endete? Also mir kommt es so vor, als ob das schon Jahre her wäre, da die WM wohl Qualitativ nicht gerade zu den stärksten zählte und nur wenige Spiele wirklich in Erinnerung blieben. Der Essener Klartext Verlag war einer der ersten Verlage, die einen Überblick dieser WM in Buchform präsentierte, was aber leider auch so schnell war, das sich in der Erstauflage einige Fehlerteufel einschlichen, die man in einem beiliegenden Zettel korrigierte und sich für die Fehler in aller Form entschuldigte. Im Buch wird die Gruppenphase kurz angerissen und das Hauptaugenmerk liegt natürlich ganz klar auf die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft mit vielen Fotos der einzelnen Begegnungen. Zusätzlich gibt es als Service alle Ergebnisse, Tabellen der Weltmeisterschaften 1930 – 2006, was Ich für einen sehr guten Service halte. Für Fußball Fans ein absoluter Highlight und Muss.
1  FRANK          

Disctrict Divides – s / t CD (20.08.2010)

(www.razorblade-music.com)
Wie man es vom SS-Kaliert Label Razorblade gewohnt ist, gibt es hier wieder Hardcore- oder auch wahlweise Pogopunk genannt. Dieses Mal hat man eine Band aus Kalifornien an Land gezogen, die exakt zum Labelprogramm passt. Acht Songs lang, ist es noch eine MCD oder schon eine CD, geben die Jungs Vollgas, als Vergleich dienen da Casualties, also nicht nur optisch,  oder Monster Squad. Aber während man kämpferische Songs wütend runterbrettert, frage ich mich, wer den Manowar Gitarristen ins Studio gelassen hat. Diese Metalsolis zwischendurch passen so gar nicht zum aggressiven Gepolter. Beim Song „In our hands“ wird hemmungslos damit übertrieben, das es  fast unerträglich wird. Sonst geht die Musik auf alle Fälle in Ordnung, und wer auf diesen Sound steht und Metalgitarren zwischendurch keine Ohrenschmerzen verursachen sollte hier zugreifen. 3 sickguy77

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