SEBI (STOMPER 98) A - Z (10.01.2010)

Fast zeitgleich zu den beiden Neuen STOMPER 98 Releases auf Sunny Bastards, kommt hier ein kleines A - Z mit der Frontsau der Band "Sebi".
Weiter unten könnt Ihr Euch dann die Infos zur neuen CD und DVD reinziehen:

Arbeiterklasse =  Ursprung unserer Lebenskultur & wo ich zu Hause bin
Beruf               =   Lagerarbeiter – Arbeiterklasse
Christentum    =   zu viele Tote in 2000 Jahren. Und das im Namen des Glaubens? Brauch ich nicht
Drogen            =  Kill your local Drugdealer
Erste Liebe      =  hat mir das Herz gebrochen
Familie            =  Ruhepol
Grauzone         =  Stomper 98 definitiv nicht
Hardcore          =  eine der Spielarten des Punks die ich liebe und mir viel bedeutet
Immigration     =  jeder sollte hingehen dürfen wo er will
Jugendsünden   = soviel Platz ist hier nicht
Kapitalismus    =  Ausbeutung & Leben auf Kosten der Armen
Lügen               = haben kurze Beine wie die fetten Bonzenschweine
Medien             = ich glaube denen nicht von der Wand bis zur Tapete
Nationalismus  = fight for your class not for your country
Onkelz              = haben mich als jungen Skinhead geprägt und immer begleitet
Polizei              = nur schlechte Erfahrungen gemacht.I hate cops
Querdenker       = Out of step – immer gegen den Strom
Rituale              =  nothing
Sunny Bastards = wir fühlen uns dort sehr wohl – leisten super Arbeit für uns
TAZ                   = lese ich auf der Arbeit, haben uns mal interviewt ,hat Spaß gemacht .
Unsere Szene     = gibt ja leider nicht „die Szene“. Bin mit meinen Freunden & der Crew glücklich
Vernunft             = irgendwie kriege ich das nicht auf die Kappe. Bleib halt ein Kindskopp
Westerwelle       =  aalglattes Arschloch, genauso weit weg von meinem Leben wie jeder Politiker
Xavier Naidoo   =  furchtbarer Weltverbesserer der denkt das kiffen zu Gott führt
Youth of Today  = Hölle ! An dieser Band stimmte alles – Musik – Attitude – und positive Outlook
Zusammenhalt   = funktioniert gut im kleinen Rahmen. Ansonsten traumhafte Aussichten,hahaha

 

Deutschlands populärste Oi!-Band STOMPER 98 ist mit zwei ganz besonders schicken Releases am Start. Bereits die Titel "10 Years Birthday Bash" und " . . . 4 The Die Hards" zeigen, worum es geht. STOMPER 98 feiern Geburtstag. Und wenn, dann richtig!

Zum zehnjährigen Bandjubiläum im November 2008 ließen STOMPER 98 ihr Jubiläumskonzert im Leipziger Conne Island mitschneiden. Am 22. Januar 2010 erscheint die DVD "10 Years Birthday Bash" bei SUNNY BASTARDS / Broken Silence.

Herzstück ist das Konzert mit ca. zwei Stunden Länge im mehr als ausverkauften Conne Island in Dolby Digital. Das Bild kommt von den Profis Truejokx aus Berlin, der Ton wurde im renommierten MusicLab, ebenfalls in Berlin, gemischt. Dazu gesellt sich eine sechzigminütige Dokumentation über und von STOMPER 98, in der die Jungs weit hinter die Kulissen blicken lassen, mit viel altem Material und Hintergrundinformationen von der Band: direkt, ehrlich, offen & informativ. Als wertiges Bonusmaterial gibt's Liveclips von Auftritten der Band beim PUNK & DISORDERLY 2009 und dem WITH FULL FORCE 2009. Die DVD kommt auf über drei Stunden Spielzeit, beeindruckt mit einem dicken Fotobooklet und einem schicken Pappschuber. Die Erstauflage ist zusätzlich mit der Audio-CD "Stomper 98 live in Leipzig" erhältlich!

" . . . 4 The Die Hards" ist eine CD-Retrospektive, die noch mal große Teile der Band-History Revue passieren lässt und ein paar ganz besondere Gäste wie Cro-Mags-Frontmann John Joseph an Bord hat!

Mehr STOMPER 98 fürs Geld geht nicht.

Bio und weitere Infos zu "4 The Die-Hards"

"For The Die-Hards" oder vielleicht doch lieber "Fear The Die-Hards"?

Auch 2010  sind STOMPER 98 wieder am Start. Dieses Mal mit Aufnahmen aus den Jahren 1998 - 2003 . Nach "Für die Ewigkeit" (2007) und der Doppelplatte "Tage Deiner Jugend" (2008) hat es sich die multikulturelle Truppe aus u.a. Göttingen, Berlin und New York nicht nehmen lassen, ihren fünften Longplayer loszulassen. Mit dieser VÖ geben sie ihr Debüt auf dem renommierten Label SUNNY BASTARDS.

Während sich andere Bands an Deutsch-Rock versuchen und über Jahre vergessen, wo sie herkamen, hauen STOMPER 98 ein gutes Dutzend alter Songs raus, um zu zeigen, wie es für die sechs Jungs anfing.

Die ersten Jahre waren geprägt von Besetzungswechseln und immer wieder Konflikten auf der Straße. Der Stress, der darauf resultierte, schlug sich auch auf die Band nieder. Bewährungsstrafen, Stadionverbote, Auftrittsverbote etc. waren und sind teilweise heute noch Begleiterscheinungen aus dieser Zeit. Klassenbewusstsein, Stolz, Liebe, Hass, Enttäuschung und Gleichgültigkeit gegenüber Gesellschaft, Staat und bestehenden Normen waren immer wieder die Eckpfeiler in den Liedern von STOMPER 98 . Der ausgeprägte Sinn aufzustehen und Unterdrückung und Ungerechtigkeiten anzuprangern zieht sich wie ein roter Faden durch 11 Jahre STOMPER 98. Dazu kommt ein Sound, der z.B. durch den Saxofon-Einsatz in Deutschland seinesgleichen sucht. Die musikalischen Einflüsse liegen ganz klar bei den Bands ihrer Jugend wie z.B. 4-SKINS, THE SPECIALS, D.R.I, AGNOSTIC FRONT, THE LAST RESORT, CRO - MAGS, KOMINTERN SECT, MADNESS, BLITZ, SHAM 69, THE OPPRESSED, SUICIDAL TENDENCIES, MOTÖRHEAD, WARRIOR KIDS usw…..klassischer Sound der 80er Jahre, als Musik noch über Tapes & Vinyl gehört und getauscht wurde.

Die Band um den Straight Edge lebenden Sänger Sebi, Tommi Tox an der Leadgitarre und den charismatischen, US-amerikanischen Ausnahmedrummer Phil Templar hat es in den letzten Jahren geschafft, sich auch außerhalb des Undergrounds zu präsentieren. Dementsprechend polarisieren die sechs Kurzhaarigen. Mit "4 the Die-Hards" gibt es jetzt einen Rückblick auf die Anfänge der Band.

Die Jungs haben ein paar befreundete Musiker mit an Bord , die es sich nicht nehmen ließen mitzuwirken:

John Joseph , Cro-Mags

Nik Rampage , 1. Sänger von Stomper 98

Jens Emperor , Eastside Boys, The Ruckers

Stefan Spilla , Emscherkurve 77

Wolgang Wendland, Die Kassierer

Till Noise Engine , Suicide Squad

Auf der Compilation befindet sich zudem ein unveröffentlichter Track von 2003:

Alle Songs wurden analog aufgenommen und nun in ein angemessenes Soundkostüm gepackt. Insofern stellt "4 The Die-Hards" keine lieblose B-Side Compilation dar, sondern präsentiert die Band so wie sie sich selber sieht. Der Sound wurde nicht kaputt komprimiert, sondern der Musik entsprechend bearbeitet und vor allem lebendig gehalten.

STOMPER 98 spielen & touren u.a. in Deutschland, USA, England, Schweden, Italien, Frankreich, Tschechien, Österreich, Spanien und Griechenland.

Dazu kommen Auftritte zu Spitzenspielzeiten bei Festivals wie WITH FULL FORCE, als Co-Headliner beim PUNK & DISORDERLY, ENDLESS SUMMER, SPIRIT FROM THE STREETS, REBELLION GB etc.

All das zeigt bestens, auf welchem Weg sich die Band befindet.

Die letzte Platte "Tage Deiner Jugend" erhielt Bestnoten in Magazinen wie ROCK HARD (8,5 von 10 Punkten), OX-Fanzine (9 von 10), Slam (8 von 10), und auch Fanzines wie Oi! the Print oder Moloko Plus gaben Höchstnoten.

Es gab Interviews in vielen Szene-Heften & Magazinen und auch das OX oder die TAZ räumten der Band Platz ein. Dadurch ergaben sich Möglichkeiten, die die Band nutzte, ganz klar zu zeigen wo sie steht.

Gemäß dem Motto "Tradition schlägt jeden Trend!" rufen STOMPER 98 die Musik aus ihren Anfangstagen zurück ins Gedächtnis und auf die Straße. Wenn heute der Soundtrack zum Untergang gesucht werden würde, wären STOMPER 98 erste Wahl! Denn ohne diese Compilation wären Alben wie "Für die Ewigkeit" oder "Tage Deiner Jugend" nie möglich gewesen.

Tracklist :

1. True Till Death - Noise Engine

2. Stomper 98

3. Noch was zu sagen - Noise Engine

4. Stadiongeflüster (1998)

5. Kulturstadt/Pickel (feat. Wolfgang Wendland)

6. Rampage Nik tobt (feat. Nik Rampage, erster Sänger von STOMPER 98)

7. Straßenrandale

8. Dancing Queen (feat. Jens, EastSideBoys / Ruckers)

9. Kumpelkokolores

10. Pissed Off NYC (feat. Phil Templar)

11. From Göttingen To New York (feat. Carl Templar)

12. A Cro-Mag Tale (feat John Joseph, Cro Mags)

13. Kämpfe & Siege

14. Leipzig Calling (feat. T. Ecke)

15. Allein & eingesperrt (unveröffentlicht - 2002)

16. Der Ruhrpott ruft (feat. Spilla EK77)

17. Stadiongeflüster (2002)

18. Frei geboren

19. Auf der Wache

20. Ochsensong

21. Genug ist genug

22. Keep On Stompin' - Noise Engine

23.Real Enemy (Musik 1999, Gesang 2009 )

24 . . . Macht's gut (feat. Michel Stomper 10/99)

THUG (16.08.09)

1) Als Erstes möchte ich danke sagen, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Ich hoffe ihr trinkt ein paar Bier und habt gute Antworten für mich.

Gut wir drinken immer ein paar Bier und wir hoffen dir gefallen die Antworten.

2)Würdest du mir zunächst die Band vorstellen? Wer sind die Mitglieder der Band und wie alt sind sie, wer spielt was für ein Instrument und wie lange? Habt ihr in anderen Bands zuvor gespielt?

Ok wir haben Simon am Schlagzeug, Kingy am Bass, Paul und Ross an der Gitarre und ich, Chumley, singe. Außer mir sind alle sehr alt, ich bin das Baby der Band, haha. Simon und ich spielen seit um 1981 in Bands zusammen. Unsere 1. Band war eine Skinhead Band namens YMGP (Young men going places) Wir kamen aus einer kleinen Stadt namens Canberra und wir hatten eine wirklich gute Anhängerschaft, wir spielten auch einige Male in Sydney. Paul unser Gitarist kommt auch von Canberra und er spielte in einer Punkband namens „THE YOUNG DOCTORS“ das war ca. 1978. Es war eine große Band in der Szene, sie zogen nach Sydney und spielten dort bis in die späten 90er. Ross spielte auch in vielen großen Bands aus Sydney von 1975 bis 1982 spielte er bei „ROUGH JUSTICE“ einer Hardrockband die eine große Anhängerschaft von Skinheads und Punks hatte. Anschließend spielte er die nächsten 10 Jahre in verschiedenen anderen Bands wie BLACK ROSE, THE MEDICINE SHOW und als letztes bei BLAGGARD. Dann gibt es noch Kingy er war in zu vielen Bands in den letzten Jahren um alle zu erwähnen, aber die letzten waren: THE PETE WELLS BAND und ROSE TATTOO von beiden Bands denke ich wird Jeder schon gehört oder sie live gesehen haben.

3)Kannst du mir bitte etwas über die Bandgeschichte erzählen?

Simon und ich haben immer, wenn wir betrunken waren darüber gesprochen eine gemeinsame Band zu gründen. Eines Tages hörten wir dann auf darüber zu sprechen und taten es einfach. Aber diesmal wollten wir etwas mehr „Australischen Rock n Roll“ mit einbringen. Wir versuchten es mit einigen Kumpeln und einiges passte anderes nicht, so war es ein langsamer Start zum Schluss hatten wir folgende Besetzung zusammen: Ich, Simon und Paul, Danny an der Guitarre und Will am Bass. Das ist auch das Line up welches das T.H.U.G Album aufgenommen hat. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns von Danny und Will getrennt und Kingy und Ross kamen dazu. Schließlich war es Fakt, dass sie einfach mehr zu dem Musikstil den wir wirklich spielen wollen passten und die neuen Songs die wir geschrieben haben machen das wirklich deutlich, mehr Rock n Roll in unserem Sound.

4)Kannst du mir sagen was T.H.U.G bedeutet?
     
Das ist etwas was nur die Band weiß, haha

5)Wie oft habt ihr in Australien gespielt und wie ist die Situation für eine Band in eurem Land? Hattet ihr einige Auftritte im Ausland?

T.H.U.G haben die letzten Jahre einige Konzerte gespielt, aber wir versuchen nicht zu viele zu spielen, damit die Leute mehr wollen. Wir haben als Vorband einige große internationale Bands supportet wie: UK SUBS, SHAM 69, THE BUSSINESS, PETER & THE TEST TUBE BABIES and BEERZONE. Wir haben einige großartigen Konzerte gespielt. Wir haben nicht außerhalb Australiens gespielt, aber wir haben einige Pläne für den Anfang nächsten Jahres.

6) Habt ihr jemals in Europa gespielt oder plant ihr dieses zu tun?

Nicht bis jetzt, aber ich hoffe bald.

7) Wie  würdet ihr euren Musikstil beschreiben? Würdest du sagen es ist mehr Streetrock, Oi oder Punk?

Ich weiß es nicht wirklich, es ist schwierig eine Kategorie zu finden falls irgendwas würde ich es als „Australischen Schläger Rock n Roll“ bezeichnen.

8)Auf deiner Myspace Seite habe ich gesehen, dass ihr in Kontakt mit vielen berühmten Personen aus der Szene steht. Wo habt ihr die alle getroffen?

Wir haben einige Jahre auf unserem Buckel, ja da lernt man einige Leute kennen. Ich und Kingy trafen eine Menge netter Kerle während wir mit Rose Tattoo in Europa waren.

9)Würdest du mir bitte eure aktuelle CD T.H.U.G- same beschreiben. Was haben wir zu erwarten?

Erwartet einfach ein bisschen etwas anderes. Wir wollten nicht ein Album veröffentlichen wo jeder Song klingt wie 100km/h, da sind einige die so sind aber wir wollten auch einige langsamere und kraftvollere Stücke. Ich wollte dass die Texte so wahrheitsgemäß und ehrlich wie möglich sind. Sie handeln über wirkliche Dinge hier und wie die Leute hier ums uns herum leben. Die Welt ist nicht immer ein schöner Ort.

10) Von was handeln die Lieder?
     
Leben, Tot und Liebe.
     
11)Angry Anderson singt bei einem Lied auf der CD mit. Warum habt ihr mit ihm gearbeitet und wie war das?

Wir sind seit Jahren befreundet und nachdem ich Gunnung 4 u geschrieben hatte dachte ich, dass es sich gut anhören würde wenn mitsingen würde. Dann nach einer Flasche Jack Daniels spielte ich ihm das Lied vor und er sagte er würde stolz sein es zu machen und der Rest ist Geschichte.

12)Kannst du mir ein bisschen von deinem Land erzählen? Wie sieht die Szene aus?

Die Szene in Australien ist gut. Das Land ist aber sehr groß und so dauert das Reisen von Stadt zu Stadt eine ganze Weile. Wir haben einige gute Bands hier so haben wir Alle eine gute Zeit, das Bier ist billig, die Mädels sind wunderschön und die Sonne scheint immer- was willst du mehr.

13)Gibt es irgendwas, was du den Leuten sagen möchtest die dieses Interview lesen?

Yeah hört euch australische Bands an, kauft diese CD und kommt rüber auf einen Besuch, ihr könnt alle in Simons Haus wohnen.

14) Fünf kurze Fragen zum Schluss:

a) Seit ihr betroffen von der Hasenplage?
   Nein, wir lieben diese zu essen.

b) Warum habt ihr so dünne elektrische Stecker?
   Ich weiß nicht wirklich

c) Ist der Mad Max Film in Australien so ein Kult Film wie in Deutschland?
   Ja es ist wahrscheinlich so.

d) Was denkst du über die Queen?
   Sie trägt eine Krone und sitzt auf ihrem Thron.

e) Was denkst du über Deutschland?
   Liebe Deutschland gute Musik, gutes Beer und Würstchen und die Mädels sind immer bereit für ne gute Zeit.

ZONI / LOST BOYS ARMY

Bevor hier wieder Stimmen laut werden, das dies ein Interview „gegen“ VJ ist, möchte Ich hier ganz klar festhalten, das ich persönlich nichts gegen VJ habe.
Aber das in einem Interview mit dem „Peter / Zoni“ das Thema „Trennung Peter VS Verlorene Jungs“ behandelt werden muss, halte ich für Legitim und es dürfte selbstverständlich bestimmt auch viele andere Leute interessieren, denn ich habe dieses Interview ja nicht geführt, um mein Ego zu befriedigen.
Das Interview führten wir per Elektronischer Post im Oktober 2008.
Frank Herbst (www.crazyunited.de)

Hallo Peter!
99% der Leute die dich kennen, werden dich nur mit „Verlorene Jungs“ in Verbindung bringen, was ich ein bisschen Schade finde, denn schließlich war ja auch was „vor“ VJ und deshalb möchte Ich Dich bitten mal kurz zu erläutern, was für Aktivitäten du bisher für „unsere“ Szene geleistet hast.

Och na ja, was heißt schon geleistet? Geleistet klingt ja immer so nach hochgekrempelten Ärmeln und Verdienstorden. Eigentlich hab ich ja nicht wirklich was geleistet. Bin halt nur schon n paar Tage dabei und da macht man so das ein oder andere, kennst du doch. Gibt wenige die sich über 10, 15, oder sogar  20 Jahre in der Szene bewegen ohne irgendwann mal in irgendeiner Form aktiv gewesen zu sein. Mit oder ohne Erfolg, je nach dem. Ich hatte es mal mit nem kleinen Shirt und Plattenversand versucht. Mr. Nobody hieß das damals. War mit Spiller zusammen. Ist aber sicher schon weit über 15 Jahre her. Später bin ich dann in Willi Wuchers Scumfuck Imperium eingestiegen. Hab da bis ca '98 am Zine mitgearbeitet und Label und Laden mit aufgebaut. Ansonsten gab es ab 96 eigentlich nur VJ und die Lost Boiz Army, mit dem Strategen natürlich.

Wie bist du damals das erste Mal mit dem Punk / Skinhead Virus in Berührung gekommen? Wie ja die meisten wissen bist du in der ehemaligen DDR aufgewachsen und da wurde ja bestimmt ein Punker / Skinhead Outfit nicht so angesehen, wie im damaligen Westen! Wie gingen deine Eltern und der Staat damit um?

Ich glaub die ersten Punks bei uns hab ich noch während meiner Schulzeit gesehen. Das muss so 1980/81 gewesen sein. Das waren eigentlich nur ziemlich runtergekommene Asis, aber ich fand die schon damals irgendwie ziemlich cool. Bis ich jedoch selber dazu stieß, vergingen dann aber noch n paar Jahre und es brauchte einige Begegnungen mehr, als diese ersten. Selber Skin/Punk wurde ich erst ca 84/85. Ich nenne es bewusst Skin/Punk, denn zu dieser Zeit gab es die krassen Unterscheidungen bei uns noch nicht und fast jeder wechselte nach Lust und Laune zwischen Glatze und Iro hin und her. Auch ich. Du warst einfach nur Teil einer gemeinsamen Szene, egal ob Skinhead, Punker, oder sonst was fürn Vogel. Staatliche Repressalien waren uns allen gleichermaßen sicher. Eine Szene die sich außerhalb der staatlichen Kontrolle entwickelt, war natürlich nicht gern gesehen und so hatte das System ne ganze Reihe von Drangsalierungen der nervigen, aber auch schmerzhaften Art parat. Bullenstress, Stasiverhöre und dergleichen mehr. Kann man sich heute alles gar nicht mehr vorstellen. Aber das hielt damals den Kreis der Leute klein und auf irgendeine Art war es deshalb was besonderes, dazu zu gehören. Man brauchte n dickes Fell. War aber trotzdem ne schöne Zeit, heute zurückblickend und insgesamt. Meine Eltern waren natürlich total schockiert, logisch.

Wurdest du damals von der Stasi verhaftet und / oder bespitzelt?
Falls ja, was warf man dir vor?
Hast du dir später mal einen Einblick in deine Akten verschafft?

Verhaftet oft, bespitzelt bestimmt. Aber das war nichts Unübliches im Osten. Von den Bullen kontrolliert und wegen nichtiger Vergehen verhaftet wurdest du alle Nase lang. Verhaftungen, prophylaktische Vernehmungen, Stadtverbote, das gehörte alles dazu und war, wenn man so will, irgendwie Normalität und galt nicht nur für Skins und Punks, sondern für alle, die irgendwie nicht ins Bild passten. Stasi war dann die nächste Stufe. Auch Vernehmungen und so. Teilweise von der ganz fiesen Sorte. Von Mielke gab’s ja sogar den konkreten Befehl nicht zimperlich mit uns umzugehen, wie man heute weiß. In aller Regel wurden dir völlig harmlose Sachen vorgeworfen, die ganz offensichtlich nur als Vorwand dienten. Warst du aber einmal in dieses Netz geraten, kamst du praktisch nicht mehr raus. Die meisten endeten irgendwann im Knast. Ich dann ja leider auch.Akteneinsicht wollte ich immer mal nehmen, hab’s dann aber doch nie getan. Irgendwann mach ich das aber bestimmt mal.

Hattest du damals Gedanken gehegt aus diesen Gründen dein Outfit Richtung „Normalität“ zu ändern oder war dir schon damals klar, dass es nur diesen Weg für dich geben wird?

