Reviews Aktuell (25.07.2010)
Absturz – Die Ruhe Vor Dem Sturm CD
(Burn Out Records, www.burnout-records.net)
Richtig geilen Streetcore mit mächtiger Toxpack / Böhse Onkelz Schlagseite gibt es heute aus Siegen. Echt spitze was die drei jungen Burschen hier vom Leder ziehen. Natürlich kommt man an die genannten Bands (noch) nicht heran, aber sollten die Jungs weiter an sich arbeiten….wer weiß. Nach mehreren Durchläufen steht fest: Egal welcher Track des Albums angespielt wird; jeder Song ist ein Treffer. Coole Texte, schöne Melodien und ein astrein gestaltetes Digipack runden die Sache ab. Warum es nicht die Höchstnote gibt liegt an der hier und da leicht verstimmten Solo Gitarre, an der Tatsache das der Gesang im Vergleich zu den Instrumenten einen Tacken zu laut abgemischt wurde und das halt noch jede Menge Platz nach oben ist. Unbedingt im Auge behalten. Note: 2+ Marcel
Angel City Outcasts - s/t CD
(I hate people records, http://www.myspace.com/aco)
So, heute mal Mucke aus Californien. Da scheint ja immer die Sonne. Das merkt man diesem Longplayer auch an. Die ACO haben wirklich eine außergewöhnliche Mischung am Start. Rock`n`Roll,Country, bissken Pop und Rock und fertig. Aber alles unheimlich frisch, mit Liebe am Detail und wirklich klasse Songwriting und Umsetzung. Am Anfang wird noch schön Gas gegeben, wie bei "Five Guns West".Ab "Hold On" wird es deutlich Country und Blues lastiger, was aber überhaupt nicht stört, weil die Songs wirklich schön zu hören sind. Dürfte allen Fans von Guns`n`Roses,Garth Brooks,Leningrad Cowboys bis hin zu den Backyard Babies gefallen. Cool. 2 Marcel
B Soul All Stars – Greatest Hits CD
(www.madbutcher.de)
Nie von gehört und schon eine Greatest Hits Scheibe? Nun denn, Mad Butcher hat sich hier eine französische Band an Land gezogen, die sich den frühen jamaikanischen Klängen verschrieben hat und scheinbar schon einige Jahre unterwegs ist. Mir bis zum jetzigen Zeitpunkt absolut unbekannt, haben die 7 Musiker mittlerweile schon den einen oder anderen Tonträger raus gehauen und stehen hier mit einer wirklich versierten Form von Rock-Steady am Start. Nennt es meinetwegen auch Early Reggae, aber irgendwo zwischen diesen beiden Stilen bewegen sie sich auf einem recht hohen Niveau und beglücken hier mit Musik für die eher relaxten Stunden im Leben. Vor allem in der ersten Hälfte der CD geht es extrem entspannt zu und man bekommt gerade so noch mal die Kurve, bevor es zu langweilig wird. Satte 20 Songs lang gibt es einen Mix aus selbst komponierten Stücken und Coversongs, die spieltechnisch in einem wirklich guten Licht dastehen. Oftmals sehr entspannt und ruhig, aber immer mit dem nötigen Drive aus den endenden 60er Jahren und beginnenden 70er Jahren. Mit einer Hammondorgel in der Tradition eines Jacky Mittoos und satten Bässen der Rock-Steady Aera geht es für moderne Zeiten sehr traditionell zu Werke. Absolut hervorstechend ist die Auswahl der Songs, die nachgespielt werden. Wer denkt man vergreift sich zum hundertsten Male an den ewig gleichen Songs wie zum Bsp. der immer wieder auftauchende Song „Hooligans“ von den Wailers, der wird hier leider enttäuscht. Die B Soul Allstars haben sich hier zum Teil wirklich sehr feine Perlen aus der Zeit um Studio 1 und Co. rausgepickt und fein säuberlich neu intoniert. Absoluter Überhit ist hier Don Evans „ Danger in Your Eyes“, das mir seitdem nicht mehr aus dem Ohr will oder auch John Holts, Hooligan Hymne „Change Your Style“. Beides Songs, die ich bisher nur in der Originalversionen kannte. Scheinbar traut sich nicht jeder ran an diese Songs, aber ich kann nur sagen, das war eine sehr gute Wahl der Franzosen. Weitere Songs wie „Ali Baba“ von John Holt oder auch „My Best Girl“ von den Paragons zeugen hier von einem sehr guten Geschmack der Musiker. Wobei ich vorsichtig zugeben muss, dass die Coverversionen hier definitiv die Nase vorn haben, auch wenn die eigenen Songs allesamt ebenfalls sehr nett anzuhören sind. Würde man die Originale nicht kennen, hätten sicher einige Leute Probleme zu unterscheiden, welcher Song von wem ist. Wenn ich richtig informiert bin, sind von den 20 Songs nur insgesamt 7 eigene vorhanden, was allerdings ein wenig dürftig ist. Ein paar eigene mehr hätten es durchaus schon sein dürfen. So hat die CD ein bisschen was von einer Best Of der Rock-Steady Aera anstatt einer Best Of der B Soul Allstars. Mir geht es hier schon fast einen Tacken zu ruhig zu, aber wer es entspannt mag dürfte hier problemlos zugreifen können ohne enttäuscht zu werden. Note: 2-3 Daniel