Nee, eigentlich hat jeder Palaver immer nur meinen Trotz geschürt. Der ganze Osten hatte damals im Allgemeinen ja dem System gegenüber ne gewisse „Antihaltung“ und gerade wenn dir durch die staatlichen Organe „nahe gelegt“ wurde, dich oder zumindest dein Outfit zu verändern, ging das natürlich überhaupt nicht. Also zumindest bei mir absolut gar nicht. Viel zu stolz. Gerade wenn es Druck gab. Hat aber auch ne Menge Leute gegeben, die das nicht ausgehalten haben und deshalb abgesprungen sind. Da konnte man dann immer sehr günstig an begehrte und sonst praktisch nicht zu kriegende Klamotten, wie Bomberjacken, Boots etc, kommen. Für die Szene hattest du dann aber auch völlig abgelost, klar. Da konnteste dich natürlich nirgends mehr sehen lassen. So trennte sich immer sehr fix die Spreu vom Weizen und wenn du also, egal wo und in welcher Stadt, irgendwo ne Glatze oder n Punk getroffen hast, war das 100%ig kein Weichei. Das hat vieles im Umgang miteinander erleichtert. Wenn auch zu einem hohen Preis. Sicher. Aber es hat die Verbliebenen auf ne besondere Weise zusammengeschweißt. Jeder wusste Bescheid, jeder machte dasselbe durch. Wir waren irgendwo so ne Art Widerstandsbewegung. So was wie damals, hab ich später nie wieder gefunden. Vom Gefühl her.

Hattest du eigentlich schon zu Ost Zeiten deine Stimme einer Band geliehen bzw. war es schon damals ein Wunsch von Dir deine Gefühle in Form von Gesang anderen Leuten mitzuteilen?

Nö überhaupt gar nicht. Gar kein Gedanke. Das Musikmachen war so weit weg wie nur irgendwas.

Mit wie viel Jahren bist du denn dann in den Westen gekommen?
War das zum Zeitpunkt des Mauerfalls oder zu einem anderen Zeitpunkt?

Mit Anfang zwanzig. Das war Ende 89. Da gab’s die Mauer zwar noch, aber die Grenze war schon offen. Ich war Anfang Oktober 89 völlig fertig, desillusioniert und enttäuscht von Land und Leuten aus der Haft entlassen worden. Am 09. November ging die Grenze auf, Mitte November war ich weg. Über Braunschweig, Hannover, Unna Massen, von einem Lager ins andere. War ja die Hölle los damals, da haben Hunderttausende das Land verlassen. Alles war total überfüllt und die Mauerfall Euphorie kippte gerade n bisschen, weil dem Westen klar wurde, dass das n teurer Spaß werden konnte… Geendet ist die Odyssee dann in Wesel, Katastrophenschutz Schule, wo ich erst mal n paar Tage verbracht hab. Von da aus ging’s für n paar Wochen in ne Notunterkunft, auch in Wesel, Zitadelle. Nur Asitypen da. 8 Leute auf einem Zimmer. Alle Tag und Nacht besoffen. Ewig Diebstähle und Schlägereien, Messerstechereien. Zum Glück hatte ich als gelernter Maurer schnell Arbeit gefunden und konnte mir ne Wohnung suchen. So war der Spuk ungefähr im März 90 für mich vorbei. Da bin ich nach Friedrichsfeld gezogen. An den Arsch der Welt sozusagen, ziemlich nahe am Loch. 30qm antiquarisch möbliertes Appartement, 500 DM warm, zur Witwe Wiedemann. So fing alles an.

Und was war mit deinen Eltern? Sind die im "Osten" geblieben?
Hast du heute noch Kontakt mit Ihnen?

Also ich war von unserer Familie der einzige, der den Schritt gewagt hat. Meine Eltern sind inzwischen leider schon viele Jahre tot. Ich hab noch zwei ältere Brüder und ne Schwester, zu denen es heute nur noch losen Kontakt gibt. Man ruft sich halt zu Geburtstagen an und so, besucht sich alle paar Jahre mal. Meine Schwester war später ab und zu auf VJ Konzerten. Sie und ihre ganze Familie waren große Fans unserer Musik.

Da du ja schon die VERLORENEN JUNGS ansprichst, können wir ja einen kleinen Sprung machen und direkt zu dieser Band kommen oder hast du vor VJ noch in anderen Bands gespielt?

Hab mich schon die ganze Zeit gefragt wie du diese Kurve kriegen wirst… nee, vor VJ war ich bandtechnisch Jungfrau.

Dann erzähle uns doch mal, wie du zu VJ gestoßen bist und wer da anfangs mitmusiziert hat, denn die letzte Besetzung war ja nicht die Original Besetzung!

Das war irgendwann im Sommer 95 oder so glaub ich. Damals waren die Brüder Torsten und Stefan dabei und n Trommler, der Mike hieß. Ich glaub Torsten sprach mich auf ner Party an, ob ich nicht Bock hätte in der Band mit zu machen. Der letzte Sänger (Arndt?) war aus beruflichen Gründen ausgestiegen und keiner wusste genau, wies weitergehen sollte. Zu der Zeit gab es aber noch keinen richtigen Bandnamen und auch noch kein einziges wirkliches Lied. Ich glaub wir nannten uns abwechselnd mal Always Ultra, mal Warboots und auch mal Verlorene Jungs. Im Grunde hingen wir aber nur ab und zu im Proberaumbunker in Duisburg rum, um uns zu betrinken, n bisschen undefinierten Krach zu machen, und um – in 9 von 10 Fällen, auf Mike zu warten, der uns immer wieder hängen ließ. Davon hatte ich irgendwann die Schnauze gestrichen voll und so stellte ich die Kollegen vor die Wahl, entweder nen anderen, wirklich ambitionierten Trommler zu suchen, oder weiter auf Mike zu warten. Dann aber ohne mich. Die anderen stimmten zu und so suchte und fand ich schon kurze Zeit darauf in Bernd, dem Sänger und Gitarristen der RABAUKEN, haargenau den Schlagzeuger, der in unser Raster passte. So fing mit Bernd eigentlich alles erst an. Der kannte sich aus, der wusste worauf es ankam. Bernd hatte jede Menge Live und Studioerfahrung und darüber hinaus mehr Musik im kleinen Finger, als wir drei grünen Jungs im ganzen Körper. Bernd konnte dir an jedem Instrument zeigen was er meinte, wenn die Worte fehlten und vorsingen, wenn du nicht die richtige Linie finden konntest. Das war genau unser Mann. Ja, mit Bernd fing eigentlich erst alles an. Das war so Ende 95 ungefähr. Da hatten wir die ersten eigenen Lieder und dann stand auch der Bandname fest. Hm. Verlorene Jungs. Fand den Namen eigentlich immer doof. Mein Favorit war Warboots gewesen.

Bernd spielte ja damals in der nicht gerade unumstrittenden Combo "Rabauken".
Ward ihr damals so blauäugig und habt es nicht sehen kommen, das viele Leute Euch deshalb anpissen würden oder war Euch das bewusst und ihr habt darauf geschissen?

Also dass die Anpisserei später so derbe Formen annehmen würde, war uns sicher nicht bewusst. Ich glaub aber auch nicht, dass es irgendwas verändert hätte, wenn wir das vorausgeahnt hätten. Bernd war für uns ein Held. Der Frontmann einer der besten deutschen Oi Bands. Bei uns am Schlagzeug. Das war für uns der Hammer. Ich glaub auch, dass es in 96 noch gar nicht so viele Angriffe auf die RABAUKEN gab, oder? Begann das nicht alles erst ein paar Jahre später, mit dem Rechtsruck von DIM Records? Weiß jetzt gar nicht genau.
Ich persönlich kann mich aber auch noch sehr gut an Zeiten erinnern, in denen die RABAUKEN den Leuten nicht politisch genug waren. Da führten noch STÖRKRAFT, NOIE WERTE etc die Hitlisten an. So was gab es ja auch. Aber egal, selbst wenn. Die Rabauken sind und waren in ihren Liedern so unpolitisch wie wohl kaum ne andere deutsche Band. Wir hatten uns ein eigenes Bild gemacht. Ich selber kannte Bernd da schon n paar Jahre, mir hätte da eh keiner was erzählen können. Wir haben später ne Menge Diskussionen zu diesem Thema geführt. Aber meine persönliche Meinung dazu hat sich nie geändert und ich denke, dass ich auch mit dem Wissen von heute, alles noch mal genauso machen würde. Ohne Bernd wäre aus der Band nie was geworden. Erst durch ihn bekamen die Songs so was wie ne Struktur und erst mit Bernd fing das regelmäßige proben an, richtig Spaß zu machen. Ich glaub das war damals die beste Zeit der Band.

Und warum verließ Bernd dann Jahre später die Band? Da wurde ja auch nie wirklich Tacheles geredet oder habe ich damals das nicht richtig mitbekommen?

Nee das ist schon richtig, wir haben damals und auch später nie wirklich Klartext darüber nach außen dringen lassen, zumindest soweit ich weiß. Ich denke aber auch, dass das im Sinne aller Beteiligten war und ist und möchte deshalb auch hier nicht näher darauf eingehen und mich lieber geschlossen halten. Denn eigentlich geht’s keinen was an. Wichtig ist aber ganz bestimmt, seinerzeit wie heute, dass die Trennung eine lange Vorgeschichte hatte und es am Ende Bernds eigene Entscheidung war, die Band zu verlassen. Zu ihrer Zeit vermutlich die einzig richtige. Aus heutiger Sicht allerdings leider ganz bestimmt ein Fehler, den ich später sehr bereut hab. Wir haben gut 10 Jahre lang zusammen Musik gemacht und hatten ne verdammt gute Zeit zusammen. Das hätte man nicht einfach so über Bord werfen dürfen. Wie gesagt war Bernd ganz bestimmt der wichtigste Einfluss den VJ hatten und ohne ihn hätte es die Band so nie gegeben. Das hätten wir bedenken müssen und anders würdigen sollen.

Aber die Trennung wurde nicht aus „Politischen“ Gründe vollzogen?
Hast Du heute noch Kontakt zu ihm?

Nee Quatsch. Wenn uns Bernd schon im Vorfeld in irgendeiner Form nicht „koscher“ erschienen wäre, hätte er nie seinen Platz bei uns gefunden. Wie gesagt, ich kannte ihn vor VJ schon ne ganze Weile und würde mich auch heute jederzeit verbürgen. Wir waren bestimmt nicht immer in allem einer Meinung, aber wenn er der Bösewicht wäre, den viele in ihm sehen (wollen), wären wir sicher keine Freunde geworden. Der Kontakt ist seit damals leider etwas mehr als nur eingeschlafen. Ich hab ihn zwar immer mal mit n paar Sachen bedacht, wenn was neues von uns raus kam und seine Meinung war mir immer wichtig, aber darüber hinaus gab es nur wenig bis gar keinen Kontakt.

Wer kam dann als Schlagzeuger zu den VJ und woher kannte ihr Ihn?

Zunächst haben wir das mit Schwefel abgefangen. Der ist von der Gitarre zum Schlagzeug gewechselt und wir konnten so alle vereinbarten Termine für Konzerte einhalten. Danach haben wir angefangen zu suchen, hauptsächlich via Internet. Ne Zeitlang hat Schwefel auch überlegt, ob er Trommler bleibt und wir ne zweite Gitarre verpflichten oder so, bis wir bei nem Gig in Alsfeld (bei Aachen) völlig zufällig Basti kennen gelernt haben, der dann ne Weile bei uns war. Basti, der Red Dirty Evil Devil von uns genannt werden wollte, war aber als hyperaktiver Selbstdarsteller leider doch und absolut gar nicht so der Volltreffer, wie wir ziemlich schnell feststellen mussten. Am Schlagzeug war er wirklich nicht schlecht, aber menschlich hat das absolut nicht in die Band gepasst. Nach ein paar Monaten und wenigen gemeinsamen Gigs haben wir deshalb lieber auf ne gemeinsame Zukunft verzichtet und weitergesucht. Es haben sich dann wieder viele vorgestellt, die leider nicht in Frage kamen, bis wir Dom gefunden hatten. Der Kontakt kam über www.Musiker-in-deiner-Stadt.de zustande. Ideal für Leute die Bands suchen und umgekehrt. Kann man sehr empfehlen. Dom ist musikalisch ne totale Granate, wohnte in der Nähe und passte auch als Persönlichkeit super in die Band. Wir waren sehr froh ihn gefunden zu haben. Im Januar 2006 haben wir zum ersten Mal mit ihm auf der Bühne gestanden. Das war in Holland.

In der kompletten VJ Geschichte mir Dir als Sänger wurden 5 ½ Alben, sowie einige Samplerbeiträge eingespielt, was ja eine Stolze Leistung ist.
Vergleiche doch mal „Einer Von Uns“ mit der „…Für Ein Stück Leben“.
Ich übertreibe jetzt mal bewusst und werfe in den Raum, dass das erste Album noch ein richtiges Skinhead Album und das letzte schon fast ein „Emo“ Album war, was mit Skinhead(s) nicht mehr wirklich viel am Kopf gehabt hat. Du kannst mich natürlich gerne Korrigieren!

Na ja, eigentlich waren es 6 Alben und die Mini mit SOKO DURST (Anmerkung Frank: Sicher waren es 6 Alben plus der Split. Ich Idiot kann anscheinend nicht bis 6 zählen*LOL*).
Aber du hast natürlich Recht, diese beiden Platten trennen ganz bestimmt Welten. „Einer von uns“ war für meine Begriffe ein typisches Debüt. „Für ein Stück Leben“ dagegen das Album einer „gereiften“ Band. Aber es wäre auch schlimm wenn das nicht so wäre, denn es liegen ja fast 12 Jahre dazwischen. Und, wie schon erwähnt, war zum Zeitpunkt der ersten Platte Bernd unser wichtigster musikalischer Regisseur, bei der letzten war das Schwefel. Zwei völlig verschiedene Typen, mit unterschiedlichen musikalischen Neigungen und Vorlieben. Bernd ist eher der klassische Oi und Punkrock Hörer, der Peter & the Test Tube Babies, Stiff Little Fingers und z.B. Toy Dolls verehrt. Schwefel hingegen ist experimentierfreudig wie sonst was und mag breit gefächert alles, von Nirvana, über Sportfreunde Stiller bis Cure. Er ist vor allem aber „modern“ beeinflusst. Das spürt man natürlich bei jedem Song des letzten Albums.
Von den Texten her gibt es aber kaum Unterschiede finde ich. Oder doch? Die waren doch immer schon n bisschen „Emo“? Auch als das als Musikstil noch nicht so populär war. Keine Ahnung. Ich könnte mir die Texte der letzten Platte irgendwie auch auf der ersten vorstellen und umgekehrt natürlich, wenn man von einigen Feinheiten und den ganz brutal typischen Skinhead Sachen wie „Back to the roots“ oder ähnlichem mal absieht. Ich meinte ohnehin immer, dass die Texte der „rote Faden“ und irgendwie auch das Herzstück sämtlicher Platten waren. Deshalb fand ich die musikalischen Veränderungen über die Jahre auch gar nicht so erheblich.
Aber auch das „machen“ hat sich im Laufe der Zeit verändert. Musikalisch geht das letzte Album bestimmt zu gut 90% auf Schwefel zurück. Er hat nahezu sämtliche Songs im Grunde instrumental komplett fertig mit in den Proberaum gebracht. Ich hatte die zum betexten n paar Tage vorher als mp3 und wir haben dann bei den Proben nur noch an den Konturen gefeilt. Das einzige „typische Proberaumlied“, der letzten Platte, ist wahrscheinlich „0:52“…
Bei „Einer von uns“ ist viel mehr spontan im Proberaum und mit der Hilfe aller entstanden. Irgendeiner hat ne Idee mitgebracht und an der wurde dann gemeinsam gearbeitet, bis jeder einzelne Song fertig war. Bernd stand da zwar bei jedem Lied Pate und brachte sich ein wenn’s nötig wurde, hielt sich aber auch zurück, wenn’s aus seiner Sicht nix zu meckern gab. Diese Spontaneität gab es später zwar nicht mehr, aber ich fand auch nicht unbedingt, dass das den Liedern insgesamt geschadet hat. Schwefel ist die Kreativität selbst und ganz bestimmt ein absolut hervorragender Musiker. Außerdem – und das ist gerade bei der letzten Produktion superwichtig, hat bei den letzten Alben auch Sven aus der Klangfabrique gehörig an den Songs geschraubt, was Effekte und Arrangements angeht. Er hat die Platten viel mehr als nur aufgenommen und gemischt. Seinen Ideen verdanken die meisten Songs den letzten Schliff und manchmal auch noch viel mehr als das.
Diese beiden Platten krass gegeneinander verglichen klingen natürlich super unterschiedlich, aber eingereiht in die Entwicklung der Band mit ihren verschiedenen Ideengebern und über sechs Alben in 12 Jahren verteilt, relativiert sich die Geschichte. Findest du nicht?
Da magst du absolut Recht haben, nur wurden ja schon bei den letzten Alben von VJ Stimmen laut, dass das nicht mehr die VJ wären, die man einst kannte, was natürlich eurerseits damit begründet wurde, das die Band sich weiterentwickelt und man keine Lust hätte immer gleich zu klingen.

Warst Du persönlich immer mit der „Musikalischen Weiterentwicklung“ zufrieden? Ich persönlich konnte Musikalisch gar nichts mit mehr mit VJ anfangen, obwohl die Texte immer noch erste Sahne waren / sind, aber bei mir muss beides miteinander harmonieren, um mich überzeugen zu können.

Also ich fand Texte und Musik haben immer prima harmoniert. Zu allen Zeiten der Band. Ja klar, die Musik hat sich ständig verändert und im Laufe der Jahre eben durch die Einflussnahme der verschiedenen Musiker ihre unterschiedlichen Prägungen erhalten. Zunächst, bei unseren ersten beiden Platten, die dir vermutlich am meisten zusagen, durch Bernd, der die Musik nach seinen Vorlieben formte. Klassischer Oi! mit einem kräftigen Schuss Streetpunk würde ich das mal nennen. Später, bei „Engel oder Teufel“, der dritten Platte, war Stefan langsam an der Gitarre „flügge“ geworden und hat den Liedern, seinen Faves entsprechend, den Stempel aufgedrückt. Das ging dann schon ziemlich in Richtung Onkelz, wurde also auf jeden Fall rockiger und war bestimmt in sich das „ruhigste“ Album, vom Tempo her. Danach kam irgendwann Schwefel zu uns und mit der vierten Platte, „Ungeliebt“, wurde sein Einfluss langsam wirksam. Bei dieser Produktion aber eher noch „verhalten“. Man hört sowohl typische Songs in Stefans Stil und auch Bernd blickt hier und da durch, aber es gibt auch schon deutliche Anzeichen, was Schwefel betrifft. Der, und das kommt noch dazu, zu dieser Zeit ein eingeschworener Glatzkopp war.
Bei den beiden folgenden Alben setzte sich Schwefel konsequent durch und ich denke auch man hört, dass er sich immer mehr von der Skinszene entfernte. Vielleicht bei „Ich hoffe…“ noch unbewusst. Ein weiterer nicht unwesentlicher Aspekt ist aber natürlich auch der Wechsel mit „Ich hoffe es tut weh“ zu Sven Neumann in die Klangfabrique. Die Mini mit im Grunde nur zwei eigenen Songs deutet dann aber schon recht deutlich an, in welche Richtung es weiter geht und beim letzten Album kommt dann noch Dom am Schlagzeug dazu, der der ganzen Rhythmusgeschichte ein völlig neues Gesicht gegeben hat. Schwefel wollte und konnte da im Übrigen auch schon nichts mehr mit Oi! und Streetpunk anfangen. Wie, ich glaub außer mir, in der Band inzwischen keiner mehr.
Wer da noch erwartet, dass die Band wie vor 10 Jahren klingt, erwartet, dass sie sich selbst covert. Insofern waren die Veränderungen für mich immer ok. Gab ja auch nicht wenige, die uns ständig vorwarfen wir würden uns nicht weiterentwickeln und seit Jahren auf der Stelle treten. Zumindest bis zur vorletzten Produktion.
Und zufrieden? Was heißt schon zufrieden? Es waren immer Klasse Platten und ich war und bin von jeder einzelnen überzeugt. Irgendwie ist es doch immer VJ geblieben. Vielleicht am Ende nur durch Stimme und Texte? Kann sein. Gestört hat mich das nicht. Das einzige, was mich am Ende richtig gestört hat, war das langsame abreißen von der Basis. Das wegentwickeln von den Roots sozusagen. Das Skinpublikum lief uns langsam aber sicher weg. Das fand ich wirklich schade und ich hätte gerne dagegen gewirkt. Indem wir mehr alte Songs live gespielt hätten zum Beispiel. Indem es auch mal wieder n paar richtige Knaller gegeben hätte, mit fetten Chören, Ohohos und allem was eben dazugehört. Aber das war mit den Kollegen leider nicht mehr zu machen. Damit war ich auf jeden Fall unzufrieden. Klar. Richtig unzufrieden, das stimmt schon.

Mit dem letzten Absatz deiner Antwort hast du deine Unzufriedenheit geäußert, die ja dann wohl letztendlich darin gipfelte, das du die Band verlassen hast.
In einem Interview las ich, das du schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken gespielt hattest.
Gab es da absolut keine Gemeinsamkeit mehr unter der VJ Crew?
Schließlich hast du ja die Band großgezogen und seine Kinder lässt man ja eigentlich nicht im Stich. War nur die nicht mehr vorhandene Basis seitens der anderen Bandmitglieder der einzige Grund, dass du der Band Lebewohl sagtest, oder gab es da noch andere schwerwiegende Gründe?

Es gab eine Fülle von Gründen. Am Ende zu viele, um darüber hinwegsehen zu können, oder sie zu übergehen, ohne sich dabei zu verbiegen. Es ging einfach nicht mehr. Es gab keine gemeinsame Basis mehr, ich hatte das Gefühl, dass es insgesamt gesehen überhaupt gar keine Gemeinsamkeiten mehr gab. Ich denke man kann im besten Sinne sagen, ich war mit der Gesamtsituation unzufrieden, sogar noch mehr als das. Und ich denke im Übrigen, dass meine (Ex) Kollegen genauso wenig zufrieden waren, mit einem ewig moralisierenden alten Griesgram in ihrer Mitte. Ums aber wirklich zu erklären, muss ich leider etwas weiter ausholen, also nimm dir mal den Rest des Tages frei…:
Also ich hab mich, im Grunde von den ersten Tagen an, immer um alles rund um die Band gekümmert. Oder wie meine Kollegen später meinten, ich hab immer alles an mich gerissen. Kann sein, wie auch immer, nichts war mir gut genug und deshalb hab ich von Beginn an alles lieber selber gemacht, wenn ich gesehen habe, dass irgendwas nicht richtig lief. Oder sagen wir besser, wenn irgendwas nicht so lief wie ich es mir vorgestellt hatte… Nahezu alles was Konzerte, Plattendeals, Studiotermine, Interviews etc anging, selbstverständlich die Homepage und natürlich auch fast sämtliche Layouts für Plattencover, CD Booklets, Flyer, Shirts, Logos – eben einfach alles. Später auch Merch und den kompletten GbR Rechnungs- und Steuerkram, als wir das Gefühl hatten, dass Stefan damit überfordert ist. Selbstverständlich gab es natürlich auch n paar der berühmten Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Aber das waren in 8 von 10 Fällen leider nur Strohfeuer der Kollegen, kurze Aktion und wieder weg. Im Grunde war ich immer und kontinuierlich mit allem allein, das wird dir jeder bestätigen, der irgendwann mal mit der Band zu tun hatte. Aber das war gar kein Problem! Ich hab das auch wirklich zu allen Zeiten gern gemacht, hab voll Begeisterung knietief in Arbeit gesteckt und mich dabei pudelwohl gefühlt  – und – das war mir immer wichtig – es lief immer im Sinne aller, d.h., ich hab nie irgendwas eingestielt, was nicht von meinen Kollegen abgesegnet worden war, es gab kein Interview oder sonst irgendwas, das die Kollegen vor Veröffentlichung nicht auffem Tisch hatten.
Das war die Situation und auch wenn ich es irgendwie immer sehr schade fand, gab es zu allen Zeiten gute Argumente dafür. Es funktioniert in vielen Bands so. Und es war auch hier ok. Es hat mir ne Menge Freiheiten verschafft. Für die anderen war das ne bequeme Sache und für mich die Möglichkeit, nicht nur durch die Texte das Bild der Band nach meinen Ideen und Vorstellungen zu formen und zu prägen. Denn ich wollte mit der Band was Besonderes schaffen, etwas das mir bei den meisten Bands immer gefehlt hat. Den Brückenschlag zum Publikum nämlich. Das „Wir Gefühl“ zwischen Hörer und Band. Genau wie später auch (ab ca 2000) mit der Lost Boiz Army und ihrem eigenen Zine, die den Schritt noch ein Stück weitergehen sollte. Kurz und gut: Überall wo Verlorene Jungs drauf stand, war Zoni drin.
Aber die Zeiten ändern sich und uns und so kam eins zum anderen. Ich hab inzwischen Familie, 3 Kinder. Arbeite 7 Tage die Woche und wechsle alle zwei Tage die Schicht. Ein Wochenende im Monat frei. Als ich mir dann noch n kleines Häuschen gekauft habe und anfing es nach und nach auszubauen, war der Kollaps absehbar. Obwohl ich trotzdem noch gut 80% meiner freien Tage für die Band verplante, fehlte einfach die Zeit um wie gehabt für alles zu sorgen. Gut, es gab inzwischen zahlreiche Hilfe. Vom Label, von der Booking Agentur, auch von Kumpel und Kollege Moppa, der uns die HP und die Army abgenommen hatte. Schwefel kümmerte sich um alles was Studiosachen betraf und machte den MySpace Auftritt. Also ich hatte schon viel ausgegliedert und abgegeben, mit mal mehr, mal weniger Erfolg. So ist das nicht. Aber das Volumen war auch ungeheuer angestiegen und wenn’s irgendwas zu checken gab, musste man trotzdem nach wie vor jedem hinterherlaufen und rumbetteln. Alles Unangenehme und langwierige blieb sowieso nach wie vor am Zoni hängen. Für Entscheidungen gab’s erst keine Meinung und später Maulerei. Das ging mir tierisch auf den Sack. Es ging ne Menge daneben, weil irgendwas vergessen oder eben nicht dran gedacht wurde, was anderes wichtiger war…  oder es gab laxe Antworten a la „Weshalb soll ich denn der Dumme sein der sich darum kümmert?“ (und zwar im O-Ton). Mit anderen Worten, es entglitt mir. Jeden Tag ein bisschen. Ich hab mich oft im Stich gelassen gefühlt mit all dem Kram, der mir so viel bedeutete, aber für die Kollegen scheinbar nur Nebensache war. Und ich war über die Jahre viel zu erfolgsverwöhnt, um davon nicht runter gezogen zu werden. Das hat natürlich gefrustet wie Sau. So hab ich ne Weile verbissen versucht den Spagat hinzukriegen und bin dabei immer mehr verbittert. Das war schlimm.
Aber noch viel mehr hat mich der stete Werteverfall innerhalb der Band gestört. Denn alles das, was ich mit VJ darstellen wollte und über die Jahre so sorgsam gepflegt und hochgehalten hatte, ging mehr und mehr verloren. Die viel beschworenen Werte und das oben erwähnte „Wir Gefühl“, davon war am Ende irgendwie nicht mehr viel übrig geblieben. Es wurde alles immer flacher, oberflächlicher, aufgesetzter und irgendwie seelenloser. „Groß“ und „größer“ waren inzwischen gern gebrauchte Vokabeln bei den Kollegen geworden. Die Läden waren ihnen zu schäbig, das Publikum nicht mehr gut genug. Es ging darum viele Platten zu verkaufen und dabei cool auszusehen. Alles andere stand hinten an. Das war einfach nicht mehr dieselbe Band. Ich war immer wieder erschrocken, wie wenig Dom z.B., selbst nach 2 Jahren bei VJ, über die Band und ihre Geschichte wusste. Es gibt bis heute alte VJ Songs, die er noch nie gehört hat. Nicht weil’s nicht die Möglichkeit gab, nee – sondern schlicht und einfach aus Desinteresse. Sie sind ihm einfach egal. Nichts gegen Dom persönlich, er ist n sympathischer Typ und n bestimmt begnadeter Musiker, aber er hat sich VJ wie eine Jacke übergezogen. Wenn morgen einer kommt, der ihm in irgendeiner anderen Kapelle mehr bietet, ist er weg. 100 pro. Da ist kein Herz dabei. Null. Ganz ernsthaft.
Anderes Beispiel: In den letzten Radio Interviews zu „für ein Stück Leben“ mit Dom und Schwefel in Dortmund oder auch Hannover konnten die Beiden beinahe jede dritte Frage zur Band und Produktion nicht beantworten. Das hat mich völlig schockiert. Und das ist es, was ich meine. Desinteresse. Desinteresse, bis hin zu Ignoranz. Solange ich gut aussehe, brauch ich nix zu wissen. Alles was Zeit kostet und Arbeit macht sollen die andern tun. Das hab ich der Band ganz konkret so vorgeworfen. Ich möchte das nicht unbedingt weiter vertiefen, könnte aber stehend 100 solcher Details aus der Hüfte schießen, ohne groß überlegen zu müssen. Also es gab schon Gründe, ganz bestimmt. Aber ich will jetzt hier auch keinen weiter anpissen oder so was und auch mich nicht von Fehlern freisprechen. Vielleicht hab ich völlig falsch gelegen. Mag sein, aber das Ding ist gelaufen. Wir hatten auf jeden Fall, in meinen Augen zumindest, unser Ziel komplett verfehlt. Und deshalb hab ich die Auflösung vorgeschlagen. Natürlich hat es mir das Herz zerrissen, aber so durfte es nicht weiter gehen.
Tja, so war das. Und im Grunde doch nur die Spitze des Eisbergs.

Was war denn dein „Ziel“ und von welchen „Werten“ genau redest Du?

Eben, wie gesagt, eine Band zu sein, die ein bisschen mehr ist, als nur einfach irgend ne Band. Das war mein Ziel. Ich wollte so ne Art familiäre Bindung zu den Leuten. Den Schulterschluss zum Publikum. Den Leuten das Gefühl geben, diese Band da, das sind Typen wie ich. Die gehen malochen wie ich, haben die gleichen Alltagssorgen und stehen in ihrem Leben in den gleichen Situationen den gleichen Problemen gegenüber. Ich wollte Wege aus Krisen aufzeigen. Aufrichten, trösten wenn’s mal sein muss. Den Leuten sagen:Du bist nicht alleine, du bist „Einer von uns“, „Du gehörst dazu“, du bist „Genauso wie wir“ – zusammen schaffen wir das, wir sind „Stark genug“. So ungefähr. Es fehlen mir jetzt ein bisschen die Worte, aber ich denke du verstehst was ich meine, wenn du n paar unserer Texte kennst. Viele haben das verstanden, ich denke insgesamt kam es an und rüber. Es gab früher ne Menge Leute die waren bei jedem Konzert. Egal wo. Sind uns überall hinterhergefahren. Mit denen haben wir gefeiert bis in die Nacht und sie mit ins Hotel geschmuggelt, wenn der letzte Zug weg war. Die haben mir geschrieben wenn’s ihnen mal dreckig ging und um Rat und Hilfe gebeten. So Post krieg ich heute noch oft. Wie ne Art großer Bruder, den man fragen kann, wenn’s mal nicht weiter geht.
Oder n anderes Beispiel: Ich hab ne Bekannte in Solingen. Die arbeitet in nem Projekt für gestrauchelte Jungendliche. Ausreißer, Junkies, Bahnhofsstricher. Größtenteils Minderjährige, von unfähigen Eltern ins Leben verstoßen. Die finden da ne vorübergehende Bleibe und wenn’s auch mal nur für ne Nacht ist, oder zwei. Die hat mir erzählt, dass sie ihnen den Song „Heute Nacht“ anmacht, wenn sie von da aus nach Hause geht. Weil sie dann weiß, dass die Kids nicht alleine sind über Nacht. Da fühl ich mich verstanden. Da bin ich stolz drauf, dass es das Lied gibt und hab das Gefühl alles richtig gemacht zu haben.
Musik ist Emotion. Und eben auf diese Art wollte ich Werte vermitteln. Ehrlich sein. Freund sein. Zu sich selber stehn, nich verbiegen lassen, aufrecht gehen, nich reinreden lassen. Hinfallen und wieder aufstehen. Stolz sein auf das was man geschafft hat und wissen, da geht noch mehr. Auch dazu stehen wenn mal was Scheiße war und nicht weglaufen. Nich anpassen. All die Dinge, die für uns den Kult bedeuten. Die ganzen klassischen Sachen. Working Class und stolz darauf. Du kennst das doch selber. Was gefällt uns denn an Oi und Punkrock? Es ist die Ehrlichkeit die dahinter steht. Für mich ist der Kontrast zu all den gestylten und geschniegelten Retorten besonders wichtig. Ich würde mich doch da nie anpassen wollen, nur um ein paar Krümel vom großen Kuchen abzustauben, dass ist doch total bescheuert. Es muss nicht von Anfang bis Ende komplett durchgehend gut sein um mir zu gefallen. Ich finde n paar Quietscher viel sympathischer als den perfekten Sound. Und ich denke man sollte dazu stehn und nicht versuchen sich solange amöbenartig an und einzupassen bis man selber nicht mehr zu erkennen ist. Nur um Platten zu verkaufen? Das ist doch widerlich, was sich die Leute antun um im Rampenlicht zu glänzen und sich als etwas darzustellen, was sie gar nicht sind. Sorry, aber so was kann ich nicht ernst nehmen. Im Gegenteil, davon wird mir übel.

Und du bist sicher, das du dieses Gefühl mit den neuen Leuten deiner neuen Band wieder erleben kannst / darfst?
Wie / wo hast du diese Leute überhaupt so schnell gefunden? Denn ich fand es schon außergewöhnlich schnell, wie du wieder mit deiner neuen Band am Start warst. Andere Sänger machen eigentlich immer eine längere Pause, bevor sie wieder ins kalte Wasser springen, um was Neues auf die Beine zu stellen.
War es dein persönliches Ziel möglichst Schnell wieder präsent zu sein, um nicht in Vergessenheit zu geraten?

Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Wer sollte mir das garantieren? Und selbst wenn’s heute so wäre, wie lange würde es halten? Sicher sein kann man sich doch mit nichts. Man muss es einfach probieren und mit Dennis und Seppl habe ich zwei alte LBA Member der allerersten Stunden im Boot, die seinerzeit eben wegen dieser Werte Mitglieder geworden sind. Ich denke also die Vorzeichen sind schon mal gar nicht schlecht…
An und für sich wollte ich überhaupt keine Musik mehr machen. VJ auflösen und Schluss hab ich gedacht. Die letzte Platte wäre ein gutes Ende gewesen. Ich hatte mir die Sache lange und reiflich überlegt und war mir sicher, dass es so die beste Lösung ist und auch der beste Zeitpunkt und so. Tja, wies am Ende ausgekommen ist weißt du ja. Das hat mir natürlich alles nicht gepasst, es hätte aber am Ende wohl auch nichts an meinen Plänen geändert. Ich war fertig damit.
Jetzt gab’s zum Schluss aber noch ne Aussprache mit der Band beim Label, weil Sunny Bastards VJ am liebsten im Stück erhalten hätte. War natürlich längst zu spät und alle wussten das, aber wir haben uns trotzdem noch mal getroffen und geredet. Ich denke während dieser Aussprache habe ich beschlossen, es doch noch mal zu versuchen. Nicht um nicht vergessen zu werden, aber bestimmt um ein Gegengewicht zu sein und natürlich hat auch Trotz ganz sicher eine Rolle gespielt. Das muss ich wohl zugeben. Mich hatten, nach dem bekannt werden der Trennung, schon ne Menge Leute angeschrieben und es hatte auch konkrete Angebote von diversen Musikern und sogar kompletten Bands gegeben. Also hatte ich mit dem Gedanken und den Möglichkeiten und Konstellationen schon son bisschen gespielt. Sunny Bastards bot sofort volle Unterstützung an. Ein Riesen Vertrauensbeweis. Also dachte ich irgendwann, warum eigentlich nicht? Noch mal neu anfangen wird zwar sicher schwierig, aber es ist heute alles so viel einfacher als damals und den Grundstein legen weckt ja auch deinen Pioniergeist und so. Nichts ist eingefahren, du kannst alles noch mal völlig frei gestalten. Da hab ich mich in den Gedanken verliebt. So hab ich also angefangen mich umzusehn.
Ab da ging alles sehr schnell. Dennis hatte seinerzeit bereits bei Oi the Band Bass gespielt und Seppl (180 Grad) kam im Gespräch nach meinem letzten Auftritt mit VJ spontan dazu. Eric (Pure Quo) und Andre (Ex Alvarez) fanden wir übers Internet. Dank der Kollegen von Cotzraiz gab es einen Raum mit allem pipapo um ein paar Mal Probe zu proben und so kam eins zum andern. Seppl brachte direkt einiges an musikalischen Ideen mit und ich hatte ja noch bergeweise jahrelang liegen gebliebene Texte. Es ging wirklich alles fix. Pures Glück und ne Handvoll guter Wille, das hat gereicht. So hatten wir in relativ kurzer Zeit schon ne ganze Reihe wirklich guter Songs. Natürlich bin ich nicht so naiv zu glauben, dass von Anfang an alles perfekt laufen wird und wir hatten auch schon einiges an Schwierigkeiten zu bewältigen. Die Band war ein Experiment. Eric ist inzwischen schon wieder ausgestiegen. Ich hab keine Ahnung wer noch dazu kommt, oder wieder geht. Es gibt bisher nur wenige feste Strukturen, wir stehen ganz am Anfang. Aber ich denke wir sind auf einem wirklich guten Weg und können locker in die Zukunft blicken. Fast jede Probe bringt neue Songs. Die neuen Kollegen sind mit Spaß bei der Sache. Und wir hatten praktisch vom ersten Tag unseres Bestehens an Angebote für Konzerte, Platten, Sampler. Unser erster gemeinsamer Song ist inzwischen veröffentlicht und hatte durchweg gute Reaktionen wie ich finde. Es geht wirklich super voran.

Wäre Theoretisch zurzeit ein Konzert mit VJ und LBA im Bereich des Möglichen?

Nein ich denke nicht.

Damit lassen wir mal das Bandinterne Gespräch hinter uns und plaudern so noch ein wenig, denn es soll ja kein reines VJ / LBA Interview werden, sondern eines mit Dir Peter. Nervt es dich eigentlich, das man dich zu 99% „Zoni“ und nicht „Peter“ ruft? Wer hat dir den Namen verpasst und warum? Nur aus dem Grund, das Du aus der Zone kamst?

Also zu Anfang fand ich das ganz furchtbar. Als ich gerade kurze Zeit hier lebte und der Kopf noch lange nicht im Westen angekommen war, klang es fürchterlich für mich. Den Namen hab ich vom Spiller. Und ich glaub nicht mal, dass mich das irgendwie abwerten sollte oder so. Es gab damals einfach zwei Peter im Freundeskreis. Der andere Peter kam aus Mülheim und spielte in Spillers damaliger Band VdG Gitarre glaub ich. Damit man sich nicht ewig erklären musste, wurde so erst Zonenpeter und später kurz Zoni aus mir. Klar, weil ich ausm Osten bin, zu der Zeit gab’s im Pott noch nicht so super viele Ostler. Ich hab’s gehasst, aber es blieb mir nichts anderes übrig, als damit zu leben. Irgendwann hab ich mich dann auch dran gewöhnt und später sogar fürs Scumfuck und verschiedene andere Zines als Zonenpeter Artikel verfasst und ganz allgemein meine Post mit Zoni unterschrieben. Heute nehme ich es als Marke und bin sogar auch ein bisschen stolz drauf, dass viele bei „Zoni“ nicht an 16 Millionen Ostler, sondern erstmal an mich denken. Ein eigenartiges Gefühl hab ich aber trotzdem heute noch dabei, wenn mich Ostler Zoni rufen…

Und wie fühlst du dich als „älterer Skinhead“, wenn du heute die ganzen Jung Glatzen auf Konzerte siehst? Erfüllt es dich mit Stolz, das du immer noch den richtigen Way Of Life lebst / fühlst / denkst? Glaubst Du, dass dich die jungen Skins als so eine Art Vorbild sehen?

Klar ist man da stolz. Du doch bestimmt auch oder? Gibt nur wenige die das so lange durchhalten und  gut drauf sind dabei. Es ist und bleibt die beste Sache der Welt, ganz ohne Frage und ich denke ich bleibe dem Kult noch lange und mit Freude treu. Auch wenn ich heute bestimmt nicht mehr der Hardcorevorzeigeskin von früher bin. Irgendwann findet man seine Nische, in der man der Sache treu bleiben kann, auch ohne in der ersten Reihe zu pogen, denk ich. Kann sein, dass das für viele so ne Art Vorbildkiste ist, denke aber weder dass ich zum Vorbild tauge, noch dass es irgendetwas nützt. Jeder geht seinen eigenen Weg, so oder so.
Natürlich ist heute alles besser, allein durch die neuen Medien hat sich viel verändert. Was durch das Internet alles möglich ist! So was von Bandvielfalt wäre früher undenkbar gewesen. Früher bekamst du alle Jubeljahre mal n paar schlechte Zines mit völlig veralteten oder noch schlechteren Infos in die Hand. So was kennt doch heute keine Sau mehr. Wenn du irgendwas wissen willst, hast du in Minutenschnelle alles aufm Tisch. Bands, Infos, Termine. Wir werden mit Musik überschwemmt. Jede Woche um die Ecke irgendein Konzert, in letzterer Zeit sogar ewig irgendwelche Festivals mit zig Bands… Es ist insgesamt alles viel bunter und unkomplizierter geworden.
N bisschen schade finde ich aber trotzdem, dass dabei auch viel auf der Strecke geblieben ist. Die Leute sind heute ungleich bequemer geworden. Früher sind wir hunderte Kilometer gefahren, um ein gutes Konzert zu sehen. So was gibt’s heute kaum noch. Außerdem stört mich, dass es heute viel zu viele gibt, die den Kult scheinbar mit ihren Stiefeln an und auch wieder ablegen. Alles was es früher schwieriger gemacht hat, hatte auf irgendeine Weise doch auch seinen Reiz. Ich fand es immer cool der Bürgerschreck zu sein, das geb ich offen zu. Diese Outsiderkiste war doch ein wichtiger Bestandteil unseres Daseins, auch wenn’s dafür ziemlich oft was auf die Mütze gab. Für mich hat das alles dazu gehört. Und ich glaub nicht, dass viele der heutigen Skins auch damals Glatzen gewesen wären. Jedenfalls nicht lange. Oder was meinst du?

Das kann ich mir auch nicht vorstellen, auch wenn ich persönlich ja erst Anfang der 90ziger mich dem Skinhead Kult zuordnen lasse (davor seit 1978 „Punk“ gewesen“).
Dann lasse uns mal zum Ende des Interviews kommen, denn die letzten Zeilen deiner letzten Antwort, war schon, wie ich finde, ein sehr gutes Schlusswort, obwohl wir beide bestimmt noch Seiten füllen könnten, aber der Platz im MOLOKO+ ist ja auch eingeschränkt.
Abschließend würden mich noch gerne deine Zukunftsperspektiven im Musikalischen, sowie im Privaten Bereich interessieren, bevor wir das Interview beenden! Danke für die Zeit die du dir genommen hast, um meine fragen in aller Ausführlichkeit zu beantworten.

Jo, ich fürchte wir liegen schon jetzt hart an den Grenzen. Ist dann wohl doch etwas mehr geworden… also lass uns mal schnell Schluss machen:
Ich sehe sowohl privat, als auch mit der Band ganz locker in die Zukunft. Familie ist für mich erst mal das allerwichtigste und steht in jedem Fall ganz vorne an. Frau und Kinder mussten leider viel zu oft zurückstecken. Das wird es so nicht noch einmal geben. Deshalb geht’s musikalisch ganz locker vorwärts. Ich möchte mir auf jeden Fall weiter den Luxus bewahren, keinen Trends hinterherlaufen zu müssen und nur vertreten, was ich für vertretbar halte. Es gibt keine großen Ziele mehr, es locken keine Rekorde und auch Erfolg allgemein ist mir scheißegal. Ihr wisst, was mir am Musikmachen wichtig ist. Also lasst uns auf ein zwei gute Platten mit der Army hoffen und vielleicht auch noch ne Handvoll Konzerte machen. Wohin die Reise geht, sollte inzwischen klar sein. Musik um der Musik Willen, wir brauchen niemandem was zu beweisen und keinem was vorzumachen. Ich denke, es wird spannend. Gerade deshalb.
Abschließend bedanke ich mich bei dir und den Lesern für das Interesse, es hat Spaß gemacht mit dir zu plaudern und meine Sicht der Dinge zu schildern. Vielen Dank an alle die weiter hinter mir und der Army stehen. Es ist noch nicht vorbei.
Zoni Okt 2008
www.myspace.com/zonenpeter
www.LostBoyzArmy.de
www.myspace.com/lostboyzarmy

STOMPER 98

 

 

Hey Sebi!Wie sieht´s aus im Stomper 98 Lager?
Die Tage erscheint ja euer neuer Tonträger, der den schönen Titel "Für die Ewigkeit" trägt. Erzähl doch mal ein bisschen zur Vorgeschichte zu der neuen CD.