BURNING STREETS – IS IT IN BLACK AND WHITE? CD
Als Stream liegt mir dieses Scheibchen aus Amerika leider nur virtuell vor und muss mit den Tücken meiner Laptop-Lautsprecher vorlieb nehmen, was natürlich den Soundgenuss immer etwas schmälert. Aber sei´s drum. Burning Streets präsentieren auf ihrem Debut ein auf Anhieb ganz gut funktionierendes Album mit melodischem Streetpunk der sauber rein läuft. Nette Melodien, gute Gitarrenarbeit und solide Refrains mit einer recht glatten Stimme sorgen für angenehme Unterhaltung während der 10 Songs. Mit einer ganz ganz sanften Hardcore-Kante werden die Refrains durch öfters auftauchende Chöre fein abgerundet und so finden sich die Newcomer stilmässig irgendwo im Dunstkreis zwischen den Ducky Boys, Street Dogs und ein bisschen Social Distortion wieder. Was mir so ein bisschen fehlt ist der richtige Hit der Jungs, auch wenn „13 Hours“ schon in eine sehr gute Richtung geht. So 100 prozentig schlägt die Platte bei mir noch nicht ein, dafür fehlt mir in zu vielen Songs einfach ein bisschen mehr Schmackes. Eben erwähnter Song hat davon eigentlich genug, so dass die Amis es eigentlich könnten wenn sie wollten. Warum nicht bei den restlichen Songs? „13 Hours“ geht hier also als wirklich gutes Stück durch, während der Rest eher im mittleren Bereich umher kurvt. Nicht schlecht, aber auch nicht besonders herausragend. Vorm Kauf auf jeden Fall mal rein hören! Note: 3 Daniel
Cruel Hand - Lock & Key CD
(Bridge 9 / Soulfood, Gordeon Promotion, www.myspace.com/cruelhand)
Fette Scheiße! Cruel Hand aus Maine ballern sich in bester old school Bollo Manier durch 10 Songs. Fette Mosh Parts und einige schnellere Einlagen dürften für ordentlich Karate Action auf der Tanzfläche sorgen. Keine Kompromisse, kein Ballast, einfach nur geradeaus. Dürfte alle Freunde von Madball, Terror oder Hoods begeistern. 2 Marcel
Die verwesten Altlasten – Back in Dead CD
(SN-Rex, www.sn-rex.de.be)
Auferstanden aus den Resten der Bands Drexschleuder und Blasenschwäche sind D.V.A. zurück am Start mit ihrer ersten CD. Was dabei raus gekommen ist, dürfte jedem klar sein. Auf „Back In Dead“ gibt es die pure Kelle Deutschpunk und das gar nicht mal so schlecht wie es die Songtitel vermuten lassen. Stücke mit Namen wie „Eine Ansammlung Klassischer Scheiße“ oder „Für den Arsch vom Rewe Markt“ klingen im ersten Moment zwar recht gewöhnungsbedürftig, zeigen aber bei genauerem Reinhören durchaus Substanz mit reichlich Humor. Musikalisch erinnern die Stuttgarter ein wenig an Punkroiber nur mit mehr Satire. Man nimmt sich selbst nicht so ernst und kann auch mal über sich selber schmunzeln in Stücken wie „Brillen-Punks“ oder „This Is Punk“. Trotz des Humors gibt es, in den zum Großteil sehr melodiösen Stücken mit genügend Härte, die ein oder andere ernstere Botschaft, die natürlich ganz amüsant verpackt wird und immer mal ein Grinsen raus locken kann. Mir gefällt der Humor der Jungs recht gut, denn auch wenn sie hier kein Meilenstein veröffentlicht haben, kann man sich die CD durchaus von Anfang bis Ende am Stück rein ziehen. „Back In Dead“ ist ganz nett geworden und hat durchaus seine kleinen Höhepunkte, sofern man was für Texte mit Witz übrig hat. Ansonsten Deutschpunk-Fan werde ich auch durch diese CD nicht werden, aber im Großen und Ganzen sind es schon recht amüsante 32 Minuten angenehmer Punkrock. Note: 3 Daniel
Enraged Minority – s/t CD
(Diffidati Records, www.myspace.com/diffidatirecords)
Kurz und knackig, aber dafür genauso geradlinig und entschlossen kommen Enraged Minority mit ihrem Debut ums Eck. Die 4 verteidigen ihr Territorium mit gutem Streetpunk, ohne sich an die bekannten Szenegrößen aus Amerika zu orientieren. Das gibt definitiv schon mal einen Bonuspunkt! Beschreiben lässt sich das ganze als eine Mischung mit der Einfachheit und Geradlinigkeit der Cockney Rejects, dem rauen Oi! Charme von The Oppressed und Einflüssen des 82er UK Punks. Die 11 Songs bringen einiges an Energie mit, denen man die einfache Produktion zwar anhört, aber gerade deswegen umso sympathischer ankommt. Enraged Minority haben hier keine überproduzierte Studioscheibe zusammen gespielt, sondern 11 einfache Songs von der Straße für die Straße geschrieben, mit jeder Menge Wut ohne Angst davor anzuecken. Antifaschistische Texte über die Working Class und auch über Kids in der Szene, die den Arsch nicht hoch kriegen, um was eigenes zu starten, untermauern hier den sympathischen Status der 4 Jungs. Die Baden-Würtemberger scheinen sich bewusst dafür entschieden zu haben die CD oder besser gesagt den Inhalt recht einfach zu halten, was dem Album wirklich gut steht. Manchmal ist weniger eben mehr und so kann ich nur sagen Daumen hoch! Die CD lief hier einige Male hintereinander durch ohne dass sich ein Ausfall zeigt. Ok, mit 25 Minuten ist das Teil recht kurz geworden, aber wer einfachen Streetpunk mit Oi! Kante mag, wird hier wirklich gut bedient. Knapp, geradlinig und auf den Punkt gebracht, haut hier jeder einzelne Song wirklich gut rein! Note: 2+ Daniel