Bei uns ist alles sehr entspannt. Unsere 3.Platte steht ins Haus & bald geht es (endlich) wieder auf die Bühne.Im Dezember letzten Jahres haben wir mit den Aufnahmen zur Platte begonnen und im Juli wurde gemastert. Das ist ein langer Zeitraum, doch die "reine Arbeitszeit" im Studio betrug gerade mal 3 Wochen. Das ist gar nicht soviel, wenn man bedenkt, dass wir im Prinzip alle Songs im Studio fertig gestellt haben. Es gab einen groben Ablauf, doch die meisten Sachen entstanden erst im Studio bzw. als die Drumtracks & der Bass standen. Das war für uns eine neue Art im Studio zu arbeiten, aber sehr effektiv. Wir haben sehr hart gearbeitet & sind natürlich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mitte September ist Streetdate (zum OI! THE MEETING am 14./15.092007 in Leipzig)! Dort wollen wir die Platte das erste Mal vorstellen bzw. ein - zwei Songs mit ins Set einbauen!

Bei uns ist alles sehr entspannt. Unsere 3.Platte steht ins Haus & bald geht es (endlich) wieder auf die Bühne.Im Dezember letzten Jahres haben wir mit den Aufnahmen zur Platte begonnen und im Juli wurde gemastert. Das ist ein langer Zeitraum, doch die "reine Arbeitszeit" im Studio betrug gerade mal 3 Wochen. Das ist gar nicht soviel, wenn man bedenkt, dass wir im Prinzip alle Songs im Studio fertig gestellt haben. Es gab einen groben Ablauf, doch die meisten Sachen entstanden erst im Studio bzw. als die Drumtracks & der Bass standen. Das war für uns eine neue Art im Studio zu arbeiten, aber sehr effektiv. Wir haben sehr hart gearbeitet & sind natürlich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mitte September ist Streetdate (zum OI! THE MEETING am 14./15.092007 in Leipzig)! Dort wollen wir die Platte das erste Mal vorstellen bzw. ein - zwei Songs mit ins Set einbauen!Wie kann man es sich als Laie vorstellen, eine Platte aufzunehmen, wenn die einzelnen Bandmitglieder weltweit entfernt voneinander wohnen? Wie wurden einzelne Songs ins Leben gerufen und abgesegnet?

Das Songwriting hat sich in der Entstehungsphase der neuen Lieder nicht sehr verändert. Für Tommi & Phil waren  es die ersten Aufnahmen mit STOMPER 98 & gerade Tommi hat sich sehr stark ins Songwriting mit eingebracht & war gleich mit dabei. Die einzelnen Songs & Ideen haben wir vorher zusammengetragen bzw. am Rechner hin & hergeschickt, so das zumindest die Gitarristen & ich als Bassist/Sänger wussten, was ungefähr auf uns zukam. Viele Ideen sind gar nicht erst gemacht worden & vorher schon verworfen. Wir waren sehr kritisch uns selbst gegenüber & auf die Platte haben es nur die besten neuen  Songs geschafft. Flacke & ich haben die von uns verwendeten Ideen vorher akustisch & mit Klick (Takthilfe) auf genommen & arrangiert. Mit diesem Hintergrund ging es dann ins Studio. Nur ein Song der Platte ("Vereint & Stark") entstand komplett im Studio. Nachdem die Drums standen sind wir nach & nach vorgegangen & haben, wie bei anderen Produktionen auch, die einzelnen Instrumente nach & nach eingespielt. Dabei noch viel verändert, was den Tracks echt gut bekam. Da wir mit DSS Records ein Label haben, das uns voll unterstützt, konnten wir zeitmäßig sehr entspannt arbeiten & hatten da keinen Stress.

Das Songwriting hat sich in der Entstehungsphase der neuen Lieder nicht sehr verändert. Für Tommi & Phil waren  es die ersten Aufnahmen mit STOMPER 98 & gerade Tommi hat sich sehr stark ins Songwriting mit eingebracht & war gleich mit dabei. Die einzelnen Songs & Ideen haben wir vorher zusammengetragen bzw. am Rechner hin & hergeschickt, so das zumindest die Gitarristen & ich als Bassist/Sänger wussten, was ungefähr auf uns zukam. Viele Ideen sind gar nicht erst gemacht worden & vorher schon verworfen. Wir waren sehr kritisch uns selbst gegenüber & auf die Platte haben es nur die besten neuen  Songs geschafft. Flacke & ich haben die von uns verwendeten Ideen vorher akustisch & mit Klick (Takthilfe) auf genommen & arrangiert. Mit diesem Hintergrund ging es dann ins Studio. Nur ein Song der Platte ("Vereint & Stark") entstand komplett im Studio. Nachdem die Drums standen sind wir nach & nach vorgegangen & haben, wie bei anderen Produktionen auch, die einzelnen Instrumente nach & nach eingespielt. Dabei noch viel verändert, was den Tracks echt gut bekam. Da wir mit DSS Records ein Label haben, das uns voll unterstützt, konnten wir zeitmäßig sehr entspannt arbeiten & hatten da keinen Stress.
Wie viele Songs wird das Album haben? Könntest du vielleicht alle Titel auflisten und zu jedem Track ein paar Wörter schreiben, was ihr euch dabei gedacht habt?

Auf der Platte sind 13 Lieder.

Auf der Platte sind 13 Lieder.  1.Helden des Alltags von Klassenbewusstsein kann man in dieser Gesellschaft nichts merken &     viele geben vor etwas zu sein, was sie nicht sind. Die einfachen Leute     machen von ihrer Macht auf die Straße zu gehen &     Veränderungen / Verbesserungen einzuleiten einfach keinen Gebrauch. Eine rel. melodische & schnelle Nummer.     

2.Niemand hat gesagt dass es leicht wirdjeder hat Freunde/Bekannte die sich sofort zurückgezogen haben, wenn es mal kriselte & einem der Sturm entgegenschlug. Davon handelt der Track. Sollte eigentlich mal der Titelsong sein, wich dann aber "Für die Ewigkeit". Teilweise mit Wut, teilweise mit Melancholie betrachtet der Text den Verlust eines vermeintlich guten Freundes. 

2.Niemand hat gesagt dass es leicht wirdjeder hat Freunde/Bekannte die sich sofort zurückgezogen haben, wenn es mal kriselte & einem der Sturm entgegenschlug. Davon handelt der Track. Sollte eigentlich mal der Titelsong sein, wich dann aber "Für die Ewigkeit". Teilweise mit Wut, teilweise mit Melancholie betrachtet der Text den Verlust eines vermeintlich guten Freundes. 3.In der Stadtein klassischer STOMPER 98 Song im musikalischen Offbeatgewand ,mit schönem Singalong - Refrain. Textlich leicht verdaulich & unterhaltsam behandelt es die Probleme, die Skins & Punkrockern auf der Straße widerfahren können. 

4.Identität- haben wir auf unserer Homepage (www.stomper98.de) schon vorgestellt & ist ein sehr wütender, schneller Song der mitreißt & sich textlich gegen Mitläufer & Modeaffen richtet, die jedem Trend hinterherlaufen & sich selber völlig außer Acht lassen. 

4.Identität- haben wir auf unserer Homepage (www.stomper98.de) schon vorgestellt & ist ein sehr wütender, schneller Song der mitreißt & sich textlich gegen Mitläufer & Modeaffen richtet, die jedem Trend hinterherlaufen & sich selber völlig außer Acht lassen. 5.Gesiebte Luftmusikalisch ein wenig Country - Punkrock & textlich beschäftigt sich der Song mit dem Strafsystem in Deutschland. Kapitalverbrechen werden härter bestraft als Drogenhandel, Vergewaltigung oder ähnlich schlimmen Dingen. Da stimmt doch was nicht! 

6.A way of lifeein Midtempo Song von Tommi komponiert, der auf unserer myspace-Seite (www.myspace.com/stomper98de) schon zu hören ist. sehr melodiös & ich gebe zu auch sehr schwer einzusingen. Eines der besten Lieder von STOMPER 98 ever. 

6.A way of lifeein Midtempo Song von Tommi komponiert, der auf unserer myspace-Seite (www.myspace.com/stomper98de) schon zu hören ist. sehr melodiös & ich gebe zu auch sehr schwer einzusingen. Eines der besten Lieder von STOMPER 98 ever. 

7.Für die EwigkeitDer Titeltrack & ein verdammt rockiges Teil mit harten Gitarrenriffs & Feuer.  

8.Nur bei Dir3 Akkord Lovesong mit hohem Mitgröhlcharakter…..in guten wie in schlechten Zeiten! 

9.JugendzeitAuch ein traditioneller Stomper-Kracher mit mehrstimmigen Chören. Handelt von den Erfahrungen auf den Straßen & ist eine Hommage an vergangene Zeiten, in denen nicht alles glanzvoll war. 

10.Pour la gloireauch diese Mal haben wir eine französische Punkband gecovert. Mit CAMERA SILENS hat es eine der Bands aus den CHAOS-Zeiten erwischt. Große Band, großes Lied & glorreiche Version unsererseits. 

11.Klänge & Gesängeals Kids haben wir Punk & Oi! als Befreiung empfunden. Classwar, Rebellion, Anderssein, Widerstand & Randale waren die Eckpfeiler. Jetzt stehen wir selber auf der Bühne & spielen genau das, was wir als Kids so geliebt haben! Musikalisch sehr melodiös & verspielt ist es unsere Art DANKE zu sagen, zu den Leuten, die uns immer unterstützt haben & das noch tun! 

12.Miss Germanyvon Jimmy Cliff inspiriert entführten wir MISS JAMAICA 1967 & ersetzten die alte Dame mit MISS GERMANY 2007. Davon gibt es so viele & für die ist auch dieser Track. War ein Riesenspaß die Nummer einzuspielen & einzustompern.For the ladies! 

13.Vereint & StarkUnited & Strong black & whiteUnited & stron  Punk“s & Skins….sangen schon AGNOSTIC FRONT. Wir schließen den Longplayer mit dieser schnellen Mitgröhlnummer. Heutzutage ist das ja für viele in der Szene ein Phrase ,doch es ist doch sehr erstrebenswert, das auf Konzerten & innerhalb der Szene respektvoll miteinander umgegangen wird & gemeinsam gekämpft wird UND NICHT gegeneinander. Feinde haben wir alle genug & die Bullen, Nazis & der Rest da draußen lacht sich doch schlapp über soviel Streit innerhalb der eigenen Reihen.

Identität und Way Of Life habe ich ja auch schon hören dürfen (übrigens 2 mehr als großartige Songs) und mir fällt gerade bei diesen Songs auf, das du / ihr sehr viel Wert auf Style und Werte an sich legt. Wie sieht es bei dir tief im Inneren aus? Bist du manchmal traurig, dass ehemalige Kollegen nicht mehr dabei sind? Wie findest du den „Nachwuchs“ der Skinhead Szene?

Ich kann da nur für mich & nicht die Band im Kollektiv sprechen. Das einzige was ich im Zusammenhang mit STOMPER 98 mit Sicherheit sagen kann, ist das wir alle 5 nun schon sehr lange Skins sind & uns in der sog. Szene bewegen. Dadurch entsteht natürlich eine Verbundenheit zu Werten, die in der Lebensphilosophie Skinhead eine Rolle spielen.Sonst würden wir uns nicht mehr Skinheads nennen, denke ich. Für jeden bedeutet es individuell etwas anderes & Style geht natürlich einher damit. Die Frage ob Hemd oder Shirt, Boots oder nicht, stelle ich nicht, denn das äußere spielt keine Geige. Falls jemand mehr Wert auf seinen (äußeren)Style legt & dabei einfach die Eckpfeiler seines gewählten Lebensweges vergisst, dann nützen ihm die traditionellsten Klamotten nicht & seine Freunde gegen keinen Pfifferling auf ihn. Und wenn ich bedenke, wie wir früher teilweise rumgerannt sind, als man es nicht besser wusste…….durchgesetzt haben wir uns trotzdem. ´ Es gibt genug Leute, die längst nicht mehr dabei sind & sie hatten Ihre Gründe "aufzuhören". Solange sie nicht vergessen wer sie waren, akzeptiere ich das natürlich & in meinem Freundeskreis sind eine Menge Ex-Glatzen, auf die ich blind zählen kann. Schmerzhaft sind halt die Erinnerungen an die Leute, die alles sang & klanglos hinter sich ließen & jetzt nicht mal mehr einen Gedanken an gemeinsame Zeiten verschwenden. Ansonsten finde ich es gut, dass es so viele Kids gibt, die sich entschließen als Skins durch die Straßen zu ziehen. Die Szene ist anders als früher & vielleicht ist es nicht mehr so hart sich durchzusetzen, doch was soll aus einer Subkultur werden, wenn die Alten immer von früher schwärmen & die Jungen nicht für voll genommen werden? Mich freut es auf Konzerten so viele jüngere Mädels & Jungs zu sehen! Das heißt doch auch, das es viele gibt, denen die Tradition & werte des Skinheadlebens am Herzen liegen!

Ich kann da nur für mich & nicht die Band im Kollektiv sprechen. Das einzige was ich im Zusammenhang mit STOMPER 98 mit Sicherheit sagen kann, ist das wir alle 5 nun schon sehr lange Skins sind & uns in der sog. Szene bewegen. Dadurch entsteht natürlich eine Verbundenheit zu Werten, die in der Lebensphilosophie Skinhead eine Rolle spielen.Sonst würden wir uns nicht mehr Skinheads nennen, denke ich. Für jeden bedeutet es individuell etwas anderes & Style geht natürlich einher damit. Die Frage ob Hemd oder Shirt, Boots oder nicht, stelle ich nicht, denn das äußere spielt keine Geige. Falls jemand mehr Wert auf seinen (äußeren)Style legt & dabei einfach die Eckpfeiler seines gewählten Lebensweges vergisst, dann nützen ihm die traditionellsten Klamotten nicht & seine Freunde gegen keinen Pfifferling auf ihn. Und wenn ich bedenke, wie wir früher teilweise rumgerannt sind, als man es nicht besser wusste…….durchgesetzt haben wir uns trotzdem. ´ Es gibt genug Leute, die längst nicht mehr dabei sind & sie hatten Ihre Gründe "aufzuhören". Solange sie nicht vergessen wer sie waren, akzeptiere ich das natürlich & in meinem Freundeskreis sind eine Menge Ex-Glatzen, auf die ich blind zählen kann. Schmerzhaft sind halt die Erinnerungen an die Leute, die alles sang & klanglos hinter sich ließen & jetzt nicht mal mehr einen Gedanken an gemeinsame Zeiten verschwenden. Ansonsten finde ich es gut, dass es so viele Kids gibt, die sich entschließen als Skins durch die Straßen zu ziehen. Die Szene ist anders als früher & vielleicht ist es nicht mehr so hart sich durchzusetzen, doch was soll aus einer Subkultur werden, wenn die Alten immer von früher schwärmen & die Jungen nicht für voll genommen werden? Mich freut es auf Konzerten so viele jüngere Mädels & Jungs zu sehen! Das heißt doch auch, das es viele gibt, denen die Tradition & werte des Skinheadlebens am Herzen liegen!Was gibt es zur Aufmachung der CD zu sagen?Wird es auf der CD z.B. Videos geben oder wird das eine ganz normale Verpackung?

Die Erstauflage der CD wird im Pappschuber geliefert. Ansonsten haben wir uns auf die Musik beschränkt. Visuelle Aufnahmen gibt es nicht mit drauf. Wir müssen ja auch noch was zum 10.jährigen nächstes Jahr haben.Für die Vinylsammler wird es auch eine limitierte Auflage geben.

Die Erstauflage der CD wird im Pappschuber geliefert. Ansonsten haben wir uns auf die Musik beschränkt. Visuelle Aufnahmen gibt es nicht mit drauf. Wir müssen ja auch noch was zum 10.jährigen nächstes Jahr haben.Für die Vinylsammler wird es auch eine limitierte Auflage geben.Du sagst gerade dass ihr nächstes Jahr euer 10jähriges feiert! Womit kannst du den Fans von STOMPER 98 den Mund wässerig machen, damit diese gemeinsam mit Euch feiern können? Die obligatorische DVD?

Da haben wir konkret noch nix im Visier. DvD ? Hm, wir haben ca. 30 Gigs von uns auf Band, aber ob das interessant ist? Wenn dann mit viel Schnick - Schnack dabei. Ansonsten nehmen wir vielleicht eine Platte mit neuen & alten Sachen auf. Mal sehen, da steht noch nix, außer das wir schon etwas vorhaben. Ein großes Konzert zum Bandgeburtstag gibt es auf jeden Fall .Und die erste Tour in die Staaten als Geburtstagsgeschenk sozusagen. An uns & an die Stomper-Maniacs dort drüben.

Da haben wir konkret noch nix im Visier. DvD ? Hm, wir haben ca. 30 Gigs von uns auf Band, aber ob das interessant ist? Wenn dann mit viel Schnick - Schnack dabei. Ansonsten nehmen wir vielleicht eine Platte mit neuen & alten Sachen auf. Mal sehen, da steht noch nix, außer das wir schon etwas vorhaben. Ein großes Konzert zum Bandgeburtstag gibt es auf jeden Fall .Und die erste Tour in die Staaten als Geburtstagsgeschenk sozusagen. An uns & an die Stomper-Maniacs dort drüben.Aber neues Merchandising gibt es, richtig? Mit was für Motive? Fotos davon am Start?

 


Ja, wir haben ja bisher immer nur ein Shirt-Motiv am Start gehabt. Jetzt legen wir 2 neue auf. Die Motive habe ich jetzt nicht, sind aber sehr, sehr schick & stilvoll. Das eine mit kleinem Brustdruck & beidseitig & das andere ein klassischer Trojan-Warrior. Eines kommt wohl beidseitig bedruckt. Die Shirts sind auch in verschiedenen Farben erhältlich & als Girlieshirts und Kapus. Naja, & dann auch noch so Sachen wie Schals, Pins usw.
Der ganze Kram ist dann auf unseren Gigs & über unsere Homepage www.stomper98.de) erhältlich.
 



Der Tonträger wird ja auch ein wenig betourt! Kannst du uns die Daten der kleinen Tour verraten?

Ja, Konzerte sind auch geplant, freuen wir uns auch tierisch drauf, denn bei uns ist das ja zeitmäßig immer so eine Sache. Für die Region RUHRPOTT ist seit Jahren mal wieder was geplant & das ist schon mit ein Highlight! Hier die Daten für 2007 !  14./15.Sep.2007  Oi! the Meeting  - LEIPZIG12.Okt.2007  Berlin - Kato RECORD RELEASE PARTY´+ Towerblocks + Analogs13.Okt.2007  Dortmund - Kaktusfarm + Eastside Boys + Close Quarters Battle03.Nov.2007  Göteburg (Sweden) with Templars & Perkele16.Nov.2007  München - Feierwerk + Bootstroke + Mummys Darlings + Freibeuter17.Nov.2007  Wien/Austria - TBA with Bootstroke + M.Darlings + Freibeuter Nach den meisten Gigs sind zumeist noch Parties, auf denen unser Drummer Philthy Platten auflegt. Einfach Augen & Ohren offen halten, dazu sind natürlich alle eingeladen mit uns zu feiern! 

Das hört sich ja alles sehr großartig an und ich freue mich schon tierisch auf die Show in Dortmund!
Die letzten Worte gehören dann Dir und ich möchte mich für den kurzen Smalltalk bedanken.
 

Alles klar, Frank, wir bedanken uns bei Dir für den Support von STOMPER 98 von Beginn an.

Für uns ist es immer wieder toll zu merken, wie wir unterstützt werden als Band. Das ist unbeschreiblich. Ein fettes Oi!Oi!Oi! an unsere Familien & Liebsten ! Und natürlich an all die Skins, Punkrocker & Freunde von STOMPER 98 die uns immer unterstützten!!! Ihr seid die Besten! Oi! ain`t dead!!!

SMALL TOWN RIOT

Die Band SMALL TOWN RIOT hat sich im Laufe der vergangenen Jahre eine treue Fangemeinde durch viele Live-Auftritte und ihr ebenso sympathisches wie authentisches Auftreten erarbeitet, in erster Linie im Norden Deutschlands. Mittlerweile kann man auf einige Veröffentlichungen auf dem Hamburger Untergrund-Label „True Rebel Records“ verweisen und Drummer Timo, mit dem ich das folgende Interview führte, schmiss kürzlich sogar eine EP seines Horrorpunk-Soloprojekts „HIGHSCHOOL NIGHTMARE“ auf den überfluteten Punkrock-Markt. Da ich finde, dass eine Perle wie SMALL TOWN RIOT nicht in der Flut der Veröffentlichungen untergehen und auch mal überregional zu Ruhm kommen sollte, entschloss ich mich, sie für mein erstes Interview auszuwählen. Mit der Band und insbesondere mit Timo verbindet mich außerdem eine jahrelange Freundschaft, was dazu führte, dass ich stellenweise Fragen stellte, deren Antworten ich selbst schon kannte. Das Ergebnis überzeugt mich aber vollends davon, mit diesem Gespräch die richtige Entscheidung getroffen zu haben, so ehrlich, ungezwungen und ausführlich sind Timos Antworten ausgefallen. Aber lest selbst:

Günni: Moin Timo! Lass uns erstmal den ganzen Standardkram hinter uns bringen, sprich: Wer seid ihr, seit wann gibt’s euch, kurz die Bandgeschichte abreißen etc…

Timo: Dieses Vorstellen ist aber echt immer der nervigste Scheiß beim  Interview! Aaalso… SMALL TOWN RIOT ist seit Bestehen eine Street-Punk’n’Roll-Oi!- Band - wie auch immer man das Genre schimpfen mag, klingt sowieso für jeden anders - in klassischer 3-Mann-Besetzung… bestehend aus Norman (Gitarre), Rolf (Bass) und mir am Schlagzeug. Und da es wohl keiner von uns überleben würde, ein komplettes Live-Set vom ersten bis zum letzten Song durchzugröhlen, muss bei uns der Gesang immer durch  drei geteilt werden… zum Glück! …Mir wird auch so schon schwindelig und schwarz vor Augen bei dem ganzen Geschreie… Äh… Norman und ich machen schon seit der 4. Klasse zusammen Musik und ham’ schon div. Bandprojekte hinter uns gelassen, bis wir zusammen mit David im Jahre 2000 diese Band gründeten. Unser jetziger Bassmann Rolf ist nun seit ca. 3 Jahren auf der S.T.R.-Archenoah der Gescheiterten und Bekloppten… den hab’ ich mal vor ’ner Wichskabine (auf einen Freund wartend…) kennengelernt… woraufhin wir ins Gespräch kamen und sich herausstellte, dass er auch Konzerte in Ostfriesland organisiert und uns im Laufe der Zeit auch einige legendäre Konzerte bescherte. Als David dann aus zeitlichen und  beruflichen Gründen die Band verließ und Rolf in der Zwischenzeit nach Hamburg gezogen war, ham’ wir ihn nach dem Job gefragt… er war  begeistert und von Anfang an durch und durch Small Town Riot pur. ?

„Auf einen Freund wartend", was auch sonst? ;) Alright, haben wir den nervigen Scheiß also hinter uns. Habt ihr noch Kontakt zu David? Habt ihr mal seine neue Band, die GRØLBÜDELS, gehört? Und wie kam die Zusammenarbeit mit True Rebels Records zustande?

Hmmm… leider, leider haben ich und der Rest der Band so gut wie gar keinen Kontakt mehr zu ihm. Außerdem trifft man ihn auch nur sehr  selten auf Konzerten o.ä., obwohl er in der selben Stadt wohnt … (?) …von seiner Band hab’ ich natürlich schon öfter gehört, nur keine  Musik. Die hatten ihren ersten Auftritt mal im "Knust" vor den AVENGERS, wenn ich mich nicht irre… bin aber nicht da gewesen… Zu True Rebel Rec. sind wir natürlich über Alex gekommen, dem über ein paar Umwege unsere Demo-CD in die Hände fiel. Wie Du ja weißt, (lieber Günni ;) ) hatten wir ihm ja keinen Promokram zugeschickt… naja, der Rest ist Geschichte… haben alles, was wir je gemacht haben, bei ihm veröffentlicht… und ich bin ja mittlerweile selbst die Rechte Hand von True Rebel… haha!

Ihr nennt euch "SMALL TOWN RIOT" und habt selbst viele Jahre eures Lebens in Dörfern und Kleinstädten verbacht bzw. tut es noch immer. Mittlerweile haben aber 2/3 der Band ihren Lebensmittelpunkt in Hamburg, zu dem aber wegen seiner regionalen Nähe auch immer ein starker Bezug bestand. Welche Unterschiede siehst du in der Mentalität der Leute in Bezug auf unsere Szene, vielleicht sowohl der Außenstehenden, als auch der Szene-Protagonisten selbst? Und hat man es als jemand von südlich der Elbe schwerer, in der Hamburger Punkrockszene Fuß zu fassen?

Haha, ja! Obwohl ich in Hamburg geboren bin, habe ich in der Tat über Jahre hinweg ’ne Menge Landluft geschnuppert. ;) Hab’ mich mit vielen Vollidioten in und vor der Schule abgegeben… und das auch gerne… Ich wäre wahrscheinlich nicht der gleiche Mensch, hätte ich meine Jugend in der Großstadt  verbracht… Weißt du selber so gut wie ich… die Stadt bietet  Anonymität und auf den ersten Blick eine Menge Freiheit… aber das ist alles Fassade… man benimmt sich in Hamburg eben doch ganz anders als z.B. in Buxtehude… Wenn man in einer Kleinstadt Ärger hat, dann aber richtig! Man hat gleich den kompletten lokalen Vollproll-Pöbel anner Backe und jeder weiß, wo der andere wohnt… als Punk hat man also echt schlechte Karten… und in Hamburg siegt meistens die Ignoranz, man hat aber trotzdem ganz andere Probleme. Hier wird eben alles im selben Moment geregelt, entweder man teilt kurzfristig aus, oder kriegt an Ort und Stelle die  Fresse poliert… die Leute sieht man eh selten wieder… oder man  wohnt (so wie ich zur Zeit), direkt auf dem Kiez und weiß sowieso, dass man sich mit lokalem Menschenmüll (Zuhälter oder Rockerclubs(!)…) nicht abgeben sollte und falls es doch mal Ärger gibt, eh den Kürzeren zieht… haha… dat is Punk, Aller!! Wir sind nun mal der Abschaum der Welt und sehen gegen menschenverachtendes Pack immer ziemlich schlecht aus… das ist Fakt… Es sind eben immer die selben Typen, denen ihr eigenes Leben - und das anderer - weniger Wert ist als ihr beschissenes Image… hahaha… "Menschenmüll" eben!!! … Übrigens, "DIE Hamburger-Szene" besteht sowieso hauptsächlich aus Leuten von Außerhalb, würd' ich sagen. ;) Kein Scherz… die meisten, die man am WE vor den Kneipen/auf der Straße in Kiez-Nähe rumstehen sieht, kommen aus den umliegenden Gebieten oder eben aus den letzten Winkeln dieser Stadt, also ist es wirklich kein Problem, hier "Fuß zu fassen", wenn man nicht völlig weltfremd oder einfach nur doof ist… Der Name "SMALL TOWN RIOT" entstand tatsächlich in der Zeit, in der die Dörfer noch unsere Welt bestimmten - nach einer von Norman angezettelten Schlägerei im Bierzelt einer lokalen Festigkeit. Aber Hamburg ist auch nix anderes als eine beschissene Dorfgemeinschaft, also hat der Name keineswegs an Bedeutung für uns verloren!

Wie sieht's denn mit Konzerten aus? Mittlerweile seid ihr ja doch recht häufig unterwegs, oder täusche ich mich da? Bekommt ihr das immer mit Arbeit, Freundinnen und Familie unter einen Hut oder ist schon der Punkt erreicht, an dem es mitunter ganz schön stressig wird? Welche Entfernungen habt ihr schon für Konzerte zurückgelegt, wart ihr schon im Ausland und mit wem würdet ihr gerne mal spielen? Und wie war überhaupt die Minitour über Pfingsten mit den DETECTORS und den PUSH-UPS?

Stimmt, wir haben in letzter Zeit wirklich versucht, so viele Konzerte wie möglich zu spielen. Das äußerte sich meistens in kleinen, chaotischen Mini-Touren übers Wochenende. Genau wie diese mit den  PUSH-UPS (DETECTORS waren eigentlich nur am Freitag dabei): Hagen,  Erlangen, Berlin….Wenn man sich das auf der Karte anguckt ist das  einmal quer durch die Republik und zurück… Auch wenn Süddeutschland weiter weg liegt als z.B. Holland oder Dänemark sind  Auslands-Konzerte komischerWeise noch nie so richtig zu Stande gekommen, sind aber in fester Planung, z.B. wollen wir im Juli in  Soller zur True-Rebel-Mallorca Eröffnung spielen. Wird 'n Knaller!

Wie kommt ihr in der Regel beim Publikum an? In Hamburg habt ihr natürlich jedesmal ein Heimspiel, aber wie ist es woanders? Kennt man euch weiter südlich überhaupt? Wie nimmt man euch auf? Und hast du ein paar Anekdoten auf Lager, z.B. von gebrochenen Händen, verpassten Zügen oder ähnlichem? ;) Und welches waren die deiner Erachtens bislang besten/schlechtesten STR-Gigs und warum?

Ist keine Seltenheit, dass Leute uns woanders kennen und manch einer sogar textsicher mitgröhlen kann… Das ist wohl einfach ein lustiger Nebeneffekt von der Verbreitung im Internet (MySpace etc.)… Aber neben dem Bier-verspritzenden Tanz-Pöbel vor der Bühne geht es uns in nächster Linie auch darum, die Leute im  Hintergrund für uns zu begeistern. Das kenne ich von mir selbst… Bin mir echt nicht zu schade, komplett auszurasten, aber wenn eine interessante Band spielt, die ich nicht unbedingt kenne, stehe ich auch lieber abseits, um auf die gespielte Musik zu achten. Eine gute Small-Town-Riot-Show gibt’s immer dann zu sehen, wenn die Band ihren Spaß auf der Bühne hat, völlig unabhängig von Publikumsdichte, Anlass oder Größe des Ladens etc… Wir feiern selber… mit Selbstentblößung und blödem Gesabbel, wie wir sonst auch  nicht anders sind… hier also die Anekdote zu einem eher schlechten Konzert: Flensburg, 9. März 07… alle sind euphorisch… der Veranstalter hat Angst um seinen Laden (zurecht), da sich ein "organisierter" Punker-Mob aus Hamburg angekündigt hat, der sich schon mittags in HH-Altona  sammelt, um seine Reise mit 30-60 Flaschen "Frei-Korn" gen Flensburg  anzutreten… zeitgleich die Band im True-Rebel-Bus auf der Bahn: Wir führen trinkenderweise eine Diskussion über das Trinken auf Konzerten… Gespanntheit macht sich breit… angekommen in  Flensi… kaum einer des anwesenden Publikums ist noch in der Lage zu stehen oder zu reden… nach SCHLOIDERGANG sind wir dran… der Korn-Mob brodelt.. vereinzelte Sauf-Leichen entern die Bühne und schaffen es immer wieder mittels unkoordinierten Gröhl- und Stolperaktionen Mikrofone und Gitarre außer Gefecht zu setzen… die A-Seite reißt… kein einziger Song wird störungs-, aussetzer- oder fehlerfrei zu Ende gespielt.. die Stimmung ist schlecht… Zwei Punker liegen knutschend in meinem Schlagzeug… vorzeitiges Ende des  Konzerts… das Gepöbel im Backstagebereich endet mit einem  krachenden Faustschlag unseres Gitarristen gegen eine rumstehende Rigips-Platte… Hand gebrochen… Druckbetankung… Zwei Monate Ausfall…

Ja, ich erinnere mich dunkel. ;) Ihr habt ja mittlerweile einen Longplayer, eine EP und vier Songs auf der TRR-Split-LP draußen. Wie zufrieden seid ihr mit den jeweiligen Veröffentlichungen im Nachhinein? Und dann gibt es da ja noch die Demo-Aufnahmen auf "DEMOlition" - seht ihr das Teil eher als Demo oder als D.I.Y.-Album an? Kann man das noch immer über euer Label beziehen? Wie steht's eigentlich mit den Verkaufszahlen, hast du da 'nen Überblick drüber?

Unser D.I.Y.-Demo-Album ist ja nun schon über 6 Jahre her… ich bin aber nach wie vor sehr überzeugt von den Songs, die uns damals für ein chaotisch aufgenommenes Demo ziemlich gut gelungen sind. Unser "Debüt-Album" („Some Serious Shit“) war nicht wirklich als solches geplant und ist mehr eine Aneinanderreihung angesammelter  Songs, die irgendwann einfach aufgenommen werden "mussten" ;) Jeder, der uns aus dieser Zeit kennt, weiß ’ne Menge damit anzufangen. Wirklich stolz sind wir natürlich auf unsere EP („Skulls & Stripes“) gewesen. Zum ersten Mal Vinyl, mit Rolf am Bass und verkauft hat sich das Ding auch noch wie Sau. Die True-Rebel-Split-LP war dann nach längerer Studioabstinenz mal wieder Gelegenheit für uns, ein paar Songs loszuwerden, mit denen wir sehr glücklich sind. Der nächste Longplayer allerdings wird dann zum ersten Mal für ALLE eine Überraschung sein, da wir keinen der Songs je live gespielt haben und  die wirklich erst am  Erscheinungs-Datum das Licht der Welt erblicken werden… wir sind jetzt schon gespannt auf die Reaktionen… Ach ja, das Demo ist natürlich (auf Anfrage) noch erhältlich… ist allerdings zusätzliche Arbeit für uns… mit Cover-Druck und CD brennen… so ist das nunmal im D.I.Y.-Workflow. ;)

Wie meinst du das, "die aufgenommen werden MUSSTEN"? Ist nicht jedes Album eine Aneinanderreihung angesammelter Songs? Weshalb wählt ihr für euer nächstes Album nur Songs aus, die ihr noch nie live "getestet" habt? Was wurde aus anderen Songs, die ihr dann und wann live gespielt habt (z.B. "Diane", "Many Offers" (hieß der so?) etc.); kann man da noch auf Studioaufnahmen hoffen? Oder auf Neueinspielungen alter Songs vom Demo? Für wann ist das nächste Album geplant und welche weiteren VÖs, z.B. auf Samplern, stehen an?

"..aufgenommen werden mussten" bedeutet nur, dass es alles Songs waren, mit denen wir schon seit Ewigkeiten unterwegs waren und zu dem  Zeitpunkt endlich mal Studioluft schnuppern mussten… Keine Sorge, Günni, wir sind neben dem Album auch gerade dabei, altes  Material aus dem Archivschrank zu wurschteln… Eine Zusammenstellung aus alten und unveröffentlichten Sachen sowie ein paar neu  eingespielte Leckerbissen wie "Don't Let The Gangsters Get You" etc. werden dann endlich dabei sein… der Prozess ist in Arbeit… aber das ist alles noch geheim. ;) Zu weiteren VÖs wäre nur der "Bud Spencer/Terence Hill-Tribut-Sampler“ zu nennen, dem wir auch einen  neuen Song beigesteuert haben („Sphinx“ = eine ver-punk-te Cover-Version des Soundtracks zu "Plattfuß am Nil"). Und natürlich Samplerbeiträge für div. Fanzines…

Das klang etwas missverständlich; fast, als hätte man euch unter Druck gesetzt, endlich was aufzunehmen - daher meine Nachfrage. ;) Gibt es schon einen grob angepeilten VÖ-Termin für das neue Album? Na, diese "geheimen" Informationen erfüllen mich doch mit Wonne! Bleibt natürlich unter uns. ;) Wovon handeln eure Texte? Wer schreibt sie? Und wie entsteht eigentlich ein typischer STR-Song?

Das Album kommt wohl voraussichtlich ende des Jahres raus… mal schauen… Unsere Texte handeln viel von persönlichen Erfahrungen oder von Szene-Kram (ihr wisst schon), die manchmal mehr oder weniger ausgeschmückt werden. Hier und da wird auch gerne mal übertrieben, angegeben und hinzugedichtet. Aber im Einzelnen sind die Texte immer der Versuch, eine bestimmte Empfindung oder Einstellung wiederzugeben, die ja bekanntlich ständig schwankt… Wenn der erste Song  vielleicht der Partyknaller ist oder um Liebe geht, könnte der nächste schon wieder vom Weltuntergang handeln… eine Mischung eben… Meistens kommt einer von uns mit Song-Fetzen in den Proberaum: Gitarrenriffs mit teilweise fertigen Textpassagen, die dann noch mal mit der Band zu einem Song verarbeitet werden… das bietet jedem Mitglied die Möglichkeit, seine Ideen mit einfließen zu lassen… Außerdem macht es so mehr Spaß… Wir haben auch vor kurzem entdeckt, dass es uns unheimlich einfach fällt, die Texte gemeinsam zu schreiben, während ich vorher immer alle hauptsächlich englischen Texte selbst geschrieben oder die von Norman noch mal korrigiert und umgeschrieben hab’…

Warum schreibt ihr als deutsche Band hauptsächlich englische Texte? Worin liegen deines Erachtens die Hauptunterschiede zwischen dem Schreiben englischer und deutscher Texte?

Also, ich habe meistens das Problem, sofort ins Alberne abzudriften, sobald ich deutsche Texte verfasse. Irgendwie klingen ernste Deutschergüsse für mich immer zu klischeeüberladen und man hat gleich das Gefühl, sich in einem ONKELZ-Text wiederzufinden… Dieses hymnen-artige (das ich so mag) funktioniert auf englisch irgendwie besser… Aber das ist wohl Geschmacksache. Natürlich spielen unsere überwiegend englischsprachigen Einflüsse eine große Rolle. Auch wir ham’ anfangs versucht, einen gewissen Sound nachzuahmen, kommt man einfach nicht drum herum, mal ganz von diesem  "wir wollen einfach internationaler sein"-Gesabbel abgesehen. ;) Wir überlegen aber tatsächlich gerade, nach Jahren mal wieder ein paar deutsche Songs zu schreiben… Das wäre für uns eben eine neue Herausforderung… hab’ da auch schon einige Ideen parat… ;)

Welche sind denn eure Haupteinflüsse? Würdest du eure Texte oder zumindest Teile davon als "politisch" bezeichnen? Wenn ja, inwiefern und was bedeutet "Politik" für dich? Was hältst du von "Politik" in "der Szene"?

Wenn Punk nicht politisch wäre und sich diese "Szene" nicht auch mit der Welt beschäftigen würde, wo käme dann all der Hass (der so fest verankert ist in dieser Musik) auf die Gesellschaft her? Wäre mir mein Umfeld wirklich so scheißegal, würde ich mich mit Schlips + Kragen um mein eigenes Glück kümmern und meine politische Ansicht immer meinen eigenen Bedürfnissen anpassen… denn das tun die Arschgeigen dieser Erde. ;) Trotzdem: Unpolitisch gibt es einfach nicht. Es sind schließlich immer auch Werte nach denen man handelt, die man keinem festen Partei-Programm oder einer engstirnigen Einstellung zuordnen kann… Man ändert seine Meinung nun mal Laufe der Zeit… und dies ist auch eine Folge von äußeren Einflüssen. Wer weiß, vielleicht leben wir beide auch irgendwann mal vegan, geben das Rauchen/Saufen auf oder werden schwul. Das kann man nie wissen… Es wäre auf jeden Fall unser "Gott"-gegebenes Recht, jenes zu tun. Bei Punk geht es eben darum, Freiräume zu schaffen und bereits vorhandene zu verteidigen… und jeden machen lassen, was er will… aber eben auch solche zu bekämpfen, die versuchen, Freiheit zu  unterbinden… und das passiert auf verschiedenste Art. Um nochmal auf unsere Einflüsse zurück zu kommen: Unsere  Bandbreite ist arschweit… keinen Bock, jetzt irgendwelche Bands aufzuzählen… aber es ist wirklich alles dabei… von Death-Metal bis zur Volksmusik. ;) Oi!

Besonders die Volksmusik hört man immer wieder durch. ;) Das mit der "Politik" sehe ich ähnlich, wobei das natürlich immer Definitionsfrage ist. Was für den einen hochpolitisch ist, hat für den anderen nichts mit Politik zu tun, obwohl er vielleicht im Prinzip genauso denkt. Ich glaube, da wird unheimlich viel aneinander vorbeigeredet. Wenn ich schwul werden würde, dann selbstverständlich nur wegen dir. ;) Hattet ihr denn schonmal handfesten Ärger mit Leuten aus anderen "politischen" Lagern auf euren Konzerten und wenn ja, wie reagiert ihr in solchen Situationen?

Grrr… Günni! Deine Fleisch-Peitsche würde ich selbst als schwuler Veganer nicht ausschlagen wollen… hehe… äh, wo war’n wir stehen geblieben? Ach ja, du meintest wohl Nazis auf Konzerten… Es gab schon öfter von Konzertveranstaltern im Vorfeld die Warnung, dass sich div. Rechtsradikale aus der Umgebung angekündigt hätten, um Ärger zu machen. Das war uns allerdings immer ziemlich latte. Wenn sie kommen, dann lass’ sie kommen! Wir sind b(e)reit! ;) …Wir - die von Außerhalb kommen - können uns ja immer etwas mehr erlauben, als die, die unmittelbar mit dem lokalen Abschaum weiterhin zusammen leben müssen. Aber wir sind tatsächlich schon öfter bewaffnet zu Konzerten  gefahren und haben anschließend die Gegend erkundet auf der Suche nach Kameraden… ist leider nie was draus geworden…

Gut zu wissen, dass sie bei euch mit ihrer Einschüchterungstaktik an die Falschen geraten. Ich find's immer das völlig falsche Signal an diese Flachköppe, wenn Veranstalter wegen solcher im Vorfeld gestreuter Verunsicherungen Konzerte abblasen. Themawechsel: Mit "HIGHSCHOOL NIGHTMARE" hast du neuerdings ein Horrorpunk-Solo-Projekt am Start, bei dem du nicht nur singst, sondern auf der EP auch alle Instrumente selbst eingespielt hast. Trotzdem gab es bereits einen Live-Auftritt. Wie kam es zu diesem Projekt? Seit wann bist du ein MISFITS-Jünger? Was hältst du von Horrorpunk im Allgemeinen, warum hast du alles selbst eingespielt, wer unterstützt(e) dich live und sind weitere Auftritte geplant?

HIGHSCHOOL NIGHTMARE entstand eigenlich nur, weil Alex mir anbot, einen  Soundtrack für einen Horror-Clip aufzunehmen. Der Kollege Mennekin (der  auch unsere Clips dreht) hatte uns nämlich mal ein Video gezeigt, in dem er mit aus Tierknochen gebastelten Kameraden lustige Thriller-Streifen zusammenfilmte, die nur so danach krakelten, mit Horropunk unterlegt zu werden… Das ganze Projekt musste natürlich irgendeinen Nutzen erzielen, also kamen wir auf die Idee mit der EP. Das ganze hätte für SMALL TOWN RIOT einfach zu viel Zeit in  Anspruch genommen, also hab’ ich die Dinger alleine eingespielt, was ich eh schon immer mal machen wollte. Tja, und wenn man eine Platte vor Publikum präsentieren will, muss auch irgendwo eine Band herkommen, also hab’ ich kurzerhand den Ritchy (der bei den Aufnahmen ja auch hinter den Reglern saß / VARANES) und Benny (HUNGRY HEARTS) fürs Schlagzeug gefragt, ob sie nicht für die Release-Show mitmachen wollen. Das Mini-Konzert ist wirklich gut verlaufen (waren ja auch nur 4 Songs), deshalb soll es demnächst weitere Proben mit neuen  Songs geben. Dann werden auch erst richtige Gigs in Planung gegeben… aber das ist noch etwas hin…

Als ob die musikalische Untermalung eines Videoclips nicht Nutzen genug wäre. ;) Aber so ist's natürlich umso besser. Sonst hast du mit Horrorpunk also eher nichts am Hut? Wie kamst du auf die Idee, eine "NAZI-BILLYS FUCK OFF"-Armbinde im DK-Stil beizulegen? Ist da deiner Meinung nach ein bedenklicher Trend in der Szene auszumachen?

Ein wenig Jux ist schon dabei gewesen, aber die Aufnahmen kosten dem  Label natürlich auch Geld, und wie will man nur einen Videoclip mit nur einem Song vermarkten?! Moment mal, natürlich steh' ich auf Horrorpunk / Psychobilly!!!  Würde ich das hier sonst machen?! Mir fehlt zwar bei vielen neuen  Bands das gewisse Kantholz, aber dafür bin ich ja jetzt da… ;) Außerdem sind die meisten Bands dieses Genres, neben dem x-ten Flammen-, Würfel-, Teufel-, PinUp-, HotRod-Cover nicht grad berühmt dafür, "politische" Aussagen zu machen, also versuche ich auch da wieder Brücken zu schlagen, das gilt auch für die Armbinde… was  sonst?! ;) Es gibt keinen gefährlichen Trend… ich könnte aber trotzdem kurz ‚ne Geschichte erzählen, wie ich zu der Armbinde kam:  Konzertbesuch im Logo… KINGS OF NUTHIN’ auf der Bühne (auch wenn das jetzt kein Horrorpunk is) …die Tür schwingt ein weiteres mal… nur kommt diesmal - ich dachte, ich guck’ nicht richtig - unser Bürgermeister Ole von Beust mit Zivi-Polizei-Eskorte durch die Tür geschneit und bestellt sich in aller Seelenruhe ein  Bier… die Billys + Psychos völlig unbeeindruckt! Ich und ’ne Freundin sehen rot… die ersten Becher fliegen und schon hab’ ich so'ne Politesse am Hals und Kragen… die Konzertbesucher weiterhin unbeeindruckt… ich gehe zu dem Mann am Eingang, wieso er solche Leute überhaupt reinlässt… da lächelt der Pfosten nur lässig: "Tja, Ole will auch mal sein’ Spaß haben", setzt die Sonnenbrille wieder auf und kämmt noch mal die Haare nach hinten… Leck mich am  Arsch!!!