Hagbard Celine – The point of no return CD
(SN-Rex, www.sn-rex.de.be)
Benannt nach einer Roman-Figur aus der Iluminatus Triologie von Robert Shea, haben Hagbard Celine mittlerweile schon einige Jährchen auf dem Buckel. Nach drei Alben gibt es nun das erste Album als Re-Release neu aufgelegt mit 8 Bonus-Tracks. Ob die Welt drauf gewartet hat weiß ich nicht, aber ehrlich gesagt habe ich mit dem Nichtkennen der Band auch nicht sehr viel verpasst. Den Namen habe ich zwar öfter mal vernommen, jedoch bin ich immer ganz gut drum rum gekommen mich mit der Musik der 3 auseinander zu setzen. Musikalisch ist man im Deutschpunk beheimatet der eigentlich ganz angenehm gespielt ist. Ok, etwas mehr Abwechslung für das eintönige Schlagzeug und eingängigere Refrains würden zwar nicht schaden, aber das schlimmste ist hier eigentlich der kehlige bzw. gröhlige Gesang, der mir schon nach drei Stücken auf die Eier geht. Während die Jungs textlich eigentlich sehr weit oben stehen und durchaus gutes Songwriting haben, kann mich eben beides zusammen nicht beeindrucken. Die Pfälzer besingen eine Menge gesellschaftskritischer Themen, die mich doch glatt dazu anregten, das Booklet komplett durch zu lesen. Hagbard Celine machen sich hier wirklich Gedanken um Gott und die Welt und verpacken das ganze wirklich sehr genial. Die üblichen Themen wie Bier trinken und ähnliches werden komplett ausgelassen, stattdessen gibt es eine gute Keule Sozialkritik mit intelligenten Texten. Wenn der Gesang nicht so anstrengend wäre, hätten die Jungs mit der CD einen wirklichen Treffer landen können, aber so kann ich nur sagen: hört vorher rein. Vielleicht kommen andere mit dem wirklich schweren Gesang ja besser klar. Bei mir geht es auf Dauer definitiv nicht. Note: 4 Daniel
Jamie Clarke´s Perfect – Fucking Folkabillie Rock CD
(Wolverine Records, www.wolverine-records.de)
So allmählich sprießen die Folkpunkbands wie Pilze aus dem Boden. Wobei ich auch jetzt wieder feststellen muss, dass doch fast jede dieser Bands ihre Eigenarten hat und somit das Genre lange noch nicht ausgeschöpft scheint. So auch bei Jamie Clarkes Perfect, die hier eine nette Maxi-CD ins Rennen schicken. Die Eigenheit bei Jamie und seinen Jungs liegt hier definitiv in dem rockigen Anteil der Songs, die mit einem wirklich klasse Banjospieler auftrumpfen können. Das Banjo steht hier oftmals sehr positiv im Vordergrund. Irish Folk mit Country-Anleihen und Rock´n´Roll Touch hat durchaus seine Daseinsberechtigung und lässt sich auch gar nicht so einfach mit irgendwelchen Artverwandten Musikern vergleichen. Wobei das alles aber auch nicht so verwunderlich ist. Kaum einer der Band ist neu im Musikgeschäft. Der englische Sänger hat mal vor Jahren bei den Pogues (ja genau, bei den Urvätern aller Folk-Punk-Bands) gespielt, während der Banjospieler, wenn mich nicht alles täuscht, schon vor. ca. 15 Jahren bei den Cokeras einer lokalen Duisburger-Band gezockt hat. Ebenso hat der Schlagzeuger schon vor mehr als 15 Jahren bei diversen lokalen Punkbands sein Unwesen getrieben. Auf der CD gibt es insgesamt 5 Songs vors Fressbrett, die zeigen wie Folk richtig rockt. Beim Opener „Beatboys“ geht es noch in eine ähnliche Richtung wie sie die Pogues bevorzugen, vielleicht ein bisschen härter, aber die Richtung stimmt im Großen und Ganzen. Song Nummer 2 „The Sun and The Moon“ wird dann Rockabilly lastig und erinnert auch ein wenig an die Kings Of Nuthin, natürlich mit mehr Folk. Song 3“BKV“ glänzt mit einer wirklich guten Melodie und leicht verzerrtem Gesang. Bei „It´s a Sloth“ einem Intrumentalstück beweist der Banjospieler im Highspeed-Tempo was man aus so einem Ding alles raus holen kann. Danach wird noch das entspannte „Pray“ hinterher geschickt und rundet das Ding nochmal fein ab. Wer Irish Folk mit ordentlich Power verträgt und sich noch nicht auf eines der zahlreichen Konzerte hier in der Gegend selbst überzeugen konnte, macht mit der CD garantiert nichts verkehrt!
Note: 2+ Daniel
Johnny Rocket – Dance Embargo Digipack CD
(Wolverine Records, www.wolverine-records.de)
Aus deutschen Landen kommen Johnny Rocket und spielen Punk-a-Billy mit Slapbass. In musikalischer Nähe zu den Amis von den Turbo Ac´s gibt es 15-mal Punkrock vermischt mit Rockabilly Elementen. Mit eingängigen Stücken und öfters auftauchenden Abwechslungen wie Country und auch Blues-Fragmenten, die die Stücke nett auflockern, gibt es auf der CD einen ganz netten Mix zum mitwippen, pogen und tanzen. Aus dem angekündigten „Dance Embargo wird also nix! Bei dem Sound wird live die Post sicher ganz gut abgehen. Trotz des Slapbass hält man sich davon fern in Psychobilly-Gefilde ab zu driften. Ein bisschen Bones schimmert auch noch durch und so vertreten Johnny Rocket die deutsche Punk-n-Roll Fraktion mit Individualität, Abwechslung und Power. Beim Song „Hey Mister“ gibt es ein schönes Duett mit weiblichem Gesang und erinnert ein bisschen an Johnny Cash mit June Carter. Für eine deutsche Band klingt das ganze sehr stilvoll und authentisch nach Amerika. Würde ich es nicht wissen, würde ich behaupten, es wären welche. Mit einer leicht rauchigen Stimme präsentieren Johnny Rocket ihr zweites Full-Lenghts Album auf gehobenen Niveau und dürften in der Punk´n`Roll Szene wie geschnitten Brot laufen. Up-Tempo Songs mit Verstand und spielerischer Leistung lassen hier nur selten Langeweile aufkommen, alles natürlich sofern man was für oben genannte Bands und dem Genre übrig hat, sonst könnte es vielleicht hier und da mal ein wenig langatmig werden. Am besten mal rein hören bei Songs wie „You Never Know“ , das mit Country liebäugelt, oder auch „Care About You“ einem Rockabilly lastigen Song.Note: 2-3 Daniel
Klasse Kriminale – Proprieta`Dei Ragazzi CD
(www.madbutcher.de)
Italiens Skinhead-Export Nr.1 ist aktiver denn je! Nachdem ich letztens schon die neue CD-Single besprechen durfte, kommt hier direkt der Nachschlag in Form einer grandiosen Best Of der Bootboys vom Stiefel. Allerdings um eins mal vorweg zu nehmen, Klasse Kriminale kommen hier nicht nur mit einer einfachen Best Of, sondern alle Songs wurden speziell für dieses Album neu eingespielt. Das gelungene Ergebnis kann sich dementsprechend mehr als hören lassen. Man hat sich nicht einfach nur selbst nachgespielt, sondern Marco und seine Crew hat sich nochmal ordentlich Mühe gegeben den Songs ein absolut modernes und frisches Gesicht zu verpassen. Die Songs kommen weitaus druckvoller und treibender raus, was sich auch gleich auf die Eingängigkeit der Songs legt. Die CD lief direkt ein paar Runden hintereinander durch und irgendwie hatte ich mit mir selbst zu kämpfen, denn gerade von den letzten Alben hatte ich Klasse Kriminale weitaus langatmiger in Erinnerung. Nach einem Vergleich mit den Originalversionen war klar, dass man hier störende Ecken und Kanten ausgeglichen hat und die angenehmen Akzente des Stils weiter raus geputzt hat. Die Songs kommen wirklich sehr gut rüber und setzen sich trotz des italienischen Gesangs schneller ins Ohr fest als früher. Irgendwie wirkt der Sound rauer und wilder aber dennoch eingängiger und absolut stilsicher nach Klasse Kriminale. Nette Chöre, angenehme Melodien, an manchen Stellen gut akzentuierter Frauengesang im Background, lassen die Platte problemlos von Anfang bis Ende wirklich sehr gut durchstarten. Kurze Reggae Parts wie das Stück „Anarchia Liberta`“ oder auch das Clashige „Loro“ unterstreichen den Einfluss englischer Punkbands und lockern den sowieso schon unterhaltsamen Oi! der Jungs noch mal gut auf und garantieren somit keine Langeweile in den 60 Minuten. Insgesamt gibt es auf dem Silberling einen sehr guten Querschnitt des Schaffens von Klasse Kriminale, der dem Neueinsteiger die vergangenen Jahre näher bringt, sowie dem alten Fan die Band erneut angenehm mit einer Frischzellenkur ins Gedächtnis ruft. Nebenbei angemerkt, zwei neue Songs sind auch noch mit an Bord. Da macht das Warten auf das neue Album von Klasse Kriminale das noch in diesem Sommer erscheinen soll durchaus doppelt Spaß. Wie gesagt die Jungs scheinen wieder frischen Dampf zu haben und so bin ich gespannt was dieses Jahr noch kommt. Für Neueinsteiger als Anspieltipp „Reclaim The Streets“ und „Riot!(Are You Ready?)“ haben die Nase hier ziemlich weit vorne, wobei die anderen Songs da genauso empfohlen werden können. Note: 1 Daniel
MARK FOGGO – MAD CD