In der Tat eine unglaubliche Story, vor allem unglaublich armselig vom Publikum. Aber in Zeiten, in denen es sogar CDU-Skins gibt (was ging da doch gleich mit Arbeiterklasse?) wahrscheinlich keine Ausnahme. Wirkliche "Nazi-Billys" sind dir aber noch nicht begegnet?

Solchen Knallern bin ich schon öfter begegnet… ohne Scheiß! Die haben wirklich keinen Hehl draus gemacht, dass sie z.B. Schwarze  hassen… unglaublich, aber wahr!

Ja, nicht zu fassen… Ok, Themawechsel, bevor wir wegen solcher Arschgeburten noch schlecht draufkommen: Du bist ja nicht der einzige, der noch ein Projekt nebenbei laufen hat. WIe steht's mit Norman? Ich hörte da was von einer berüchtigten Dorfrentner-Combo? ;)

Hehe… das sind die APPLE TOWN WASHBOARD WORMS (ATWW)! Die gibt es schon seit 30 Jahren oder so ähnlich. Norman spielt da Waschbrett („jüngster Waschbrettspieler Europas“, hieß es mal) und singt div. Solo- Passagen. Skiffle - ist die Devise. Norman verdient damit sein Bier am Wochenende… der macht an einem Konzert mehr Kohle damit als S.T.R. für einen Auftritt insgesamt. Die ATWWs werden in der Skiffle-Szene hoch gehandelt und spielen überall inner Republik, sowie auch  jedes Jahr in Finnland auf ’nem Festival vor 15.000  Leuten… haha… aber die sind wirklich gut, hab’ ich schon öfter spielen sehen… Norman: Schleimfriese/Punkrock-Shirt und macht Mucke für Renter-Publikum… der Knaller!

Schicken die ihn manchmal zum Gebissreiniger kaufen oder so? Hehe… nee, Prospekt an Norman - manche haben halt mehr Spaß am Zivildienst als andere! ;) Zurück zu STR: Nach welchen Kriterien habt ihr euren Song für den Spencer/Hill-Tribut-Sampler ausgewählt?

Eigentlich nur nach der Melodie!  Uns war eh klar, dass keine der anderen Bands sich dieser Schnulze annehmen würde. Anfangs haben wir zwar versucht, "Flying Through The Air" zu spielen, doch der klang nur halb so geil als Punk-Version. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis von "Sphinx"! ?

Jau, mir gefällt das Ergebnis auch ausgesprochen gut! Apropos "gut gefallen": Welche sind deines Erachtens die fünf besten Alben aller Zeiten und was hört man im Hause Small Town Riot momentan so an Mucke?

Also, in unserer WG läuft zur Zeit das neue FRONTKICK-Album rauf + runter sowie das noch unveröffentlichte DETECTORS-Material (das ist echt DER Knaller!!!) und wahlweise LEFTÖVER CRACK, CHEFDENKER, alte TOTEN HOSEN, DOWN AND AWAY etc. Im Auto auf dem Weg zu Konzerten laufen bei uns derzeit immer SLOPPY SECONDS (alles) oder PRESIDENTSSOFTHEUNITEDSTATESOFAMERICA und ganz  gerne auch mal Surf-Mucke (und frag mich jetzt bitte nicht nach den  Interpreten). Ansonsten eben noch die seit Ewigkeiten nicht veränderte Playlist meines MP3-Players: CANDY CRASH, TIME AGAIN, EIGHT BALLS, unsere neuen  Songs und sogar ein paar Popsongs wie "Propaganda" von  BRISKERBY… falls das einer kennt… hehe. ;)
MEINE liste der besten Alben bezieht sich ganz auf die Hit-Dichte… Reihenfolge ist nach Zeit geordnet, also teilweise schon lange her und hör’ ich mir auch beim besten Willen nicht mehr an, ist aber trotzdem die Musik, die sich hauptsächlich auf meinem Teller gedreht hat…
- AC/DC - Highway to Hell / Back in Black und ALLES bis einschließlich  Razors Edge
- METALLICA - Kill 'em All / schwarze
- PANTERA - Vulgar Display of Power / Cowboys from Hell
- SEPULTURA - Chaos A.D
- BODY COUNT - born dead etc.
- hier müssten auch irgendwie die ONKELZ dabei gewesen sein… haha
- RAGE AGAINST THE MACHINE - ja, das mit dem brennenden Kollegen vorne drauf…
- NIRVANA - irgendwie alles inkl. Bleach
- THERAPY - Troublegum
- jede Art von geschichtsträchtigem Punkrock (THE CLASH, THE RAMONES, SEX PISTOLS, THE DAMNED, …)
- OASIS - Morning Glory
- TOXOPLASMA – Gut & Böse
- GREEN DAY - Smoothed Out Slappy Hours / Dookie
- PRESIDENTSOFTHEUNITEDSTATESBLABLABLA (alles)
- RANCID – Let’s go / …And Out Come The Wolves und viele andere  Streetpunkbands zu der Zeit
- NOFX - So Long And Thanx For The Old Shoes / Two Heeps And A Bean (oder wie das heißt)…
und auch jeden anderen zu der Zeit angesagten Skatepunk wie GOOD RIDDANCE oder MILLENCOLIN etc.
- CHOKING VICTIM – No Gods/No Managers
- DROPKICK MURPHYS – Do Or Die
- LEFTÖVER CRACK – Fuck World Trade
Ey, und noch viele, viele mehr… ich hab’ sowieso die Hälfte vergessen… Ich muss zugeben, mir lange keine Musik mehr gekauft zu haben… Irgendwie fehlt mir einfach immer die Zeit, mich gemütlich im Zimmer aufzuhalten, um einfach nur der Musik zu lauschen, wie früher. Das kommt einfach immer seltener vor…

Alter, ich wollte doch nur 'ne Top-Five. :D Ok, hätten wir das also geklärt. Wie steht's eigentlich mit Festivals diesen Sommer? Werdet ihr irgendwo partizipieren, als Band oder als Gäste? Was habt ihr allgemein für Erfahrungen mit großen Festivals gemacht?

Tja, wie gesagt sind die Konzerte über diesen Sommer rar gesät, da  wir ja am Album arbeiten müssen. Wir haben echt ’ne Menge guter Anfragen sausen lassen, um endlich mal voran zu kommen… Trotzdem spielen wir noch das "Rock my Ass" (Lichtenfels) mit Bands wie THE BONES, EXPLOITED, TOY DOLLS, MAD SIN etc… und mit "SICK OF IT ALL" in  Bremen, sowie die "Mögenkladder"-Bootstour auffer Elbe mit "DEVILS DAY OFF" und den "VARANES". Festivals fallen immer unterschiedlich gut für uns aus. Wir sind halt keine Elite-Band… Wenn wir im Vorprogramm großer Bands spielen,  sind oftmals kaum Leute da… Aber wenn von 1200 Erwarteten schonmal 100 oder 200 Kollegen vor der Bühne stehen, ist das schon super für uns! Es gibt schließlich Konzerte, bei denen wir nur vor 30-50 Leuten spielen… alleine deswegen würden wir uns niemals  beschweren… es sei denn, und da denke ich an das „Oi! It's  Friday“ inner Markthalle, wenn wir anfangen müssen zu spielen, ohne dass überhaupt die Kasse geöffnet ist und auch keiner reinkommen  kann, wir aber trotzdem schon mal loslegen sollen, damit der Zeitplan eingehalten werden kann… für sowas haben wir natürlich kein Verständnis…

Die Markthalle geht mir eh auf den Sack. Scheiß Kommerzschuppen. Seit eben halte ich übrigens den brandneuen Bud Spencer/Terence Hill Tribut-Sampler in den Händen, lass uns deshalb darauf nochmal kurz zurückkommen: "Flying Through The Air" haben sich EMSCHERKURVE 77 angenommen (natürlich mit dt. Text) und euer "Sphinx" ist bisher mein Favorit dieser Platte, genialer Ohrwurm. Habt ihr euch auf der Suche nach einem geeigneten Song ein Wochenende lang bei Bud-Spencer-Videos und Bier zu Hause eingeschlossen und euch nochmal die volle Breitseite Oldschool-Film-Trash gegeben? Oder ist jemand bei euch so sehr Fan, dass er sämtliche Soundtracks im Regal stehen hat?

Ja, hab’ die CD gestern auch bekommen, hab’ allerdings noch nicht reingehört… ich kenne aber trotzdem ein paar der Aufnahmen von Ritchy.  Also, Norman und ich haben ja schon immer (seitdem ich denken kann) Bud-Spencer-Sessions abgehalten. Wir kennen die Filme also wirklich gut. Norman kann sogar Passagen auswendig aufsagen und kannte auch die meisten der vorgeschlagenen Songs… aber Norman kennt auch wirklich jeden Scheiß… hat mich also nicht großartig gewundert. ;) Hehe… Ich hab’ mir die Songbeispiele im Internet angehört und war von Anfang an für  "Sphinx"… ich weiß ja nicht, ob du das Original schon mal gehört hast, aber es klingt wirklich völlig anders als das, was bei rausgekommen ist…

Nee, aber das werd' ich schnellstens nachholen. Das mit Norman wundert mich ebenfalls keinen Meter, haha. ;) Du, Timo alder, ich glaub', wir sind soweit durch (also auch mit dem Interview jetz)… oder fällt dir noch irgendwas ein, was ich dich fragen könnte? Oder willst du mir noch 'ne Frage stellen, so zur Abwechslung?

Ok, dann will ich nur noch ein paar abschließende Worte finden… Du kannst froh sein, dass der Rest der Band beim Interview nicht dabei war… sonst wär’ das hier bestimmt etwas assiger ausgefallen, hehe. ;) Also, Günni… vielen Dank fürs Interview… hat ja nun auch lange genug gedauert… wir sehen uns dann beim nächsten Vollkatastrophen-Besäufnis irgendwo in Hamburg unterm Tresen… bitte besucht uns alle bei MySpace… schöne Grüße an alle Punketten, wir kommen auch bald in euer Dorf…

Wenn das keine Drohung ist, dann weiß ich auch nicht. Weitere Infos wie Neuigkeiten und Konzerttermine und natürlich Hörbeispiele gibt’s unter www.smalltownriot.de, www.myspace.com/smalltownriothamburg, www.myspace.com/highschoolnightmare und www.myspace.com/truerebelrecords. Kritik, Fragen, Drohungen oder sonstwas bzgl. meines Interview bitte an frank@crazyunited.de, leitet das dann an mich weiter. Günni

SEWER RATS

SEWER RATS IM GESPRÄCH MIT CRAZY UNITED MITSCHREIBER "ANDRE"

 

In diesen Tagen erscheint das erste Album „Rat Attack“ der Kölner Band Sewer Rats bei Bitzcore. Dank City Rat Records wird die Combo ab Mitte April mehrere Wochen durch Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Belgien, Polen, die Schweiz, Tschechien und die Slowakei touren. Sowohl das Album, als auch die Konzerte der Band seien hiermit nachdrücklich empfohlen. An einem Sonntagabend machte ich es mir mit ein paar Bierchen vor dem Rechner bequem und stellte Kontrabassist Puck ein paar Fragen per Email.

Euer erstes Album „Rat Attack“ läuft hier bei mir gerade im Hintergrund und das Teil gefällt wirklich sehr gut. Als ich euch vor ca. 1,5 Jahren mal mit Born to lose in Moers gesehen habe, klang das für mich alles schon damals sehr ausgereift und stimmig. Warum hat es doch noch relativ lange gedauert, bis ihr mal eine „richtige“ Platte rausbringt?

Das lag an mehreren Sachen. Erst mal hatten wir ziemlich viele Besetzungs- , b.z.w. Schlagzeugerwechsel. Fast alle aus Zeitgründen. Bei den Sewer Rats zu spielen ist eine sehr zeitintensive Geschichte. Wenn wir nicht spielen oder aufnehmen dann proben wir und das ist nicht jedermanns Sache. Jeden Tag `ne Show zu spielen ist unser Ziel, wenn man lieber DVD-Abende mit der Freundin macht, dann steigt man halt aus. Dann haben wir noch nach dem passenden Label gesucht, das wir jetzt mit Bitzcore Records aus Hamburg gefunden haben.
Auf dem Label sind viele Bands die wir cool finden, Turbo Ac’s, ZSK, Briefs, Bela B. etc.
Beim Album sollte auch das Gesamtpaket stimmen, Aufnahme, Songs Photos, Cover etc. und so was nimmt Zeit in Anspruch. Die Leute und das Label haben ja nix von `ner Band, die kaum gespielt hat, niemand kennt und dann schnell ein lauwarmes Album auf den Markt wirft. Alben rausbringen will jede Band, aber der Scheiß muss schon heiß sein.

Wie seid ihr denn bei Bitzcore gelandet? Die Platte hätte auch ganz gut zu People like you, Knock Out oder Wolverine gepasst. Gab es andere Labels, die die Platte machen wollten?

Die meisten der Labels, die Punkrockalben und mit Kontrabass gespielten R’n’R veröffentlichen, wollten uns unter Vertrag nehmen und haben uns angeschrieben.
Bitzcore Records ist aber das einzige Label von 3 Labels bei dem wir uns klassisch beworben haben. Der Kontakt zu Bitzcore war sofort super. Und uns gefällt das Konzept nicht einen Release nach dem anderen rauszufeuern.

Jetzt kommt die Platte ja erst in wenigen Tagen raus, aber die Presse durfte ja schon „darüber herfallen“. Wie waren denn bisher die Reaktionen?

Ich habe bisher erst eins gelesen und das war von dir.

Ha,ha, tatsächlich? Als Bonus Track gibt es ja eine deutsche Version von „You make me sick“, die ich wirklich sehr gelungen finde. Es geht um eine arrogante Band von Langhaarigen, die von der Bühne aus langweilen. Einmaliger Spaß am Rande oder könnten deutschsprachige Nummern ein fester Bestandteil eures Reportreis werden? Richtet sich der Song an eine bestimmte Adresse?

Auf der nächsten Platte wird es wieder deutsche Songs geben. Der Song richtet sich an viele Bands, die sich auf die Bühne stellen und einfach langweilig sind, endlos lange Songs spielen und dazu auch noch arrogante Säcke sind. Es sind ein paar deutsche Songs in Arbeit, wie
"Stock aus’m Arsch" und "Dj Arschgesicht". Beide Songs sind Partysongs und handeln, wie alle Sewer Rats Songs von wahren Begebenheiten oder Erlebnissen. Ich kann mir gut vorstellen mal eine Platte komplett mit deutschen Texten zu machen.

In dem Begleitschreiben zu der Platte steht „File under: Punkrock (not Rockabilly!), auf eurer Myspaceseite meine ich mal was ähnliches gelesen zu haben. Warum diese Distanzierung? Werdet ihr oft in diese Rockabillyschublade gesteckt?

Wir distanzieren uns von dem Billy-Zusatz (Psychobilly, Rockabilly, Punkabilly etc.) weil
wir der Meinung sind, dass ein Kontrabass aus einer Punkrockband keine Billy-Band macht.
Chris, unser Sänger und Songschreiber, ist ausschließlich von Punkrockbands (Rancid, Clash etc.) beeinflusst. Matt Freeman z.B. spielt auch viele Rockabilly-Bassläufe, das macht Rancid aber auch nicht zur Punkrockabillyband. Dieses Schubladen-Ding ist uns nicht so wichtig, wir
wollen einfach nur keine Mogelpackung verkaufen. Die Meteors machen Psychobilly, die Stray Cats Rockabilly, wir spielen Punkrock.

Beim Namen Sewer Rats, also Kanalratten, könnte man ja auch Deutschpunk der übelsten Sorte vermuten. Ist das eine kleine Hommage an alte Punktage oder wie kam es zu dem Namen?

Das ist eine Anspielung auf einen Satz der mal über die Sex Pistols gesagt wurde. "They are just Sewer Rats with guitars" und der Name klingt rotzig und nach Großstadt. Viele unserer Texte handeln über das Leben in’ner Großstadt.

Jetzt geht es ja Mitte April auf große Europatour, seid ihr sehr aufgeregt?

Aufgeregt bin ich persönlich nur wenn ich nicht spiele. Daheim zu sitzen und zu warten macht mich verrückt. Es gibt nichts besseres als zu touren und zu spielen.

Wisst ihr denn was euch in Ländern wie Italien, Spanien, Polen, Tschechien oder der Slowakei erwartet? Gibt es da schon gute Kontakte? Hat ja doch schon was von Abenteuer oder?

Touren ist immer abenteuerlich und man merkt ziemlich schnell ob man dafür geschaffen ist. Wenig bis kein Schlaf und lange Strecken, aber jede Sekunde macht Spaß. Ich habe in jedem der Länder schon mit anderen Bands gespielt, für 2 in der Band wird es die erste längere Tour.

Ich hab schon davon gehört, dass du schon in anderen Bands mitgemischt hast. Welche waren das? Haben die anderen auch schon Erfahrungen in vorherigen Bands gesammelt?

Chris hat ausschließlich in Punkrock & Skatepunk Bands gespielt & ich in allen möglichen Psychobillybands wie Frantic Flintstones, Barnyard Ballers und Boozehounds. Im Moment spiele ich nur noch bei den schwedischen Knockouts. Tom & Walid haben beide vorher nur in Bands gespielt die den Proberaum nicht verlassen haben. Walid war übrigens
bis vor kurzem noch unser Merchverkäufer. Jetzt haben wir ’nen neuen Mercher und Walid ist in der Band.

Eure Kumpels von den Peacocks meinten in einem Kommentar auf eurer Seite ihr würdet „ein wenig halbschlau“ auf dem Tourplakat aussehen. Um ehrlich zu sein: so was dachte ich auch ,als ich es gesehen habe ;-) Ein Unfall oder pure Absicht?

Selbst halbschlau sehen wir noch 3x so clever aus wie der Rest. Promofotos ohne Ecken und Kanten mit 3 Kumpeltypen gibt es genug. Gerade aus Deutschland dem Land des Rock’n’Roll-Understatements.

Gute Antwort ;-)
Ihr habt ja schon mit etlichen "Größen", wie Mad Sin und The Bones gespielt. Gerade die Bones scheinen ja sehr populär, auch außerhalb der Punkrockszene, zu sein. Hat man an so einem Abend einen schweren Stand, weil das Publikum nur darauf wartet den "Topact" zu sehen? Oder sind solche Konzerte eine gute Gelegenheit neue Fans zu gewinnen?

Von einem "schweren Stand" kann man nicht sprechen. Das sagen oft Bands die nicht alles auf der Bühne geben, oder denken sich entschuldigen zu müssen. Einige Leute wollen halt nur eine Band sehen, würde mir ja vielleicht auch so gehen wenn ich mir’ ne Band anschaue. Wenn die Vorband gut ist, dann merkt man sich auf jeden Fall den Namen.

Du kommst ja, wie ich, ursprünglich aus Bocholt: Kleinstadt, 75 000 Einwohner und Drumherum das platte, grüne Münsterland. Meinst du so eine Heimatstadt ist besonders förderlich für die Entwicklung als Punkrocker? Ich denke es ist schon sehr prägend hier aufgewachsen zu sein, sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne.

Alle Bandmitglieder der Sewer Rats kommen aus ländlichen Gegenden. Mich hat die Kleinstadtidylle & die ländliche Spießigkeit auf jeden Fall geprägt, b.z.w. in eine komplett andere Richtung getrieben. Auf `m Land ist dieses Bausparvertrag, 9 to 5 Ding viel stärker ausgeprägt als in größeren Städten. Punkrock & Musikmachen sind auf jeden Fall eine super
Alternative wenn man nicht mit dem Strom schwimmen will. Der Kauf meiner 1. Gitarre hat Bocholt wahrscheinlich vor einem Schulmassaker gerettet, haha

Ja, solche Gedanken sind mir nicht fremd ! Okay, ich bedanke mich ganz herzlich, dass du dir an einem Sonntagabend die Zeit genommen hast, ein paar Fragen zu beantworten. Wir sehen uns auf der Tour, für die ich euch viel Erfolg wünsche! Möchtest du noch was loswerden?

Ich werde auf jeden Fall noch was los, das ist meine Spezialität. Wenn ihr auf unsere Konzerte kommt, Stock aus’m Arsch und rocken. Ich danke für das Inti, hat Spaß gemacht, wir sehen uns auf der Tour.

www.sewerrats.de

www.myspace.com/sewerratsonmyspace

www.cityrat.de

VOLXSTURM

Hi Hinkel, wie geht’s euch?  Ihr habt ja zum Jahresende 2008/Jahresbeginn`09 Eure Live-Doppel-LP „Immer hart am Wind“ auf dem Markt geschmissen. Warum eine Live –LP???

Moin!! Uns geht’s ganz gut, hatten halt nach der  Veröffentlichung der „Lichter meiner Stadt“ LP/CD für unsere Verhältnisse viel live gespielt, was bei unserer Situation, you remember 5 Leute in 5 verschiedenen Städten (und davon 2 Schichtler die mind. 2 Wochenenden im Monat auf Arbeit sind) nicht viel Raum zum proben lässt und d.h. kaum neue Sonx.
Die Live LP ist daraus entstanden, dass unsere Arbeit an der gleichnamigen DVD so gut wie beendet ist. Da die Songs alle im Studio noch mal gemischt wurden und wir ja auch an die Vinyl-Junkies denken, haben wir uns halt gedacht, warum nicht auch auf Vinyl, dann aber in nem schönen Layout und VOR der DVD- Veröffentlichung.
Ausserdem geht unsere Band langsam auf die 20 zu und da ist es glaub ich schon erlaubt, auch mal ne Live-LP zu veröffentlichen, jedenfalls sehen wir das so!

Sicher habt ihr es verdient eine Live LP zu veröffentlichen, da ihr doch eine, wenn nicht die beste Live Band unserer Szene seid. Wer Euch mehrmals live begutachten durfte wird dies bestätigen können.
Eure „Immer hart am Wind“ ist sehr schmuck aufgemacht, beinhaltet  ein Volxsturm Fanzine mit Konzertberichten der jeweiligen Shows und eine LP ist blau, die andere ist gelb Dazu ein sehr stylisches Layout mit Klappcover. Die LP erinnert nicht nur von der Farbgebung ans Layout der „Lichter meiner Stadt“ LP die ja Broilers Sammy gestaltete.
War Sammy wieder mit an Bord? Oder wer zeichnete sich dafür verantwortlich? Warum erschien die LP nicht bei DSS-Records, sondern bei Contra Records?