Mark Foggo polarisiert die Ska-Abteilung seit jeher in zwei Lager. Es gibt die einen, die sagen Mark Foggo ist super und dann gibt es diejenigen, die sagen, total daneben, denn Mark hat nur ein Lied und das hundertmal. Nun denn, ich behaupte mal beide haben Recht. Sobald Mark Foggo die Bühne entert ist er ein Spitzen-Entertainer und seine Shows garantieren immer eine Super-Party mit extrem hohem Unterhaltungsfaktor. An diesem Umstand ist seine charismatische Ausstrahlung natürlich nicht unschuldig. Mark ist ein absolut sympathischer Sänger, der weiß wie man das Publikum auf seine Seite zieht und dennoch kann ich diejenigen verstehen, die mit seiner Musik nichts anfangen können. Seit Jahren tue ich mich ebenfalls mit seinen Studioalben schwer, denn man kann nicht wirklich abstreiten, dass sich alles immer wieder recht ähnlich anhört und so habe ich Probleme mir ein komplettes Album am Stück durch zu hören, obwohl ich seine Songs generell eigentlich ganz gut und amüsant finde. Oftmals habe ich eben das Problem, dass nach ca. 5 Songs meine Gier nach dem Wahl-Belgier erst einmal gestillt ist. An diesem Umstand ändert auch die neue CD nicht ganz so viel. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es das was es schon ab der ersten Platte vor ca. 28 Jahren gab. Schräge Synthesizer, flotter Offbeat und Mark`s unverkennbarer Gesang der höchstens rhythmisch an die Variante aus Jamaika erinnert, bleibt nach wie vor sein Markenzeichen. Zu den Ausnahmen zählen diesmal die Songs „Rotten To The Core“ der als cooler Rockabilly-Song positiv aus der Masse hervor sticht und der Ska-Rockabilly-Crossover von“Rollin`n Ridin“ . Ebenso muss ich auch zugeben, Mark schafft es immer wieder auf jedem Album mindestens zwei klasse Hits mit einzubauen, die man so leicht nicht wieder aus dem Ohr bekommt. Diesmal ist es der Song „Punch“ der mit treibenden Rhythmus das Tanzbein zum schwingen anregt und „The Day I Met Muhammad Ali“, die mir hier mehr als sehr gut rein laufen. Absolut überrascht war ich als ich „EU“ gehört habe. Mark Foggo gibt einen ganz netten Punksong zum Besten. Gab es solch einen Ausflug eigentlich schon mal auf eines der früheren Alben?? Die restlichen Songs bewegen sich dann wieder im üblichen Foggoschen Mittelmaß und hätten auch auf jeder zuvor veröffentlichten Scheibe von ihm sein können. Fans können hier blind zugreifen, alle anderen sollten vorsichtshalber erstmal ein Ohr rein hängen. Note: 2-3 Daniel
Nihao? – Aggroschlager CD
(Bakraufarfita Records, www.bakraufarfita-records.de)
Nihao? aus Berlin bringen mit "Aggroschlager" ihr Debütalbum in die Läden. Trotz Berlin und Aggro hat das hier aber natürlich nix mit Hip Hop zu tun. Die vier Jungs zocken sehr melodischen Punk/Rock mit poppiger Schlagseite,ein wenig härter und moderner wie die Ärzte oder wie die Sondaschule ohne Bläser. Bei "DJVN","Alone2","Freund" oder "R`NR" gelingt ihnen das auch ganz gut, auf der anderen Seite ist mit "Gabi","Märchen" oder "Poco Loco" zu viel durchschnitt enthalten und "Gigolo", "Romeo und Julia" oder "Hässlich" fallen leider komplett durch. Ebenso wie der Bonustrack "Emo". Ich bin ja beiweiten kein Humorloser Mensch, aber mehr als ein müdes Lächeln entlocken mir die Texte oder Witze die das Quartett hier bringt leider nicht. Eine gute Produktion und ehrlicher Spaß an der Sache lassen sich aber definitiv nicht von der Hand weisen. All in all ein gelungenes Debüt, mit ganz viel Luft nach oben. Wer sich die Platte saugt ist selber schuld, denn die schicke Dame auf und in dem Booklet wäre alleine schon den kauf wert. 3 Marcel
Nötigung – Sinfonie in Arsch CD
(Impact Records, www.impact-records.de)
13 Jahre nach Bandgründung erscheint nun das Debüt(!!!) Album dieser Krefelder Combo. Zu hören gibt es auf dieser CD absolut stumpfen ufta ufta Punk mit den üblich verdächtigen Texten und Parolen. Titel wie "Nazi Pack" oder "Der Knüppel" sprechen da wohl eine deutliche Sprache. Musikalisch kann man hier nicht viel erwarten, meistens wird im Midtempo durchgezockt, die Riffs sind altbacken und Fronter Müller spricht eher als das er singt. Die Texte sind zudem auch sehr schlicht gehalten und hauen mich nicht wirklich um. Nach ein paar Durchläufen wirkt das ganze nicht so katastrophal wie zu Beginn, aber Top ist das noch lange nicht. Die Zielgruppe der Marke "Force Attack", welches auch einen Song spendiert bekommt, wird sicherlich mehr damit anfangen können. Die Produktion ist mehr als Old School, da hat "Blood Red Angel" Klaus schon bessere Sachen gemacht, aber was solls……4 Marcel
Out Of Order # 3
(www.myspace.com/outoforderfanzine)
Leider um ein Drittel dünner als bei der Nr. 2 ist diesmal die aktuelle Ausgabe von Duisburgs derzeit einzigen Punkrockfanzines ausgefallenen. Das Plastic Bomb zähle ich hier mal bewusst nicht dazu, da es mir für ein Fanzine auf jeden Fall zu professionell gestaltet ist. Ein Fanzine hat meiner Ansicht nach immer etwas unprofessionell Sympathisches. Das fängt bei den kopierten Seiten an und hört auf bei ganz eigenen, ja manchmal schon intimen Storys der Schreiber. Gerade so wie beim Out Of Order, wo auch keiner Probleme hat mal darüber zu schreiben wie es aussieht, wenn ein Date in die Hose gegangen ist weil man(n), äh nein hier war es eine Frau, zu besoffen war und ständig kotzen musste. Herrlich, ich mag persönliche Storys so wie in der Rubrik „Senseless Adventures“. Trotz allem gibt es auch im Out Of Order ein Hauptaugenmerk, das natürlich vorrangig in der Welt der Musik zu finden ist. So hat man auch diesmal wieder einen relativ großen Haufen an Konzertberichten zusammen getragen. Unter anderem wird erzählt von einem Eisenpimmel Konzert im Djazz, Living End, denen man in Köln einen Besuch abstatte, sowie die mittlerweile in Vergessenheit geratenen SNFU, die man am Bodensee auf einem Konzert besuchte und zum Beispiel das komplett aus der Rolle fallende Amphi Festival in Köln, auf dem sich eher die schwarze Szene zum tanze bitten lässt, als gestandene Punkrocker. Dann gibt es noch eine Rubrik, die auch schon in der letzten Ausgabe war, hier jedoch von „Meine 10 liebsten Schallplatten“ in „Meine 7 liebsten Lieder“ umbenannt wurde. Ebenfalls sehr nett zu lesen. Die Jungs von Brigade S. erklären in einem kurzen Statement warum sie gerade jetzt erst einmal eine Pause einlegen und danach erst wieder durchstarten wollen. Der Rest des Heftes bewegt sich dann mehr im privaten Kreis mit netten Geschichten und Anekdoten rund um und aus Duisburg, garniert mit jeder Menge lesenswerten Humor. Ich denke, selbst für Leute die nicht aus Duisburg sind, gibt es hier immer was zum lesen und schmunzeln, mit recht kurzweiliger Unterhaltung. Auch wenn mir die letzte Ausgabe noch einen Funken besser gefallen hat, habe ich mich trotzdem beim lesen im Großen und Ganzen wieder sehr amüsiert. Note: 3+ Daniel
P.Paul Fenech - The Worst Of PPF666 CD
(I Hate People Records, http://www.myspace.com/paulfenechuk)
Der Meteors Chef stellt aus sieben Solo Releases und unzähligen Projekten (u.a. auch Songs fürs TV und diverse Porno Filme)nun eine dicke Best of zusammen. Insgesamt gibt es 34 Songs zu hören. Logo, vieles klingt wie bzw. nach den Meteors, aber zum Teil deutlich ruhiger und entspannter z.Teil sogar mit leichter Country Kelle. Leider zieht sich die Platte über lange Strecken hin wie Kaugummi und es wird echt hart das Teil am Stück zu hören. Respekt vor dem was der Mann erschaffen hat und die Meteors Gemeinde wird den Stuff eh abfeiern bzw. kennen, aber für ne` Best Of hat mich das nicht wirklich vom Hocker gehauen. Gibt es im übrigen auch als schick aufgemachte Vinyl Version wenn ich mich nicht irre. 4 Marcel
POLKAHOLIX – POLKAFACE CD
(www.polkaholics.de)
Was ist nicht schon alles an volkstümlicher Musik oder Folkmusik auch gerade im Bereich Punkrock verarbeitet worden?!!? Egal ob Irish oder Celticfolk, Humppa, Zigeunermusik, Hillbilly oder Country, es ist eigentlich schon alles verarbeitet, verwurstet worden. Wie man unschwer am Bandnamen erkennt, haben es die Polkaholix aus Berlin auf die Polka aus Tschechien abgesehen. Diese sind seit Jahren schwer am touren, nach eigenen Angaben hat man es auf 600 Konzerte in 7 Jahren gebracht. Respekt. Die Musik ist eine Mischung aus Polka, Ska, Rock und dem guten alten Punkrock. Diesen muss ich aber mit der Lupe suchen, nichts mit rockenden Stromgitarren am laufenden Band. Die Musik find ich sogar recht eintönig, der Polka Rhythmus wummert gnadenlos durch die Songs, zum Teil ohne wirkliche Abwechslung. Die Hitkompabilität der Songs geht soweit, das ich mich frage, wann die Band im Mutantenstadl bei Silbereisen auftauchen mag, da hört man keinen Unterschied zu den Trachtenhanseln. Da helfen auch die Coverversionen von Trio (Anna) oder Spliff (Heut`Nacht) nichts. Live mag das ja ganz lustig sein, und vielleicht legt die Band mehr musikalische Härte an den Tag, so ist das aber eine Beleidigung für meine Ohren. 5 sickguy77
The Prosecution – Droll Stories CD
(www.myspace.com/theprosecutionskacore)