Die LP ist bei Contra Records veröffentlicht, da DSS schon die DVD rausbringt und hiermit sicher genug zu tun hat.
Hechti ist ein sehr guter Freund der Band, wir haben ihn schon öfter unterstützt und er uns genauso, da fiel uns die Wahl leicht, wer die LP veröffentlichen könnte.
Contra Rec. hat alles nach unserem Willen gemacht, Dinge wie das Layout wurden von uns abgesegnet bzw. wir haben  uns mit der Layouterin in Verbindung gesetzt oder sie in unsere Richtung gelenkt, so dass ein für uns mehr als zufriedenstellendes Ergebnis herausgekommen ist.
Contra Rec. hat die Erstauflage auf 500 Exemplare limitiert ( gelb-blaues Vinyl), dazu ein limitiertes Package auf 69 Stück gemacht (spezial Price für LP, Poster, lim. T-Shirt, Aufkleber und das alles in einem VOLXSTURM- Beutel verpackt), da können wir mehr als zufrieden sein.
Sammy sollte erst die DVD layouten, hat jedoch mit den BROILERS im Moment schwer zu tun, so dass er nicht 100%ig eine Deadline zusagen konnte und den Auftrag somit konsequenterweise ablehnte. Logischerweise ist das Layout wieder schön im maritimen Style gehalten und wurde dieses Mal von Matzi/Hellboundstudio umgesetzt. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dieser Wahl, da der Mann nicht nur zügig arbeitet, sondern auch noch kreativ und gut ist.

Apropo DVD, auf ner Werbung konnte ich lesen, dass es eine limitierte Version der DVD bei Contra Records geben wird?! Was hat es damit auf sich? Kannst Du uns schon ein paar Details preisgeben?

Es werden 100 Stück der bei DSS-RECORDS erscheinenden DVD exclusiv von CONTRA-RECORDS vertrieben. Die DVD wird in einer Seemannskiste geliefert…
Was noch alles in der Kiste ist möchte ich jetzt noch nicht verraten, nur so viel, dass man die neuesten Infos diesbezüglich auf der CONTRA-seite im Netz erfahren kann, auch wie man die limitierte Version der DVD erhalten kann, da wir uns dazu auch noch etwas ausgedacht haben…
Auf jeden Fall sollte man so ein Label wie CONTRA unterstützen, da sie mit Herzblut dabei sind und keine Kosten und Mühen scheuen um etwas aussergewöhnliches zu machen.

Richtig, man merkte das ja schon bei der Vinyl Ausgabe von „Immer hart am Wind“.
Wo wir gerade bei edel sind, das wird die DVD ja auch. Ich durfte ja schon in einige Szenen reinschnuppern und auch etwas vom Layout sehen und muss sagen- RESPEKT, so was gab es noch nie, alles sehr liebvoll aufgemacht und nicht nur ein Faltblatt mit der Titelangabe oder ein einziger Konzertmitschnitt und die dazu obligatorische Bildergalerie. Selbst das Menü ist schon ne Wucht, erzähl mal ein bisschen über den Inhalt der DVD!

Schön das dir der kleine Ausschnitt von der DVD gefallen hat, ich habe auch noch nicht alles sehen können, war aber von dem Gesehenen mehr als begeistert.
Die DVD wird 4 Stunden Inhalt haben, wir haben über die Jahre einige Shows mitgeschnitten und  immer so zwischen 3 bis 5 Songs pro Show verbraten, zwischen den verschiedenen Gigs erzählen Tost und ich (Hinkel) noch immer etwas über die Gigs.
Wir wollten halt das Medium DVD nutzen und haben daher sehr viel Material gedreht, damit man nicht nur das Vordergründige sieht, sondern auch einen kleinen Blick hinter die Kulissen wagen kann.
Wir finden das lockert alles noch ein bisschen auf.
Desweiteren gibt es ein Interview, welches vor ein paar Jahren mal von DEFA Leuten aufgenommen wurde, aber nie im TV veröffentlicht wurde, was man sozusagen als Zeitdokument sehen kann. Es gibt eine Sektion in der Freunde und Bekannte ( u.a. SPRINGTOIFEL, BANDWORM-Mark, DSS-Micha, CONTRA-Hechti, Florian von BOOTS & BRACES, BROILERS-Sammy, EASTSIDE BOYS und viele andere mehr) sehr lustige Beiträge zum Thema VOLXSTURM machten. Man sieht mich spontan und sehr betrunken bei MC DONALDS in SINGAPUR  „arbeiten“, was gar nicht so ungefährlich ist in diesem Polizeistaat, es gibt eine erzählte Diskographie von Tost und Hinkel ( jaja, das Medium DVD ausnutzen) und alles mit vielen Fotos unterlegt.
Wie gesagt, ich konnte auch nur zweimal vor ner Probe bei Tost in fertige Teile reinsehen und hab selber keine Aufnahmen hier, aber es sind noch die ein oder anderen lustigen Begebenheiten darauf zu sehen.
Desweiteren beinhaltet die DVD ja die Live Songs als Audio-CD und es gibt noch eine Best Of CD mit remasterten Songs aller Pladden. Sprich eine DVD (ca 4Stunden), eine Live CD (ca 77min) und eine Best of CD (ca 75 min) also viel VOLXSTURM fürs Geld. Klar dürfte damit auch sein, das immense Kosten damit verbunden sind und die DVD nicht für 18 Euro erhältlich sein wird, aber dafür hat es Qualität und wir verkaufen lieber 100 Stück weniger, aber dafür sind die Leute, die sie sich kaufen werden, zufrieden.

Löblicher Standpunkt!!! Was ich noch lobend anmerken möchte ist, dass ihr, wie Du schon erwähntest, mehrere Gigs auf der DVD habt und nicht nur ein Festival wo vielleicht 2000 Leute sind, sondern auch kleinere Gigs wie in Potsdam oder Berlin mit vier-, fünfhundert Zuschauern. Das macht es doch ehrlicher, als wenn Bands nur ein „grosses“ Konzert zeigen, was ja nicht der Realität entspricht.

Richtig, das war uns auch sehr wichtig. Wir wollten halt mehr so eine Doku von/über Volxsturm machen, mehr nen Film um die Konzerte herum und nicht einfach eine DVD „ Volxsturm live in soundso“. Das war nicht unser Anliegen. Sicher ist es auf nem Festival einfacher Aufnahmen für eine DVD zu machen. Das fängt bei der grösseren Bühne an, wo die Filmcrew mehr Platz zum filmen hat, der Sound besser ist, der Mischer/Aufnahmemeister mehr Platz hat für sein Aufnahmegerät, alles in Allem auch finanziell günstiger. Aber schietegal, interessiert uns nicht. Wir wollen was 100%iges machen und wir sind überzeugt, das wir es mit der DVD tun.
Was andere Bands so machen, interessiert uns nicht. Wir müssen nicht auf die Kacke haun und nur ein Festivalmitschnitt zeigen. Wir sind ne Band mit 5 Skinheads und keine langweilige Rockband. Wir brauchen das nicht um unser Ego zu stärken und 7 Shows über 5 Jahre hat dann ja mehr Authenzität und Wahrheitsgehalt als ein Auftritt.

Diese Ehrlichkeit und Bodenständigkeit ist das, was Volxsturm immer so sympathisch macht und was die Leute auch honorieren. Auch das ihr mit Humor behaftet seid und, wie man auf der DVD auch erkennt, über euch selber lachen könnt.
Du sagtest, das Du selber noch nicht alles von der DVD gesehen hast. Mich würde interessieren wie arbeitet ihr dann an der DVD? Überlasst ihr alles den Filmleuten und bekommt ein fertiges Produkt??

Wir überlassen definitiv nicht alles den Filmleuten, dazu sind wir zu pinschieterig. Wir sind viel zu viel DIY-verwurzelt. Die Leute die die DVD machen sind die selben Leute, die damals unseren Videoclip „So sind sie“ gemacht haben. Den Micha kennen wir schon seit Anfang der 90er und Tost hat sogar mal mit ihm in einer Band gespielt. Damals machten die Filmleute den Clip für sehr wenig Geld und wir sagten ihnen, sie sollen abwarten, es sei sozusagen „ihre Bewerbung“.
Und siehe da, für die „Oi! The Meeting“ DVD in Leipzig von BANDWORM-Records konnten wir die Jungs vermitteln und so nahm alles seinen Lauf, Clips für TOXPACK, u.a. folgten, sie machten verschiedene DVDs oder arbeiten, wie z.B. momentan an der STOMPER 98 DVD mit. Wir vergessen keine Leute und eine Hand wäscht die andere. Unsere Rechnung ist wieder mal aufgegangen. Mit unserem Stand in der Szene konnten wir Leuten helfen, die uns auch unterstützten.
Unser Knotenpunkt für die DVD war Tost sein Hauptquartier. Ideen und Fotos wurden gesammelt und zu Tost geschickt. Von da aus ging es nach Berlin und unsere Ideen wurden mit den Ideen der Filmleute zusammengemixt und wieder zu Tost geschickt. Tost telefonierte dann zum Leidwesen unserer Frauen manchmal bis zu 4 mal am Tag, 7 Tage die Woche mit mir und erklärte mir so DVD-Inhalte. Das gleiche wars mit dem Layout, Mr. Hellbound aus Wien machte Vorschläge, wir moserten rum, er schickte die verbesserten Versionen wieder zu Tost und der leitete alles an den Rest von uns weiter. Unser Produkt- unsere Arbeit!! Wir sind halt so!!

Ich finde es grossartig wie ihr andere Leute unterstützt, sei es damals PERKELE, wo ihr euch nicht beirren lassen habt und für die Schweden mehr als einmal ne Lanze gebrochen habt (ohne Euch hätten die ja kaum Auftrittsmöglichkeiten durch die ganzen Lügen gehabt) oder seien es die GUMBLES, die ihr zum Anfang durch Gigs und Labelvermittlung nach deren  eigenen Aussagen geholfen habt.

Ja, mit PERKELE war es ganz extrem. Wir hatten uns mit der Band auseinandergesetzt und konnten den Gerüchten nix abgewinnen. Bei unserem ersten Gig mit Perkele in Hamburg schafften wir es sogar bis in die TAZ, die behaupteten, das es ein NAZI-KONZERT wäre. Das Konzert wurde abgesagt, wieder angesetzt und so weiter. Leute aus dem Umfeld vom Fussballclub St. Pauli (in deren Clubheim fand das Konzert statt) unterstützten uns und mussten von einigen Leuten Drohungen, blaue Augen oder zerstochene Autoreifen hinnehmen. Auch ein klärendes Interview mit der TAZ brachte nix. Als Band wurde uns gedroht, wir dürfen auf dem oder dem grösserem Festival nicht mehr spielen, wenn wir das Ding durchziehen, unsere Platten würden boykottiert oder es wurde uns körperlich gedroht, wenn wir uns weiterhin für Perkele einsetzen würden. Ham wir drauf gepisst auf die ganzen Wixer, heutzutage spielen wir weiter auf diesen Gigs und Perkele werden auch eingeladen. Es hat uns zu diesem Zeitpunkt mal wieder gezeigt, wie schnell man Gerüchte verbreiten kann. Es wurden uns mit Absicht Biographien unterstellt, die keiner aus der Band hatte, es war von Gigs die Rede, wo wir niemals gespielt haben mit Bands, die wir nicht mal vom Namen her kannten. Leider redeten hinterm Rücken auch so einige „Oberskinbands“ oder „wichtige Szeneleute“, wie gesagt, leider hinterm Rücken…

Schön, dass ihr so eine gradlinige Band seid. Was gibt’s ausser der DVD- Veröffentlichung im Hause VOLXSTURM noch im Jahr 2009?

Erstmal werden wir wieder live zu sehen sein, Gig Termine findet ihr auf  www.volxsturm.de oder unter www.myspace.com/volxsturm69 . Desweiteren werden wir unsere Homepage mal erneuern, den ein oderen verückten Merchartikel entwickeln und Ende Februar werden wir schon mal 3 Sonx im Studio für eine 2010 geplante CD aufnehmen. Wir werden auf dem „Slime-Tribut-Sampler“ und auf dem „ Dritte Wahl-Tribut-Sampler“ zu hören sein und vielleicht, wenn alles passt, noch auf der ein oder anderen Split-EP Seite vertreten sein. Also für unsere Verhältnisse viel, viel Arbeit. Definitiv wird es keine Studio LP 2009 geben. Ein Gruss geht raus an alle unsere Freunde, an alle Skinheads und natürlich an unsere Familien!!!
Schiff Ahoi!- mit Volxsturm ist es noch lange nicht vorbei!!

Dieses Interview führte "Stephan" für Crazy United, wofür wir uns recht Herzlich bedanken.

VIER PROMILLE

Hallo Melly, hallo Volker, bevor wir auf das neue Album von Euch zu sprechen kommen, möchte ich erst mal einige Anekdoten von Dir / Euch zu der Tour mit THE TRADITONALS / HARDSKIN / EVIL CONDUCT hören. Vielleicht könnt ihr ja mal kurz was zu jedem Gig sagen. 

Ja was sollen wir sagen… es war mal wieder fantastisch. Super Shows und noch bessere After- Show und Nightliner- Parties. Und obwohl wir es mal wieder maßlos übertrieben haben hat dann doch alles ganz gut geklappt. Man, das wir nicht aus dem Bus geflogen sind war ein Wunder, was haben wir da gefeiert, auf den Tischen unter den Tischen… und mit einer Mörder Beschallung. Haben ein schönes Foto von Ziad mit einer Obstschale auf dem Kopf und auf der Schale ein Blumentopf und diverse andere Dekorationen… das blieb mir zum Glück erspart, da Melly mich immer rechtzeitig in die Koje verfrachtete..  ;-)  

Ja was sollen wir sagen… es war mal wieder fantastisch. Super Shows und noch bessere After- Show und Nightliner- Parties. Und obwohl wir es mal wieder maßlos übertrieben haben hat dann doch alles ganz gut geklappt. Man, das wir nicht aus dem Bus geflogen sind war ein Wunder, was haben wir da gefeiert, auf den Tischen unter den Tischen… und mit einer Mörder Beschallung. Haben ein schönes Foto von Ziad mit einer Obstschale auf dem Kopf und auf der Schale ein Blumentopf und diverse andere Dekorationen… das blieb mir zum Glück erspart, da Melly mich immer rechtzeitig in die Koje verfrachtete..  ;-)  Wie hoch lag denn im Schnitt die Besucherzahl en der einzelnen Konzerten? Überall ausverkaufte Hütten? 

Frankfurt war ein kleiner Laden wo nur 200 Leute reingepasst haben und die waren auch mal locker drin!!! Mehr ging echt nicht. Hannover war da schon was grösser mit fetter Bühne und so. Genaue Zahlen hab ich wegen des Alkoholkonsums vergessen aber müssen locker mehr als 400 gewesen sein??!!!
Ja und Leipzig war wie immer, was die Menge an Publikum angeht, unglaublich!!! Müssen tausende drin gewesen sein, was die fürn nen Radau gemacht haben ;-) )) Denke auch mal locker aus der Hüfte so 650. Leider war in Krefeld (wie zu erwarten) dann weniger los…… 150! War halt nen Sonntag… Ist aber trotzdem was Kohle für alle Bands übrig geblieben und man munkelt das Frako nach Tour Ende sich ein Schiff gekauft hat
und immer noch besoffen übern Rhein schippert…. Ahoi!!! 

Frankfurt war ein kleiner Laden wo nur 200 Leute reingepasst haben und die waren auch mal locker drin!!! Mehr ging echt nicht. Hannover war da schon was grösser mit fetter Bühne und so. Genaue Zahlen hab ich wegen des Alkoholkonsums vergessen aber müssen locker mehr als 400 gewesen sein??!!!
Ja und Leipzig war wie immer, was die Menge an Publikum angeht, unglaublich!!! Müssen tausende drin gewesen sein, was die fürn nen Radau gemacht haben ;-) )) Denke auch mal locker aus der Hüfte so 650. Leider war in Krefeld (wie zu erwarten) dann weniger los…… 150! War halt nen Sonntag… Ist aber trotzdem was Kohle für alle Bands übrig geblieben und man munkelt das Frako nach Tour Ende sich ein Schiff gekauft hat
und immer noch besoffen übern Rhein schippert…. Ahoi!!! 
Wieso tourt ihr eigentlich an sich so gut wie kaum, bzw., gebt nicht gerade viel Konzerte im Jahr? Hat man als Band nicht das Verlangen öfter Live aufzutreten als ihr dies in der Vergangenheit gemacht habt, oder seid ihr alle Privat so ausgelastet, das nicht mehr Gigs im Jahr möglich sind? 

Wir würden schon gerne mehr Gigs spielen, ist aber nicht so einfach wegen Familie, Kinder, Job usw. Ralf hat sich mit seiner Frau auf 6 Gigs im Jahr geeinigt, was natürlich für den Rest der Band irgendwie Scheiße ist! Das ist oder war übrigens der Grund warum wir immer noch nen Aushilfs Bassisten/in suchen!!! Denn die anderen wollen und können mehr spielen. Also bitte melden!!!!! Eng bleibt es zwar trotzdem, weil Ziad ja auch inzwischen 2 facher Daddy ist und Volker hat ja auch noch ein Baby: die Porters ;-) )) 

Wie sieht es denn so mit den Konditionen von 4 Promille aus? 
Spielt ihr nur noch für eine bestimmte Festgage oder kann man Euch auch noch zu einem Prozente Deal überreden um Live aufzutreten? 

Wir würden schon gerne mehr Gigs spielen, ist aber nicht so einfach wegen Familie, Kinder, Job usw. Ralf hat sich mit seiner Frau auf 6 Gigs im Jahr geeinigt, was natürlich für den Rest der Band irgendwie Scheiße ist! Das ist oder war übrigens der Grund warum wir immer noch nen Aushilfs Bassisten/in suchen!!! Denn die anderen wollen und können mehr spielen. Also bitte melden!!!!! Eng bleibt es zwar trotzdem, weil Ziad ja auch inzwischen 2 facher Daddy ist und Volker hat ja auch noch ein Baby: die Porters ;-) )) 

Wie sieht es denn so mit den Konditionen von 4 Promille aus? 
Spielt ihr nur noch für eine bestimmte Festgage oder kann man Euch auch noch zu einem Prozente Deal überreden um Live aufzutreten? 

Wie sieht es denn so mit den Konditionen von 4 Promille aus? 
Spielt ihr nur noch für eine bestimmte Festgage oder kann man Euch auch noch zu einem Prozente Deal überreden um Live aufzutreten? 
Normalerweise spielen wir für Festgagen aber es hat auch schon des öfteren gegeben das wir Prozente Deals gemacht haben wobei uns aber ersteres viel lieber ist! Denn da weiß man was man hat bzw. bekommt ;-)

Wie sieht zur Zeit eigentlich eure Set Liste aus? 
Wie ihr ja schon vor längerer Zeit mehr oder weniger bekannt gegeben habt, zählt ihr euch nicht mehr zu der Gattung Skinheads. Das hat doch bestimmt auch Auswirkungen auf die Songauswahl, oder? 

Na der Hr. Schmidt kommt ja in letzter Zeit immer wieder mit Bomberjacke und Perry zu den Proben und die Haare sind auch schon wieder ab…. Seit ein paar Jahren zählen wir uns halt nicht mehr so zur Rasse (das ist doch ein tolles Wort?!) Skinhead, hatten auch durch revolutionäre Frisurmoden versucht das nach außen zu tragen. Mittlerweile sind die Haare aber bei fast! allen wieder ab, weil es wächst ja da nichts wirklich brauchbares mehr.Lieder wie „Chaos“, „Oiropa“ und „Jungs von nebenan“ mit Textzeilen wie „Skinhead ist unser Lebensstil“  und so Sachen, flogen dann natürlich raus. Aber zum Glück hatten wir ja immer schon auch andere Themen, so das wir nicht allzu auf viel altes Liedgut verzichten mussten. 

Na der Hr. Schmidt kommt ja in letzter Zeit immer wieder mit Bomberjacke und Perry zu den Proben und die Haare sind auch schon wieder ab…. Seit ein paar Jahren zählen wir uns halt nicht mehr so zur Rasse (das ist doch ein tolles Wort?!) Skinhead, hatten auch durch revolutionäre Frisurmoden versucht das nach außen zu tragen. Mittlerweile sind die Haare aber bei fast! allen wieder ab, weil es wächst ja da nichts wirklich brauchbares mehr.Lieder wie „Chaos“, „Oiropa“ und „Jungs von nebenan“ mit Textzeilen wie „Skinhead ist unser Lebensstil“  und so Sachen, flogen dann natürlich raus. Aber zum Glück hatten wir ja immer schon auch andere Themen, so das wir nicht allzu auf viel altes Liedgut verzichten mussten. Das heißt jetzt wirklich das alle „Skinhead relevanten Texte“ aus dem Programm genommen wurden? 

Wie in der vorigen Frage schon beantwortet hatten wir nie viele Skinhead-relevante Texte bzw. Lieder. Und Songs wie “Oiropa” und “Jungs von nebenan” spielen wir schon seit längerem nicht mehr!!! Warum sollen wir darüber singen bzw texten wenn wir heute keine mehr sind und auch nicht mehr so aussehen??? 

Wie in der vorigen Frage schon beantwortet hatten wir nie viele Skinhead-relevante Texte bzw. Lieder. Und Songs wie “Oiropa” und “Jungs von nebenan” spielen wir schon seit längerem nicht mehr!!! Warum sollen wir darüber singen bzw texten wenn wir heute keine mehr sind und auch nicht mehr so aussehen??? Dann möchte ich mal auf das neue Album zu sprechen kommen. Wo wurde es eingespielt und wie viel Zeit habt ihr dafür benötigt? 

Haben alles eingespielt und abgemischt im TAN Tonstudio in Oberhausen. Da wo auch schon Porters für nen Song waren und Sondaschule Ihr neues Album aufgenommen haben. Das ganze hat 23 Tage gedauert, inklusive abmischen. Ganz schön lange Zeit, aber was lange währt wird endlich gut….. 

Wie kann man sich eure Arbeitsweise im Studio vorstellen? 
Wurden schon alle Songs vorher fertig geschrieben und die Songs an sich wurden schon im Proberaum fleißig geübt oder schreibt ihr z.B. auch noch Texte im Studio? 

Das hatten wir uns immer mal wieder vorgenommen ein Lied im Studio zu schreiben und dieses mal hätte es auch fast geklappt! Volker hatte ne schöne Idee und ein paar Riffs waren schon fertig, aber alle anderen wollten das dann doch nicht so machen. Und so wurde wieder nichts draus. Die anderen Sachen standen zu 90 %, lediglich ein paar Gitarrenparts und Melodien sind uns dann in letzter Sekunde eingefallen wie z.B. bei „Porn Star“, „Underwear“ oder „Export“. Aber wirklich nur Kleinigkeiten. Na und die Orgel zum Beispiel ist dann doch auch öfter zum Einsatz gekommen als geplant. 