Ska-Core ist ja immer so ein Ding, entweder es haut auf Anhieb hin oder es geht komplett in die Hose. Nur selten gibt es was dazwischen, aber es kommt vor. So wie bei den 8 Bayern aus Abensberg, die hier ihr Debut, nach einer kurzen EP, ins Rennen schicken. In einer recht unterhaltsamen dreiviertel Stunde gibt es 14 Songs, die vom Grundgerüst her kalifornischen Punkbands nicht unähnlich sind. Gemeint sind da die musikalischen Kollegen des Labels Fat Wreck Chords. Man hat sich also dem Melodycore verschrieben und garniert seine Stücke mit jeder Menge Blasinstrumente und Offbeat. Durch gut gesetzte Tempowechsel und einer ordentlichen Stimme erinnert der Sound an eine Mischung aus Operation Ivy + Lag Waggon und hat durchaus die ein oder andere nette Spielerei als Ass im Ärmel. So gibt es beispielsweise beim Song „In your Head“ Experimente mit Dub und Reggae oder beim Song „Band Of Brothers“ ordentliche Hardcore-Shouts, die mich schon mal an Anti-Flag erinnern. Überhaupt schwebt über dem ganzen immer wieder eine nette Priese Hardcore. Ich persönlich hab ja immer so meine Probleme mit Ska-Core, aber wenn man der Cd eine faire Chance gibt, zeigt sich durchaus das Potenzial dieser noch recht jungen Band. Klar ist hier nicht jeder Song ein Hit, aber unterm Strich bleibt hier immer noch mehr als eine Handvoll solider guter Songs die durchaus ansprechend sind, sofern man natürlich was mit einem Gemisch aus Hardcore, Punk und Ska anfangen kann. Die Aufmachung im netten Comic-Stil mit den dazugehörigen Texten kommt ebenfalls durchaus ansprechend rüber, auch wenn ich schon ein bisschen zu alt bin um mir ein Poster der Jungs an die Wand zu nageln. Aber wer weiß, irgendwelche jungen Teenies haben bestimmt Spaß an dem ausklappbaren Poster im Innenteil. Eingefleischte Ska-Core-Fans werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen. Note: 3+ Daniel
Prolligans - …mit Fug und Recht! CD
(KB Records, www.kb-records.com)
Habe ich nicht letzten noch in einem Fanzine gelesen man hätte sich aufgelöst?? Scheinbar sind sie wieder zurück und haben ein neues Album im Gepäck. Mit brachial, rumpelnden Oi! und deutschen Texten wird hier in alle Richtungen ausgeteilt ohne Rücksicht auf Verluste. Man gibt sich dem Sound entsprechend hart und rutscht in einen Graben zwischen Bands wie Smegma, Krawallbrüder und Bierpatrioten, nur mit dem Unterschied das man sich die meiste Zeit selbst zu ernst nimmt. Mit gröhliger Stimme besingt man des Öfteren den Skinhead-Kult und verhakt sich dabei direkt das erste Mal bei dem Stück „Kahl“ das auf der Melodie des Songs “Mief“ von Wiegald Boning basiert. Junge Junge, das Stück ist ein Ausfall erster Kajüte. Schlechte Reime über Skinheads mit solch einer Kreativität gehen heutzutage überhaupt nicht mehr. Die restlichen Texte drehen sich zum Großteil um die Szene und wirken ein wenig einseitig. An manchen Ecken wird mehrmals der Gute Geschmack überschritten und man stellt sich mit seinen Texten oftmals selbst ins Aus, wie beim Stück „Sex & Gewalt“. Mir geht dieses übermäßig harte Getue nach der Hälfte des Albums ganz schön auf die Eier. Da Lob ich mir doch die frühen englischen Bands wie 4-Skins und Co. die Oi! auf einem ganz anderen Niveau spielen. Mit Fug und Recht behaupte ich mal:
Nix für Mich! Note: 4-5 Daniel
Split Image – Guten Tag / Ich bin Ich Doppel CD
(KB Records, www.kb-records.com)
Gleich zwei Alben gibt es auf der Doppel-CD von Split Image, die in den 90er Jahre als hoffnungsvolle Newcomer galten. Das erste Album kam, wenn ich mich nicht irre, als die erste Veröffentlichung des damals ganz frischen Mad Butcher Label raus und es wurde gemunkelt sie wären die neuen Daily Terror. Neben der örtlichen Nähe zu Pedder und seine Bande kann man dem Sänger zwar eine gewisse Ähnlichkeit in der Stimme nicht absprechen, aber letztendlich fehlte doch einiges, um da mithalten zu können. Das erste Album „Guten Tag“ hatte zwar seinerzeit ein paar gute Stücke zu bieten, allerdings lag der ausschlaggebende Punkt damals nicht in der Qualität der Musik, sondern eher in den Texten, die die nachdenkliche Schiene bedienten. Während damals ein Großteil der Bands sich dem rumpelnden deutschen Oi! Sound mit parolenhaften Texten hin gaben, wurden bei Split Image intelligentere Worte benutzt, obwohl man sich damit auch einen ganz schönen Fauxpas leistete. Beim Stück „Brüder“ das auch nicht mehr auf dieser Widerveröffentlichung zu finden ist, waren die Jungs doch ein wenig übers Ziel hinaus geschossen. Es ging in dem Song um den Mauerfall und es ist eine wahrlich vernünftige Entscheidung dieses Stück weg zu lassen. Split Image bewegen sich auf musikalischen Pfaden zwischen den Onkelz, etwas Hardrock und einer leichten Brise Daily Terror. Heute würde man es wahrscheinlich als Deutschrock bezeichnen. Aber wie gesagt, für damalige Verhältnisse im Bereich Oi! durchaus vertretbar, auch wenn mich der Sound jetzt nicht gerade aus den Latschen haut. Auf der zweiten CD gibt es dann das zweite Album von 1996, das stilistisch dort ansetzt wo das erste aufgehört hat. Nach einem Labelwechsel zu Impact Records hat man seinen Stil noch etwas ausgefeilt, was mir die Platte aber auch nicht unbedingt schmackhafter gemacht hat. Irgendwie fehlt mir auf beiden CDs der Kick. Auf jedem Album gibt es einen Ska-Song, der ganz witzig ist, aber im Großen und Ganzen bleibt nicht wirklich viel hängen. Aufgewertet wurden beide CDs mit reichlich Bonusmaterial. Ob das den Kauf jetzt rechtfertigt, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Zum Vervollständigen seiner nostalgischen Oi!-Sammlung durchaus ok, aber ansonsten gibt es musikalisch heutzutage doch interessantere Sachen im Oi! Sektor die nicht ganz so angestaubt klingen. Mittelmäßiger Wein bleibt eben mittelmäßiger Wein, auch wenn er noch so lange gelagert wird. Note: 3-4 Daniel
Split: Red Alert VS Produzenten der Froide CD
(Hasscontainer Records & Booking, www.hasscontainer.de)
Sunderland trifft auf Stuttgart, oder auch anders, Erfahrung trifft auf die Jugend. Red Alert aus Sunderland dürften ja jedem bekannt sein, seit fast 30 Jahren, inklusive einiger Unterbrechungen, ist die Band aktiv. Ich glaube nur noch Steve der Sänger ist von der Urbesetzung dabei. Die Erfahrung setzt sich hier trotzdem gegen die Jugend durch, Red Alert sind klare Sieger nach Punkten. Von den 7 Songs sind 6 richtig geile Punkrocksmasher, gleich der erste Midtemposong „All we`ver ever known“ ist gespickt mit Bandchören ohne Ende. Der Nachfolgesong „Dynasty of clowns“ hat gleich seinen Weg in die Liste der Hymnen bei mir gefunden. Absoluter Hammersong!! Da ist der Maßstab gleich zu Anfang sehr hoch gelegt worden, so dass es eigentlich nur bergab gehen kann. Dieses hält sich aber in Grenzen, die anderen Songs sind immer noch gut zu hören.
PDF stellen gleich zu Anfang mit dem Song AFA-SFC klar, wo sie stehen, und wer ganz schnell das Weite suchen sollte. Solche OI - Bands wünsche ich mir öfters. Sonst bieten PDF das was man gewohnt ist, der Sound ist härter als bei Red Alert, auch etwas rumpeliger. PDF haben aber ebenfalls gute Songs geschrieben, „Mir san mir“ und „Bis zum jüngsten Tag“ sind meine persönlichen Favoriten.
Beide Bands haben sich gegenseitig gecovert und Tribut gezollt, so wie es sich bei einer Split CD gehört. 2- sickguy77
Split: A Hurricane`s Revenge VS Brokenfew EP
(stef2201@uni-trier.de)
Die befreundeten Punkrockbands haben nach gemeinsamer Tour beschlossen einen Tonträger zu veröffentlichen. Wieder ist mit Broken Few eine Band aus Sunderland am Start (s. Red Alert/PDF Scheibe) und AHR kommen aus Trier. Diese legen dann auch gleich gut los, mit „Where`s your god now?“ gibt es schnellen melodiösen Punkrock auf die Ohren, Klasse Song, auch wenn der Gesang ein bisschen besser produziert sein könnte. Da kommt der zweite Song von AHR auf dieser 7“ nicht ganz ran, dieser ist aber immer noch gut hörbar.
Broken Few haben in Ihrem Song „Dynamite“ zuviel Unterbrechungen und Wechsel für meine Ohren gespielt. Da geht es im Song „ Stockholm“ wesentlich straighter voran, Rise Against standen hier Pate.
Ganz geschmeidig diese 7“ von 2 jungen Punkrockbands, welche demnächst wieder gemeinsam auf Tour gehen wollen. 2- sickguy77
Split: Francesco Vs All Aboard 7“
(Bakraufarfita Records, www.bakraufartifa-records.de)
Sind wir doch mal ehrlich.Bei ner Split 7" geht es doch, wie im allgemeinen bei Split Geschichten doch eh nur darum, welche Band besser ist und das Rennen macht. Scheiß auf den Spaß den beide Bands hatten und die ach so tolle Freundschaft die dabei entstanden ist oder die es vorher schon gab. Spaß beiseite. Francesco zocken coolen, straight und kraftvoll gespielten Rock mit viel Melodie und schönen Chören, die sofort ins Ohr gehen. Da tritt man direkt fester auf`s Gaspedal. Nicht ganz so druckvoll kommen All Aborad daher. Hier wird melodiöser Indie Rock gezockt, auch schön eingängig, aber deutlich relaxter als bei Francesco.Coole Chöre, vor allem bei "Odyssey to a better life", wo sich auch ein Mädel beteiligt hat. Aber der Verglich mit Against Me im Info geht gar nicht. Dann schon eher Descendents. Coole Mucke für den Rest des Sommers. Der 7" liegt ein Gutschein mit Code bei, da kann man sich die Songs der Platte runterziehen. 2/3 Marcel