Schreibt der Volker die Texte von 4 Promille alleine oder schreibt der Rest der Crew auch mit? Müssen die fertigen Texte „von allen Mitglieder der Band“ abgesegnet werden? 

Auf der neuen Platte hat Ralf überwiegend die Texte geschrieben. Einige sind von Volker
und Thomas, aber da die meistens im Proberaum entstehen oder da geändert werden, sind somit dann alle dabei. Quasi schreibt die ganze Band mit bei unseren Liedern ;-)

Und wer entscheidet welches Lied für Dich bestimmt ist Melly? Auch schon mal Texte / Songs abgelehnt die du Singen solltest? 

Na irgendwie sagt Ralf manchmal “so nun schreibe ich ein Lied für Dich” und macht es dann einfach. Dann wird noch was dran gearbeitet und fertig……. Und gefallen tun sie mir eigentlich immer…. Kann mich nicht erinnern das ich mal was abgelehnt habe. Außer das “Fleisch und Blut” fand, und finde ich auch immer noch nicht so dolle. Etwas chaotisch ist es geworden….!!?? (Also mir gefällt gerade dieses Stück sehr gut. Anm:Frank) 

Na irgendwie sagt Ralf manchmal “so nun schreibe ich ein Lied für Dich” und macht es dann einfach. Dann wird noch was dran gearbeitet und fertig……. Und gefallen tun sie mir eigentlich immer…. Kann mich nicht erinnern das ich mal was abgelehnt habe. Außer das “Fleisch und Blut” fand, und finde ich auch immer noch nicht so dolle. Etwas chaotisch ist es geworden….!!?? (Also mir gefällt gerade dieses Stück sehr gut. Anm:Frank) Das erste Mal hat auf eurer neuen CD dein Lebensgefährte auch ein paar Songs gesungen, die für mich zum Highlight des neuen Album zählen. Verspürte Volker einfach Lust ein paar Songs einzusingen oder was waren die Beweggründe? 

Ach Volker hat immer schon gerne und viel gesungen (ob bei uns im Raum, zu Hause und bei Porters) und so kam es einfach das er Anfangs zwei Lieder auf der neuen Platte singen wollte und später sind sogar drei draus geworden. Denke Seine Stimme hat sich auch gewaltig gegenüber der ersten! 4 Promille Platte verändert wo er ja alles selber eingespielt und gesungen hat…. 

Ach Volker hat immer schon gerne und viel gesungen (ob bei uns im Raum, zu Hause und bei Porters) und so kam es einfach das er Anfangs zwei Lieder auf der neuen Platte singen wollte und später sind sogar drei draus geworden. Denke Seine Stimme hat sich auch gewaltig gegenüber der ersten! 4 Promille Platte verändert wo er ja alles selber eingespielt und gesungen hat…. Auf der neuen Scheibe sind ja auch 2 Coverversionen. Warum wurden gerade diese Tracks ausgewählt? 

Die “Porn Star” Version gab es schon ziemlich lange. Hatten wir beim letzten Konzert in Wiesbaden im Dezember 04  mit denen schon im Backstage rauf und runter gespielt. Unsere Version läuft übrigens seit Veröffentlichung bei jedem Bonecrusher Auftritt in Amiland im Abspann!!! Und die Pogues “Pair of brown eyes” Version wollte halt Volker machen, kennst doch seine Ambitionen zur irischen Musik…. :-) 

Ok….dann möchte ich auch schon zum Ende kommen. Danke für`s Gespräch und alles Gute für die Zukunft!  - FRANK 

Die “Porn Star” Version gab es schon ziemlich lange. Hatten wir beim letzten Konzert in Wiesbaden im Dezember 04  mit denen schon im Backstage rauf und runter gespielt. Unsere Version läuft übrigens seit Veröffentlichung bei jedem Bonecrusher Auftritt in Amiland im Abspann!!! Und die Pogues “Pair of brown eyes” Version wollte halt Volker machen, kennst doch seine Ambitionen zur irischen Musik…. :-) 

Ok….dann möchte ich auch schon zum Ende kommen. Danke für`s Gespräch und alles Gute für die Zukunft!  - FRANK 

USE TO ABUSE

Okay, hallo! Die unausweichliche Frage zur Bandgeschichte mal gleich vorweg:
Wer? Wann? Wo? Warum?

Auch ein herzliches Hallo! Gegründet wurde die Band 1993 von Sgt. Peter. Mit dabei waren damals Fratz (Hulk Räckorz) am Bass und Max (ehem. Souls on Fire und jetzt bei Scrapy) am Schlagzeug. Ich selbst stieg, glaub ich 1994 ein - zunächst Bass und dann Gitarre. 1999 hat dann Fratz Schlagzeug gespielt und unser jetziger Basser ScX (sprich Shek) stieß hinzu. 2003 ham wir uns dann von Fratz getrennt und nach einigen hin und her unseren neuen Schlagzeuger Max (ein anderer wie der zuerst erwähnte) “eingestellt”. Zeitgleich hat auch Sgt. Peter die Gitarre an den Nagel gehängt, um sich voll auf’s Singen zu konzentriern. Neuer zweiter Gitarrist ist Stich. Somit das aktuelle Lineup:Sgt. Peter Fuck: Vocals
Stich: Gitarre
ScX: Bass
Rev. Max the 5th (weil fünfter Schlagzeuger bei USE): Drums
J.D.Stroy: Gitarre

Wo? Hier in Regensburg…

Warum? Also Du stellst Fragen ;-) Krach machen - laut sein - rumkommen - feiern - Leute kennen lernen - usw…

Ich hatte ja bisher nur live das Vergnügen mit Use to abuse, was ist neu an „Jesus made my Rock`n`Roll“ im Vergleich zu den vorherigen Alben?

Ich denke, dass wir unserem Stil treu geblieben sind - das musste ich beim Durchhören der alten Scheiben vor kurzem feststellen. Vieles, wo ich dachte,es wäre neu auf “Jesus…” habe ich wieder entdeckt. Aber ich denke, das ist gut so, weil wir immer mehr unseren Stil finden und uns wohl fühlen, bei dem was wir machen. Die neue Scheibe ist auf jeden Fall kompakter - mehr “aus einem Guß”. Auf den alten Scheiben haben wir doch etwas mehr experimentiert.Auch finde ich die neuen Songs besser arrangiert und irgendwie aggressiver,
ernster - ja, und ausgereifter…

Wie war denn die Resonanz bisher?

Mehr als wir erwarteten. Sämtlich Rezis sind, um’s in Schulnotensystem auszudrücken, 2+ im Schnitt ausgefallen. Leute, die uns persönlich auf die neue Scheibe ansprechen sind echt begeistert. Meist sogar recht
überschwenglich. Momentan gibt’s echt von allen Seiten Lob. Das ist sehr schön, wenn man bedenkt, dass wir ja über 2 Jahre Arbeit in’s Songwriting und Produzieren gesteckt haben.

Euch eilt ja der Ruf voraus, dass ihr eine ziemlich trinkfeste Truppe seit,geht die Trinkerei nicht ganz schön an die Substanz?

Du sagst es! Wir sind aber auf dieser Tour schon ein wenig kürzer getreten. 2 Wochen Party hält keine Sau aus. (Wobei wir in Hannover mit Dritte Wahl ganz schön gebechert haben! Berlin war auch süffig und München erst! Ja und in Heilbronn - der Wahnsinn) Aber ich denke, wir haben das mittlerweilen gut im Griff. Das erste Bier wird kurz vorm Auftritt gezapft - quasi nüchtern spielen ist die Devise. Auch sind schon ein paar in der Band wegen der Sauferei einfach nervlich zusammen geklappt. Das wär scheiße, wenn das unterwegs passiert. Party werden wir immer machen, aber mittlerweilen sind wir zumindest so vernünftig, doch etwas früher in’s Bett zu kriechen, wenn wir am nächsten Tag 600 km quer durch die Republik düsen müssen. Aber keine Angst, wenn wir in Pott kommen, heißt es wieder “Hoch die Tassen”!

Vielleicht habe ich da als Westfale ganz falsche Vorstellungen, aber wie lebt es sich für Typen wie euch in Bayern? Gibt’s da auch mal Schwierigkeiten Auftritte zu bekommen usw.?
Das Cover euerer neuen CD dürfte bei streng katholischen Menschen auch nicht gerade auf Begeisterung stoßen.

Eines stimmt schon. Man muss wahrscheinlich hier aufgewachsen sein, um mit der bayrischen Mentalität zurecht zu kommen. Auch ist mit der bayrischen Staatsgewalt nicht zu scherzen - ich glaub, die Bullen hier sind ne Ecke schärfer drauf, als woanders. Aber ich denke, Deine Vorstellungen sind doch ein wenig falsch. Was Konzerte angeht, gibt es hier in Bayern keine Probleme. Es gibt richtig geile Club’s, wie z.B. das Silo 1 in Töging, das Tiefenrausch in Straubing, in Pfarrkirchen das Bogaloo - die großen Städt mal aussen vor gelassen - da gibt’s auch ne Menge Auftrittsmöglichkeiten. Im Endeffekt könnte man ne Deutschlandtour zur Hälfte in Bayern bestreiten. Man muss halt fahren, um Bands zu sehen. Aber das ist ja bei euch nicht anders - ich war ja schon öfter mal im Pott zu Besuch und wir sind auch immer ne Stunde rumgeeiert, bis wir am Laden waren. Auch die Szene ist ziemlich groß.
Wir sind ja kein Einzelfall. Aus Bayern kommen ja ne ganze Menge Bands wie z.B., Scrapy, Cashless, Rawside, Shark Soup, Suzie Rock, Wilde 13 oder ältere Kaliber, wie Oxymoron, Growing Movenment, um mal ein paar zu nennen.
Genauso ist es mit den Leuten. Hier in Regensburg spielen wir mittlerweilen vor 500 Leuten in München waren 200 und in den anderen Clubs verhält es sich nicht anders - da geht schon was. Auch lebt es sich nicht so beschissen, wie die meisten annehmen. Was das Cover angeht, hatten wir bis jetzt noch keine Probleme. Eigentlich dachten wir schon, dass irgend einer abkotzt, aber das wär uns egal. Ich glaub, das ist das wichtigste, was man hier in Bayern von Klein auf lernt und verinnerlicht: Es muss einem Wurscht sein, was andere über Einen denken. Dann klappts auch mit Bayern.

Ihr seit ja gerade auf Tour. Wie war der erste Teil der Tour? Gibt’s irgendwelche Erfolge oder Pannen zu vermelden?

Erfolge waren auf jeden Fall das unser Tourauftakt, das Konzert in München - gerammelt voll und rießen Party. Großes Lob an Markus von der Wilden 13, der das veranstaltet hat. Heilbronn - Hammerparty mit den Leuten von der Turbojugend dort und den Gästen aus St. Pauli. Auch die anderen Konzerte waren Klasse und überdurchschnittlich gut besucht, bis auf ein, zwei Ausnahmen (das waren dann aber schon die Pannen). Auch das Abschlusskonzert zusammen mit Dritte Wahl in Hannover war klasse. Polizeirazzia wegen Mülleimeranzünden (da hab ich schon gedacht, dass ich in Bayern wär - ist also im Norden auch nicht anders…). Ein ausverkauftes Che Heinz, ne aufgebrachte Punkermeute. Da macht das Live spielen Spass. Sgt. Peter hat dann noch Slime’s “Wir wollen keine Bullenschweine” angestimmt - kannst Dir vorstellen, was da los war. 500 Punks am durchdrehen!!!

Einige deutsche Rockbands starten ja derzeit gut durch, habt ihr mit der Band noch größere Pläne? Würdet ihr lieber den Ball flach halten wollen oder hättet ihr nichts dagegen „ganz groß raus zu kommen“ ?

Ich denke, vieles kann man ja nicht planen. Wir “arbeiten” professionell mit unserem Label an der Sache. “Ganz groß rauskommen”? Hm, was man halt da drunter versteht? Um meine Miete von der Musik zu bezahlen, da wird’s wohl noch ein hartes Stück arbeit sein, aber man tut was man kann. Auf jeden Fall muss die Sache immer Spaß machen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, hängen wir’s an den Nagel!

Wo habt ihr die geilen Promofotos auf euerer Homepage gemacht? Wohl kaum bei jemanden von euch zu Hause, oder?

Das war im Westflügel unserer Band WG. Beim Rückweg haben wir uns auch noch richtig geil verlaufen in den Gängen. Scheiß Schlösser! Aber so ist das halt als Rockstar. Ach ja, irgendwo im Ostflügel treibt sich noch so’n Kamerateam von MTV Cribs rum - aber ich denk, die sind schon verhungert.
(ok ok, hier in Regensburg in nem Hotel im Barock oder Rokoko Stil - nagel mich da jetzt nicht fest - ich kann vielleicht gerade noch Gotik von Bauhaus unterscheiden…)

Das Jahr ist ja noch jung. Was habt ihr neben der Platte und der Tour noch so vor?

Spielen und nochmal Spielen! Wir möchten gerne Schweden und Benelux touren - eine Sache ist, glaub ich, grad in der Mache! Wir sollten auch mal im Pott spielen, jedoch hat sich bisher noch nix ergeben. Ein paar Festivals sind geplant. Nebenher arbeiten wir an neuen Songs. Die neue Platte soll nicht so lange auf sich warten lassen, wie “Jesus…”.

Letzte Worte an die Crazy United Leserschaft?

Wir freuen uns schon, wieder im Pott zu spielen. Ihr wisst, wie man feiert!
Ansonsten, neue Platte von uns holen - ganz laut machen und ein paar Biere dazu trinken (dauert ne halbe Stunde, da schafft man schon drei) und dann,wenn’s soweit ist, auf’s Konzert kommen!

SS ULTRABRUTAL

Warum machen solch olle Säcke wie ihr 2005 noch Punkrock statt sich auf die Rente zu freuen? 

o.k., ich glaube, ich spreche im Namen der meisten, die von Anfang  an dabei waren: Punk-Rock ist ne Lebenseinstellung. Egal, auf welche Weise die Menschheit sich durchwurschtelt, der Sinn und der Geist des Punk-Rocks lebt immer weiter. Wir haben einfach Spaß an der Musik und wenn du dir den MTV-Müll anhörst, mit welcher Musik die Leute Kohle machen, kannst du dir doch nur an den Kopf fassen. Deswegen: Back To The Roots und dagegen anstinken. Punk lebt weiter! (sagten schon ‘77 die Buttocks!).
Außerdem welche Rente? Rente süß - sauer oder mit Ananas? Ich hätte gerne Nr. 77 und ‘n Fläschen Sake! 

Du hast „Punk von Anfang an“ angesprochen. 
Erzähl uns doch mal bitte wie das ganze bei dir / SSUB angefangen hat? 

Bei mir hat es Ende 76, Anfang 77 angefangen, wo die Never Mind The Bollocks rausgekommen is ( fast zeitgleich mit meinem Einstieg. Anm.Frank). Vorher war mir nichts annähernd hart genug zum Ausrasten.
Man hat The Who, Kiss, Queen, Status Quo und den Glitter-Kram gehört, Iggy Pop war auch schon da bis zum angegebenen Zeitpunkt. Dann musste ich mir ‘nen Besenstiel als Klampfe schnappen und hab erst mal vor unbändiger Freude meinen Schrank zerlegt. Man lernte auf einmal viele Gleichgesinnte kennen und dann ging es ab. Nach einigen Musikalischen Anfangsversuchen, ich glaube es war KREISLAUFKOLLAPS und ZYKLON B, gründeten wir die KOTZBROCKEN, wo wir mit BUTTOCKS und RAZORS damals im Krawall in Hamburg legendäre Parties feierten.
Ich ging ein paar Monate nach London, um zu sehen, was da abging. Back in Town begann die Karolinenviertelzeit, damals DER coolste Platz, wo alle ein paar Jahre abhingen. Dort beschlossen wir dann, uns neu zu formieren und fingen zu dritt (Michel, Votzer und ich) an rumzujammen. Live spielten wir dann immer mit Stephane, dem Buttocks-Drummer.  Ya, so war das wohl… …und weil sie nicht gestorben sind, so rocken sie noch heute… (alt + arm!) 

Wer kam eigentlich damals auf den Namen SSUB? War der Name dazu gedacht um den Stinknormalen Arsch vonner Straße einfach nur zu Schocken? 

Das war natürlich der Hauptgrund. Damals war das einfach so. Da hat sich keiner beschwert, weil alle wussten, dass wir keine rechtspolitische Band sind. Wir haben Solidaritätskonzerte für die Hafenstraße in Hamburg gegeben.
Bei uns war immer der Spass an der Musik vordergründig. 
Die wahre Geschichte von SS ULTRABRUTAL:
Es war im Winter um 1981 rum, als wir bei minus 10 Grad frierend und zitternder weise in Kais Keller unter seiner Wohnung im Karolinenviertel saßen und mit Handschuhen auf der Holzklampfe jammten. Auch die paar Kerzen und ein kleines Feuer konnten die bitterböse Kälte nicht vertreiben. Wir hatten noch 20 Mark und Michel ging los um ne gebrauchte
Heizung von irgendeinem Typ zu organisieren. Klappte auch, nur auf dem Weg zurück tauschte er diese gegen was zu rauchen ein. Wir waren schwer begeistert und barzten erstmal ordentlich einen durch. Bibbernd entstand folgender Dialog:
Es ist November!
Es ist arschkalt!
Es ist echt ätzend!
Es ist ultrabrutal!
SS ULTRABRUTAL! 

Ihr habt ja in den 80zigern eine LP auf Weird System rausgebracht. Habt ihr heute noch zu dem Label Kontakt und warum ist der neue Tonträger auf MATA HARI erschienen? Hattet ihr noch bei andere Label vorgesprochen? 

Weird System hat damals viel für den Punk getan. Im Moment ist der Kontakt etwas abgerissen, aber man kennt sich gut. Gale Anderson, der Chef von Mata-Hari fand uns damals richtig Klasse und bat uns einen Song für den Soundtrack zum Horror – Splatter - Movie GOBLET OF GORE aufzunehmen, was wir dann umgehend in die Tat umsetzten, und ich glaube es ist uns bestens gelungen. Der Film und der Soundtrack dazu sind übrigens auch bei Mata-Hari erschienen. Das hat uns neu inspiriert und so beschlossen wir dann ein neues Album aufzunehmen. Leider reichten die Geldmittel nicht um das Ganze auf Vinyl zu bannen. Aber wer weiß, vielleicht 
irgendwann…kommt die Zeit…wo Gott im Kriegsrat sitzt…und selbst der Teufel sich verpisst… 


Weird System hat damals viel für den Punk getan. Im Moment ist der Kontakt etwas abgerissen, aber man kennt sich gut. Gale Anderson, der Chef von Mata-Hari fand uns damals richtig Klasse und bat uns einen Song für den Soundtrack zum Horror – Splatter - Movie GOBLET OF GORE aufzunehmen, was wir dann umgehend in die Tat umsetzten, und ich glaube es ist uns bestens gelungen. Der Film und der Soundtrack dazu sind übrigens auch bei Mata-Hari erschienen. Das hat uns neu inspiriert und so beschlossen wir dann ein neues Album aufzunehmen. Leider reichten die Geldmittel nicht um das Ganze auf Vinyl zu bannen. Aber wer weiß, vielleicht 
irgendwann…kommt die Zeit…wo Gott im Kriegsrat sitzt…und selbst der Teufel sich verpisst… 

Was habt ihr denn in der Zeit zwischen dem ersten Tonträger in den 80zigern und den Brandneuen gemacht? 
Lag die Band die ganze Zeit auf Eis oder ward ihr ein wenig aktiv, aber keiner hat`s vielleicht außerhalb Hamburg gemerkt? 

Da kam viel dazwischen. Das Überleben schlechthin an erster Stelle.
Dann viele Studioarbeiten und etliche Bands in denen wir uns den die Seele aus dem Leib spielten. 
Das was davon jetzt noch übrig ist  haben wir in SS Ultrabrutal verewigt.
Grober Auszug aus dem Schaffen eines jeden von uns:
PUBLIC ENEMY 23, WITTE XP, RAMONEZ 77, STIMPY, TORPEDO MOSKAU, KGB, PUNKENSTEIN, NOISE ANNOYS, RAZORS, PHANTASTIX. 

Und was war der genaue Grund euch wieder zusammen zu setzen um mit SSUB wieder zu Rocken? 

Erstens ham wir uns alle lieb, zweitens geht die Antwort schon aus der vorletzten Frage hervor, drittens harmonieren wir ganz gut zusammen und streiten uns ganz gerne, viertens sind wir alle Sklaven des Punk und
fünftens siehe zweitens. Prost! 

Wird es zur neuen Platte / CD eine längere Tour sehen oder müsste ich nach HH kommen um euch mal Live zu sehen? 

Der Tour-Start zur CD wird Anfang April sein und erstmal quer durch Deutschland gehen. Die genauen Termine sind in Arbeit und werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. 

Als letztes möchte ich noch kurz auf den Trouble eingehen, den ihr vor kurzem hattet, in dem man euch bzw. einem Bandmitglied von Euch vorwarf  in einer Nazi Band gespielt zu haben. Erklär doch mal bitte die Sachlage zu diesen Vorwürfen. 

Ich glaube dazu ist alles gesagt worden. Wir haben genug Statements  abgegeben, veröffentlicht und ins Internet gestellt, wo sie jederzeit nachgelesen werden können. Wer uns kennt, weiß welche politische  Meinung wir vertreten… Trotz und gerade wegen unseres Bandnamens:
SS ULTRABRUTAL standen und stehen immer noch für Provokation und Kontroverse, gegen rechts, für ein freies, selbst bestimmtes Leben und gegen Unterdrückung und Staatswillkür. www.ssub.de 

Dann sage ich recht herzlichen Dank für dieses Interview und die letzten Worte gehören Dir. 

Erwarte nicht so viel von MEHR
Und so wenig von WENIGER.
Erwarte VIEL von WENIGER,
Und du wirst nicht enttäuscht sein.
Vereinfache das Leben auf seine Essenz hin.
Im Wesentlichen ist es Liebe, was zählt…
Und das Bleibende ausmacht.
Und natürlich der Spaß an der Musik.
In diesem Sinne: “Prost” und möge der Punk mit Euch sein!

OLD ERWIN. 


Erwarte nicht so viel von MEHR
Und so wenig von WENIGER.
Erwarte VIEL von WENIGER,
Und du wirst nicht enttäuscht sein.
Vereinfache das Leben auf seine Essenz hin.
Im Wesentlichen ist es Liebe, was zählt…
Und das Bleibende ausmacht.
Und natürlich der Spaß an der Musik.
In diesem Sinne: “Prost” und möge der Punk mit Euch sein!

OLD ERWIN. 

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